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Devarim
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copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(31) Dann ging Mosche und richtete alle diese Worte an ganz Jisrael, und sagte: „Schaut her, ich bin heute einhundertzwanzig Jahre alt geworden. Aber nun kann ich nichts mehr tun, weil mir *meine Macht genommen worden ist*. Denn ihr wisst: Der Ewige hat mir nicht mehr erlaubt, über den Jarden zu ziehen. Aber habt deshalb keine Angst. Der Ewige wird vor euch nun herziehen, er wird euch Platz schaffen in dem Land, das er euch versprochen hat. Der Ewige, euer G"tt, wird euch nicht verlassen.“
Dann ließ Mosche Jehoschua kommen und sagte ihm vor der ganzen Gemeinde: „Nun liegt es an dir, dass dieses Volk sicher in das Land kommt, das der Ewige schon den Vätern versprochen hat. Der Ewige wird es ihnen geben. Du aber sollst dann das Land unter ihnen aufteilen. Sei darüber nicht verzagt, der Ewige wird dir beistehen.“
Dann schrieb Mosche die ganze Lehre, die er bis hierher erläutert hatte, auf und gab sie den Kohanim, also den Söhnen Lewis, die den Aron ha-Qodesch trugen. Und auch allen Ältesten Jisraels gab er sie. Daraufhin sagte er ihnen: „Nach sieben Jahren zur Zeit von Sukkot, dann, wenn die Jisraeliten vor dem Ewigen erscheinen, sollst du diese Lehre vor ganz Jisrael laut vorlesen. Deshalb sollst du ganz Jisrael vor dir versammeln: alle Männer, alle Frauen, auch alle Kinder und alle Fremden, die bei dir wohnen. Damit sie alle die Lehre hören und daraus lernen können. Nur so können sie sich an die Gebote halten und nach ihnen leben.“
Nach diesen Worten sagte der Ewige zu Mosche: „Nun sind deine Tage gezählt, dein Ende naht! Nun rufe Jehoschua zu dir. Ihr sollt beide zur Wohnung des Ewigen gehen.“
Das machte Mosche. Und als sie bei der Wohnung waren, entstand eine große Wolkensäule, in der sich der Ewige ihnen zeigte. Und der Ewige sagte zu Mosche: „Wenn du tot bist, wird es einmal passieren, dass sich dieses Volk gegen mich aufstellen und anderen Göttern nacheifern wird. Sie werden unseren Vertrag, den wir zwischen uns geschlossen haben, brechen und sich nicht daran halten, was ich ihnen angeordnet habe. Dann werde ich darüber zornig werden, und ich werde mich vor ihnen verbergen, so dass es ihnen gar nicht mehr gut gehen wird. Und sie werden einsehen, dass es ihnen deshalb so schlecht ergeht, weil ich nicht mehr in ihrer Mitte bin. Aber ich werde verborgen bleiben, weil sie Böses getan haben. Deshalb sollt ihr euch das Lied *Haasinu* aufschreiben. Ihr sollt es die Kinder Jisraels lehren, damit, wenn sie in Bedrängnis sind, dieses Lied singen können. Dann werden sie sehen, dass ich ihr böses Tun schon längst im Voraus gesehen habe."
Und Mosche schrieb das Lied auf und brachte es Jisrael bei. Dann gab Mosche Jehoschua *die Tora* und sagte ihm: „Du musst jetzt sehr stark sein, denn du wirst die Kinder Jisraels ins Land führen, das ich ihnen versprochen habe.“
Als Mosche die ganze Lehre aufgeschrieben hatte, gab er den Lewiten die Tora und sagte ihnen: „Nehmt nun dieses Buch, *bewahrt es euch* und legt es zum Aron. Das Buch wird euch als Zeuge dienen. Denn ich kenne euch! Schon jetzt, da ich noch lebe, ist das Volk mürrisch und widerspenstig gewesen. Wieviel mehr, wenn ich erst mal tot bin. Ihr werdet euch abwenden und nur Übles tun, alles, was dem Ewigen missfällt. Darum soll dieses Buch immer in eurer Mitte sein.“
Als Mosche das gesagt hatte, begann er, das Lied vor der ganzen Gemeinde vorzutragen.
copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Haasinu
Dtn 31; Haftara: Jes 55,6 - 56,8
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Diese Parascha nimmt schon den Höhepunkt, auf den das ganze Buch Devarim hinausläuft, bereits vorweg (obwohl noch zwei Paraschijot folgen). Es ist in den letzten Paraschijot vor allem das Thema Land in den Vordergrund gerückt, das zu erhalten und zu halten die Bemühungen des Volkes werden sollen, wenn Mosche einmal nicht mehr der Anführer ist. Der Landbesitz ist unmittelbar, so macht das ganze Buch Devarim deutlich, von der Einhaltung der Gebote abhängig. Nur wenn das Volk die Gebote der Tora einhält, wird es auf Dauer das Land halten können, wenn nicht, wird das Land wieder verlustig gehen und die Jisraeliten müssen in der Fremde leben. Um das Einhalten der Tora überhaupt zu ermöglichen, wird nun in dieser Parascha zweierlei festgelegt: Mosche schreibt die gesamte Tora nieder, so dass die Gebote fixiert sind und nicht über eine rein mündliche Weitergabe sich im Lauf der Zeit verwässern. Zum zweiten das Gebot, künftig alle sieben Jahre eine Versammlung einzuberufen, um eben diese Tora laut vorzulesen, damit der Inhalt der Tora, der Wortlaut der Tora den Jisraeliten auch gegenwärtig bleibt. Diese Versammlung vergegenwärtigt in der Zukunft sozusagen genau die Versammlung, die Mosche nun vor dem Eintritt ins Land begründet hat. Jeder einzelne Jisraelit wird dabei verpflichtet, die Tora zu hören. Hier werden sogar die Kinder eigens eingeschlossen, sowie die Fremden, die bei den Jisraeliten leben. Damit ist hier in der Tora bereits das grundgelegt, was im späteren Judentum zur Selbstverständlichkeit geworden ist: Die Konzentration auf die Tora als schriftliche und mündliche Grundlage.
A) Allgemeine Fragen
Wie alt ist Mosche geworden?
Wer ist der Nachfolger von Mosche?
Wer soll später das Land unter den Jisraeliten aufteilen?
Was schrieb Mosche auf?
Das, was Mosche aufgeschrieben hatte, soll den Jisraeliten vorgelesen werden. Wann?
B) Fragen für Fortgeschrittene
Weshalb darf Mosche nicht in das Land einziehen?
Weshalb soll den Jisraeliten die Tora vorgelesen werden?
Kannst du dir vorstellen, weshalb im Judentum es so wichtig ist zu lernen?
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.