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Junge Tora Paraschat Pinchas
14. Tammus 5771 / 16. Juli 2011

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Pinchas´ Belohnung

(25,10) Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Pinchas hat getan, was ich eigentlich tun wollte. Deshalb hat er meinen Zorn von den Jisraeliten ferngehalten und sie damit gerettet. Darum sollst du sagen: Mit einem ganz besonderen Bund mit ihm gebe ich ihm Frieden. Und dieser Bund, den ich mit ihm schließe, soll ihm und seinen Kindern und Enkeln das Priestertum für immer gesichert werden. Das soll er bekommen, weil er sich für seinen G“tt ereifert hat und damit die Kinder Jisraels wieder ins Reine mit mir gebracht hat.“

Übrigens hieß der Mann, der mit der Midianiterin nach Jisrael kam, Simri, er stammte aus dem Stamm Schimon. Und die Midianiterin, die er bei sich hatte, war Kosbi und sie entstammte einer angesehenen Familie aus Midian.

Und der Ewige sagte weiter: „Nun geht auf die Midianiter zu und führt gegen sie Krieg. Denn sie haben euch sehr bedrängt mit dem Baal Peor und wegen Kosbi, der Midianiterin.“

Wieder eine Zählung

(26) Nach diesen Ereignissen sagte der Ewige zu Mosche und zu Elasar, dem Sohn Aharons, der nun der gesalbte Priester war: „Nun ist es wieder so weit, dass ihr alle eure Leute zählen sollt. Und zwar sollt ihr alle, die zwanzig Jahre und älter sind und deshalb zum Kriegsdienst eingezogen werden können, zählen.“

Und so gingen Mosche und Elasar zum Volk und sagten ihnen, was der neueste Auftrag des Ewigen war, nämlich, dass sie alle, die zwanzig Jahre und älter waren, gezählt werden müssten.

Und so wurden zunächst alle gezählt, die zum Stamm Reuven gehörten. Und der Stamm Reuven hatte insgesamt 43.700 Mann. Dann kam der Stamm Schimon an die Reihe, und alle Gemusterten des Stammes Schimon waren insgesamt 22.200 Mann. Anschließend wurde der Stamm Gad gezählt, und dort waren es 40.500 Mann. Als nächster Stamm kam Jehuda dran: Die Gemusterten des Stammes Jehuda waren insgesamt 76.500 Mann. Issachar als nächster gezählter Stamm hatte insgesamt 64.300 Mann, Sevulun dagegen 60.500. Der Stamm Menasche zählte 52.700 Mann, der Stamm Efraim dagegen 32.500 Mann. Dann wurde der Stamm Benjamin gezählt. Und dort zählte man insgesamt 45.600 Mann. Dann kam der Stamm Dan an die Reihe, und hier zählte man 64.400 Mann. Der Stamm Ascher zählte insgesamt 53.400 Mann. Schließlich wurde noch der Stamm Naftali gemustert, und hier zählte man insgesamt 45.400 Mann.

Insgesamt kamen die Gemusterten der Kinder Israels auf 601.730 Mann.

Landverteilung

Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Die Gemusterten, die ihr gerade gezählt habt, die sollen das Land, das ich euch geben werde, erhalten, *also nicht die unter Zwanzigjährigen*. Vor allem achtet darauf, dass ihr das Land so verteilt, dass auch die großen Stämme größeres Land erhalten als kleine Stämme. Aber wer welches Land erhalten soll, das soll das Los *durch den Priester Elasar* entscheiden. Ihr sollt auch bedenken, dass die einzelnen Familien zu den Stämmen gezählt werden, zu denen sie väterlicherseits gehören.“

Zählung der Leviten

Und das sind die Familien der Leviten: Gerschom, Kehat und Merari. Und die Leviten wurden gezählt, und zwar von einem Monat und älter, alle männlichen Leviten wurden gezählt, und es waren insgesamt 23.000. Diese wurden zuvor ja nicht mitgezählt, weil sie kein Land in Jisrael erben sollten.

Das also waren alle die Gemusterten, die der Ewige nun wieder zählen ließ. Und von den Gemusterten war keiner dabei, der am Berg Sinai schon einmal gezählt worden ist. Denn der Ewige hatte doch damals gesagt, dass keiner von denen das Land betreten würde, weil sie in der Wüste sterben müssen.

Die Töchter Zelofchads

(27) Dann kamen Machlah, Noah, Chogah, Milkah und Tirza, die Töchter des Zelofchads, einer Familie aus dem Stamm Menasche, zu Mosche und Elasar und sagten: Unser Vater ist schon in der Wüste gestorben. Nicht weil er zu den Aufrührern um Qorach gehörte, sondern weil er selbst nicht recht gehandelt hat. Und unser Vater hatte keinen Sohn. Warum soll jetzt sein Name verschwinden und ihm kein Teil des Landes gehören, nur weil er keinen Sohn hat? Deshalb sollt ihr einen Teil des Landes uns geben!“

Als Mosche das hörte, wusste er nicht, wie er mit diesem Fall umgehen sollte, deshalb ging er zum Ewigen, um zu sehen, was der Ewige hierzu sagen würde. Und der Ewige sagte zu Mosche: „Die Töchter des Zelofchad haben recht gesprochen. Gib ihnen einen Teil des Landes, damit das Erbe ihres Vaters auf sie übergehen kann. Und das ist die allgemeine Regel: hat jemand, der gestorben ist, keinen Sohn hinterlassen, so soll sein Erbe auf die Tochter übergehen. Hat er weder Sohn noch Tochter hinterlassen, so soll sein Teil unter seinen Brüdern aufgeteilt werden... Das soll bei den Kindern Jisraels immer als Recht gelten.“

Jehoschua wird eingesetzt

Danach sagte der Ewige zu Mosche: „Nun sollst du noch auf das Avarimgebirge hochsteigen. Dort hast du einen sehr guten Ausblick auf das ganze Land, das ich den Kindern Jisraels geben werde. Schau es dir ruhig an. Aber du weißt: Wenn du es gesehen haben wirst, dann wirst du selbst sterben müssen, so wie dein Bruder Aharon schon vor dir gestorben ist. Die Strafe von damals, als ihr am Felsen meine Heiligkeit nicht dem Volk gezeigt habt, *die ist nicht aufgehoben, sie gilt nach wie vor*.

Daraufhin sagte Mosche zum Ewigen: „Nun denn. Dann soll aber ein Mann über die ganze Gemeinde gefunden werden, der sie führt. Damit die Kinder Jisraels nicht wie eine wilde Horde herumirren.“ Da sagte der Ewige: „Dann nimm dir Jehoschua. Der hat Geist. Setze ihn neben dich, damit ihn *alle zu respektieren lernen*. Führe ihn auch schon bei Elasar, dem Priester ein, gib vor der ganzen Gemeinde deine Anweisungen an ihn, damit die Kinder Jisraels lernen, auch auf ihn zu hören. Denn später müssen die Kinder Jisraels auf seine Anweisungen in den Krieg ziehen oder sich wieder zurückziehen.“

Und wie der Ewige gesagt hatte, so machte es Mosche auch. Mosche nahm Jehoschua und stellte ihn vor den Priester Elasar und dann auch vor die ganze Gemeinde. Er stemmte seine Hände auf ihn (zum Zeichen, dass Jehoschua nun ein wichtiges Amt übertragen bekommt) und gab ihm schon die ersten Anweisungen.

Die Festopfer

(28) Dann gab der Ewige Anweisungen zu den Opfern, die an den Festtagen gebracht werden mussten:

„Sag den Kindern Jisraels, dass sie sehr genau darauf achten sollen, das tägliche Opfer mir zum lieblichen Duft zu bringen. Und zwar sollen sie zwei Schafe bringen, die nicht älter als ein Jahr sind. Und irgendwelche Leibesfehler dürfen sie auch nicht haben. Das eine Schaf sollst du am Morgen bringen, das andere am Abend. Zu beiden Schafen gehören dann auch noch jeweils eine Mincha (Speiseopfer) und ein Gussopfer.

Am Schabbat sollst du auch noch zwei Schafe bringen. Wiederum nicht älter als ein Jahr und wiederum ohne Fehler. Auch dazu gehört eine Mincha und ein Gussopfer.

An Rosch Chodesch (Neumond) dagegen sollt ihr zwei junge Stiere, einen Widder und sieben junge Schafe, die nicht älter als ein Jahr sind, bringen. Auch hier gehören entsprechende Speise- und Gussopfer dazu. Aber außer diesen Opfern sollt ihr an Rosch Chodesch auch noch ein Reinigungsopfer bringen. Dazu braucht ihr einen Ziegenbock.

Am 14. des ersten Monats beginnt Pessach. Deshalb sollt ihr am 15. ein Fest feiern. Ihr sollt sieben Tage lang ungesäuerte Brote essen. Aber am ersten Tag sollt ihr eine Versammlung haben, ihr sollt keinerlei Arbeit nachgehen. Und ihr sollt mir als Opfer zwei junge Stiere, einen Widder und sieben Schafe bringen, die noch kein Jahr alt sind. Auch diese Opfer sollst du mit der entsprechenden Mincha und mit dem entsprechenden Gussopfer bringen. Aber auch für Pessach sollst du noch zusätzlich eine Chattat, ein Reinigungsopfer, bringen. Hierzu benötigt du einen Bock; der wird dich wieder ins Reine bringen. Und das bringt ihr sieben Tage lang, solange Pessach ist. Und am siebten Tag ist wieder ein Tag der Versammlung, an dem ihr nicht arbeiten dürft.

Und auch am Tag der Erstlinge, an Schavuot, sollt ihr eine Versammlung abhalten und keiner Arbeit nachgehen. Dann sollt ihr mir zwei junge Stiere, einen Widder und sieben Schafe, die jünger als ein Jahr alt und ohne Fehler sind, bringen. Dazu noch die Mincha und die entsprechenden Gussopfer. Aber auch hier braucht ihr einen Ziegenbock, den ihr mir als Chattat, als Reinigungsopfer, bringt, damit ihr wieder ins Reine kommt.

(29) Am Ersten des siebten Monats sollt ihr wiederum eine Versammlung abhalten und keiner Arbeit nachgehen. Denn das ist der Tag des Lärmens (Rosch ha-Schana). An diesem Tag sollt ihr dem Ewigen einen jungen Stier, einen Widder und sieben Schafe bringen, die noch kein Jahr alt und ohne Fehler sind. Auch dazu gehören die entsprechenden Speiseopfer. Aber auch hier müsst ihr noch ein Reinigungsopfer bringen. Dazu braucht ihr einen Ziegenbock, der wird euch wieder ins Reine bringen. Für diesen Tag ist aber auch noch das tägliche Opfer und das Rosch Chodesch Opfer fällig. Die kommen zu diesen Opfern noch dazu. Dies alles soll ein Feueropfer sein zum lieblichen Duft für den Ewigen.

Der Zehnte dieses Monats soll auch wieder ein besonderer Festtag sein. Auch hier sollt ihr eine Versammlung abhalten. Diesmal sollt ihr aber noch fasten und keiner Arbeit nachgehen. Als Opfer sollt ihr dieses Mal einen jungen Stier, einen Widder und sieben Schafe bringen, die noch kein Jahr alt und ohne Fehler sind. Auch zu diesen Opfern gehören die entsprechenden Speiseopfer. Dann sollt ihr noch einen Ziegenbock nehmen und ihn als Reinigungsopfer bringen. Dieses Reinigungsopfer ist ein zusätzliches Opfer, denn für diesen Tag braucht ihr ohnehin ein Reinigungsopfer für die Versöhnung.

Am Fünfzehnten dieses Monats sollt ihr wieder eine Versammlung abhalten und nichts arbeiten. Sieben Tage sollt ihr feiern. Als Opfer sollt ihr bringen: 13 junge Stiere, zwei Widder und vierzehn Schafe, die noch kein Jahr alt und ohne Fehler sind. Auch dazu gehören die Speiseopfer und ein Ziegenbock für das Reinigungsopfer. Dazu die Speise- und Gussopfer. Das war für den ersten Tag dieses Festes. Für den zweiten Tag braucht ihr: zwölf junge Stiere, zwei Widder und vierzehn Schafe, die noch kein Jahr alt und ohne Fehler sind. Am dritten Tag sind es dann elf junge Stiere, zwei Widder und vierzehn Schafe und so immerfort bis zum letzten Tag, wo ihr sieben junge Stiere, zwei Widder und vierzehn Schafe, die noch kein Jahr alt und ohne Fehler sind, braucht. Dazu gehören jeweils die Speise- und Gussopfer sowie jeweils ein Ziegenbock als Reinigungsopfer, damit ihr ins Reine gebracht werden könnt für den Ewigen.

Am achten Tag dieses Festes sollt ihr wieder eine Versammlung haben und nichts arbeiten. Dann bringt ihr als Opfer einen Stier, einen Widder und sieben Schafe, die noch kein Jahr alt und ohne Fehler sind.

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Fortsetzung: Paraschat Mattot

Devarim
Waetchanan
Eqev
Reeh
Schoftim
Ki Teze
Ki Tavo
Nizavim
Wajelech
Haasinu
Sot ha-Bracha

Paraschat Pinchas

Num 25,10 - 30,1; Haftara: 1Kön 18,46 - 19,21

Pinchas´ Belohnung Wieder eine Zählung Landverteilung Zählung der Leviim Töchter Zelofchads Einsetzung Jehoschuas Festopfer
Einleitung
Fragen
Blog

Einleitung

Keine Einleitung

Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.

Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.

Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.

Fragen zur Parascha

A) Einfachere Fragen zur Parascha


Was hatte Pinchas getan?

Wer wurde gezählt?

Wer wird Nachfolger von Mosche

Weshalb führte Mosche nicht selbst die Jisraeliten in das Land?

Welche Feste werden in dieser Parascha behandelt?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Weshalb muss Pinchas in einem Bund eigens Frieden gegeben werden?

Welche Paraschijot werden noch nach den Namen von Menschen benannt? Fällt dir dabei etwas auf?

Überlege dir, weshalb die Geschichte von Pinchas auf zwei Paraschijot aufgeteilt worden ist!

Weshalb könnte es wichtig sein, dass das Land von jemanden an nahe Verwandte geht, wenn er selbst keine Söhne hat?

Wo wird der Festopferkalender heute im Synagogeng“ttesdienst berücksichtigt oder gar gelesen?

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.

Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.

Raschis Kommentar

Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.

Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.

Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".

Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen

Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.

Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.

Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.

Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.

Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.

Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.

Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.

Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.

Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.

Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.

Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.

Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.

Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.

Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.

Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.

Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.

Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.

Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.