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Devarim
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copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(33) Der Ewige hatte Mosche genau angeordnet, dass Mosche den Weg, den die Kinder Jisraels von Ägypten bis Kenaan gehen würden, genau aufschreiben sollte. Und so wanderten die Jisraeliten von Ägypten durch die Wüste bis vor die Grenzen Kenaans:
Sie brachen in Ägypten von Ramses auf. Das war am fünfzehnten des ersten Monats. Sie brachen nach dem Pessach auf, nachdem die Erstgeborenen der Ägypter geschlagen worden waren. Und sie waren einige Tage in der Wüste unterwegs, bis sie ans Schilfmeer kamen. Und dann ging es immer weiter durch die Wüste bis zur Wüste Sinai. Und dann wanderten sie immer weiter und weiter, vierzig Jahre lang. Bis sie zum Berg Hor kamen. Dort ging Aharon, der Kohen, den Berg, wie es der Ewige angeordnet hatte, hinauf, um zu sterben. Aharon war 123 Jahre alt, als er starb. Und die Kinder Jisraels wanderten weiter, bis sie in das Land Moav kamen, in die Nähe von Jericho, das am Fluss Jarden lag. Dort lagerten sie sich.
Als sie dort angekommen waren, sagte der Ewige zu Mosche: „Sag den Kindern Jisraels: Wenn ihr über den Jarden geht, um in das Land Kenaan einzuziehen, dann sollt ihr die Bewohner dieses Landes vertreiben, und vor allem sollt ihr alle Götzenbilder von diesen Leuten vernichten. Ihr werdet dieses Land in Besitz nehmen, denn ich habe euch dieses Land versprochen.
Und wenn ihr das Land für euch habt, dann sollt ihr das Land unter euch verteilen, durch das Los sollt ihr es den einzelnen Familien zuteilen. Ist eine Familie sehr groß, dann soll sie ein großes Stück Land erhalten, ist eine Familie aber klein, so soll sie auch ein kleines Stück Land erhalten.
Aber denkt dran: Vertreibt die Bewohner des Landes. Tut ihr das nicht, so werden euch diese Bewohner zu Dornen und Stacheln werden, und ich werde es nicht gerne sehen.“
(34) Und dann sagte der Ewige zu Mosche: „Sag den Kindern Jisraels: Das ist das Land, das ihr zum Erbe von mir erhaltet: Es ist das Land Kenaan.“ Und der Ewige gab genau an, wie die Grenzen dieses Landes verlaufen sollten. Und dann sagte Mosche weiter: „Das also ist das Land, das ihr unter euch verteilen sollt. Und zwar sollt ihr es unter den neuneinhalb Stämmen verteilen. Zwei Stämme und ein halber sind ja auf der anderen Seite des Jarden geblieben (nämlich Reuven, Gad und der halbe Stamm Menasche).“
Danach bestimmte Mosche noch die Männer, die das Land aufteilen sollten. Das waren Elasar, der Kohen, und Jehoschua. Zu diesen beiden sollten auch noch je ein Anführer aus jedem Stamm dazukommen, um das Land zu verteilen.
(35) Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Sag den Jisraeliten auch, dass sie für die Lewiim Städte hergeben sollen, damit auch die Lewiim zu wohnen haben. Und nicht nur Städte. Die Städte sollen auch ringsherum freies Land haben, das den Lewiim gehören soll. Das brauchen sie, denn auch die Lewiim haben Viehherden, die weiden müssen. Und das freie Land soll rings um die Stadt sein, so dass die Stadt in der Mitte liegt.
Diese Städte, das wisst ihr, sollen gleichzeitig Zufluchtsstädte sein, die einer aufsuchen kann, wenn er aus Versehen jemanden erschlagen hat und nun fürchtet, dass er gerächt wird. Aber Zufluchtsstädte gibt es nur sechs, deshalb sollt ihr weitere 42 Lewitenstädte dazugeben, sodass es insgesamt 48 Städte sind. Verteilt die Lewitenstädte so, dass große Stämme mehr Lewitenstädte hergeben müssen als kleine Stämme.
Und weiter sagte der Ewige zu Mosche: Sag den Kindern Jisraels: Wenn ihr in das Land Kenaan kommt, dann wählt euch Zufluchtsstädte aus, Städte, in die jemand fliehen kann, der jemanden aus Versehen getötet hat und Angst vor Vergeltung hat. Sechs Zufluchtsstädte sollen es sein, und zwar drei Städte auf der einen Seite des Jarden, drei Städte auf der anderen Seite. Dorthin soll der fliehen, der jemanden aus Versehen getötet hat. Ein Mörder, der mit Absicht tötet, soll selbst getötet werden, für ihn sind die Zufluchtstädte nicht. Auch jemand, der aus Hass jemanden tötet, ist ein Mörder. Nur wer nicht aus Feindschaft tötet, ist kein Mörder. Und der Mörder soll vom Bluträcher getötet werden. Wo der Bluträcher den Mörder trifft, da soll er ihn töten.
Hat jemand aber nur einen Stein fallen lassen, so dass ein anderer dadurch getötet wurde, dann muss die Gemeinde zwischen dem, der getötet hat, und dem Bluträcher nach den Vorschriften entscheiden. Die Gemeinde ist verpflichtet, den, der getötet hat, vor dem Bluträcher zu schützen. Und sie sollen ihn in eine Zufluchtsstadt bringen. Dort soll er bleiben, bis der Hohepriester stirbt.
Passiert es aber, dass derjenige, der in eine Zufluchtsstadt geflüchtet ist, aus irgend einem Grund aus der Stadt geht, und der Bluträcher trifft ihn, und er tötet ihn, dann ist der Bluträcher ohne Schuld. Denn der Flüchtige soll seine Zuflucht in einer Zufluchtstadt suchen und dort auch bleiben. Erst wenn der Hohepriester gestorben ist, kann der Flüchtige in seine Heimat zurckkehren, ohne dass ihm etwas zustößt.
Das soll bei euch immer so gelten, das ist ein festes Gesetz.
Es kann passieren, dass jemand einen Menschen umbringt. Und zwar so umbringt, dass man es als Mord sehen muss. Dann muss der Mörder überführt werden, wenn Zeugen gesehen haben, was passierte. Dann muss der Mörder selbst getötet werden. Aber es reicht nicht aus, den Mörder zu töten, wenn nur ein einziger Zeuge sagen kann, was passiert ist.
Ihr dürft auch keinen Mörder gegen Geld freikaufen. Wenn jemand des Todes schuldig ist, weil er gemordet hat, dann muss er getötet werden. Auch dürft ihr von jemandem, der in eine Zufluchtsstätte geflüchtet ist, kein Geld annehmen, damit dieser sich wieder frei bewegen kann. Er muss in der Zufluchtsstadt bleiben, bis der Kohen Gadol gestorben ist. Erst dann kann er sich wieder frei bewegen.
Denn denkt dran: Das Land, in dem ihr seid, darf nicht entweiht werden. Und Blut, das vergossen wurde, entweiht das Land, und es kann nur gesühnt werden, wenn der getötet wird, der getötet hat. Verunreinigt also nicht das Land, in dem ihr wohnt, und in dessen Mitte ich weile. Ich, der Ewige, wohne mitten unter den Kindern Jisraels.
(36) Dann kamen einige Anführer aus dem Stamm Menasche. Sie kamen zu Mosche und sagten: Der Ewige hat angeordnet, dass alle Familien durch Los ihren Teil am Land erhalten sollen. Nun hast du, Mosche, wie der Ewige gesagt hat, angeordnet, dass die Töchter des Zelofchads den Anteil ihres Vaters erhalten, weil ihr Vater keine Söhne hatte. Aber wie wird es sein, wenn die Töchter des Zelofchads Söhne eines anderen Stammes zum Mann nehmen? Dann wird ja der Teil, der ihnen gehört, also zu unserem Stamm, einem anderen Stamm gegeben. Und auch ein Yoveljahr ändert daran nichts, weil die Töchter ja rechtmäßige Besitzerinnen des Landes waren.
Daraufhin holte sich Mosche Rat beim Ewigen, und er verkündete danach: Die Söhne Josefs haben Recht. Deshalb hat der Ewige wegen der Töchter des Zelofchads festgelegt, dass die Töchter gut und gerne den heiraten sollen, der ihnen gefällt. Allerdings sollen sie nur Männer heiraten, die aus dem Stamm ihres Vaters kommen. Denn auf keinen Fall soll das Land, das einem Stamm gehört, in einen anderen Stamm übergehen. Die Kinder Jisraels sollen an dem Land festhalten, das ihnen vom Stamm her gehört.
Und so, wie Mosche angeordnet hatte, so machten es auch Machlah, Tirza, Choglah und Milkah, die Töchter des Zelofchads, sie heirateten Männer aus dem Stamm Menasche, so dass das Land, das ihnen gehörte, auch im Stamm Menasche verblieb.
Das alles sind die Vorschriften, die der Ewige den Kindern Jisraels durch Mosche am Jarden, Jericho gegenüber, aufgetragen hatte.
copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Devarim
Num 33,1 - 36,13; Haftara: Jer 2,4-28; 3,4
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Keine Einleitung
Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.
Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.
Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.
Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.
Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.
Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.
Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.
Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.
Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.
Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.
Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.
Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.
Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.
Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.
Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.
Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.
Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.
Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.
Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.
Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.
Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.
Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.