Bereschit
Noach
Lech Lecha
Wajera
Chajje Sara
Toledot
Wajeze
Wajischlach
Wajeschev
Miqez
Wajigasch
Wajechi
Home
Bereschit
Schemot
Wajiqra
Bemidbar
Devarim
Schemot
Waera
Bo
Beschalach
Jitro
Mischpatim
Teruma
Tezawe
Ki Tissa
Wajaqhel
Pequde
Wajiqra
Zaw
Schemini
Tasria
Mezora
Achare Mot
Qedoschim
Emor
Behar Sinai
Bechuqotai
Bemidbar
Naso
Behaalotcha
Schelach Lecha
Qorach
Chuqqat
Balaq
Pinchas
Mattot
Mase
Junge Tora Paraschat Balaq
7. Tammus 5771 / 9. Juli 2011

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Balaq ruft Bilam

(22) So zogen die Kinder Jisraels weiter durch die Wüste. Und als sie in die Ebene von Moav kamen, da ließen sie sich nieder, um sich wieder einmal auszuruhen. Mittlerweile waren sie schon in der Nähe des Jordan, gegenüber von Jericho.

Balaq, der König von Moav, beobachtete schon lange, was Jisrael gegenüber den Emoritern getan hatte. Deshalb fürchtete er sich etwas vor den Jisraeliten, denn das Volk Jisrael kam zahlreich daher. Da sagte sich Balaq: Jetzt kommt dieser Haufe daher und wird die ganze Umgebung abfressen, wie ein Ochse das Grün des Feldes abfrisst.

Und weil Balaq sich vor dem Volk Jisrael fürchtete, schickte er *in seine alte Heimat* zu Bilam, der in der Nähe des Eufrat lebte, und ließ ihm ausrichten: „Da ist ein Volk bei uns in der Nähe. Es ist von Ägypten heraufgewandert, und nun hat es sich bei mir ganz in der Nähe niedergelassen *und droht mich zu überrennen*. Es ist sehr zahlreich, das Volk, und stark ist es, das Volk. Deshalb sollst du zu uns kommen. Komm her, und sprich einen grässlichen Fluch über dieses Volk aus. Mir allein ist es zu stark, dieses Volk. Aber wenn du zuerst einen Fluch über dieses Volk aussprichst, dann kann ich es vielleicht schlagen und aus dem Land treiben, wo ich es nicht sehen will. Ich habe von dir nämlich Großes und nur das Beste gehört, es heißt, wen du segnest, der ist gesegnet, und wem du fluchst, der ist verflucht. Das wäre doch schön, wenn du das für mich auch so einrichten könntest.“

Und so zogen Boten von Balaq fort zu Bilam. Im Gepäck hatten sie natürlich reichlich Wahrsagerlohn, um Bilam nicht nur mit schönen Worten, sondern auch mit harter Münze zu überzeugen. Und als sie bei Bilam angekommen waren, da richteten sie ihm alle die Worte aus, die Balaq ihnen aufgetragen hatte.

Bilam antwortete: „Ihr könnt über Nacht bei mir bleiben. Ich möchte erst erforschen, was der Ewige zu eurem Ansinnen sagen wird.“

So ließen sich die Boten bei Bilam nieder und blieben über Nacht.

In der Nacht kam aber G“tt zu Bilam und fragte ihn: „Nu, Bilam, wer sind diese Männer bei dir?“

Da antwortete Bilam: „Diese Männer sind Boten, sie kommen von Balaq, dem König Moavs. Er hat mich gebeten, dass ich zu ihm kommen soll und ein Volk verfluchen, das ihn mächtig bedrängt. Wenn ich es ihm verfluche, so hofft er, kann er besser gegen dieses Volk, das wohl sehr stark ist, kämpfen und es *vernichten*.“

Da erwiderte G“tt: „Nein, tu das nicht. Geh nicht mit den Männern. Du darfst dieses Volk nicht verfluchen, denn dieses Volk ist gesegnet.“

Am anderen Morgen stand Bilam auf und trat zu den Boten hin, die auch schon aufgewacht waren, und sagte ihnen: „Kehrt wieder zurück. Der Ewige hat es nicht zugelassen, dass ich mit euch gehe.“

Und so zogen die Boten von Balaq unverrichteter Dinge wieder ab und kehrten zurück nach Moav. Als sie bei Balaq angekommen waren, sagten sie ihrem König: „Bilam weigerte sich, mit uns zu kommen.“

Aber Balaq ließ nicht locker. Wieder schickte er Boten, diesmal sehr vornehme und viele Fürsten, wieder mit Worten für Bilam.

Und auch diese Boten kamen nach langer Reise bei Bilam an. Und sie richteten ihm die Worte Balaqs aus: „Oh edler Bilam. Lass dich nicht abhalten, zu mir zu kommen. Ich werde dir große Ehre erweisen, alle deine Wünsche werde ich dir erfüllen. Du sollst es sehr fürstlich bei mir haben, ich tu dir alles, was du begehrst, aber komm mit und verfluche mir dieses Volk.“

Aber Bilam antwortete den Boten: „Auch wenn euer König mir sein ganzes Haus, alles Silber und alles Gold der Welt verspricht, so kann ich doch nicht den Befehl des Ewigen missachten. Aber so sei es denn: Bleibt über Nacht bei mir. Ich werde auch in dieser Nacht den Ewigen fragen, was er zu dem allen sagt.“

Und wieder kam G“tt in der Nacht zu Bilam und sagte ihm: „Nu, Bilam, wenn die Männer gekommen sind, um dich zu Balaq einzuladen, dann mach dich auf und geh mit ihnen. Aber merk dir eines: Nur das, was ich dir sagen werde, darfst du tun.“

Und so stand Bilam am anderen Morgen auf und vermeldete den Boten, dass er mitkommen würde.

Bilams Eselin

Und am Morgen stand Bilam also auf und sattelte seine Eselin und zog mit den Boten Balaqs mit.

Und wie Bilam so mit den Boten Balaqs dreinritt, da geriet der Ewige mächtig in Zorn, und ein Engel des Ewigen stellte sich der Eselin in die Quere. Und Bilam ritt auf seiner Eselin so dahin, zwei Diener begleiteten ihn, und als die Eselin den Engel sah, und wie der Engel so dastand mit gezücktem Schwert, da wich die Eselin vom Weg ab und trabte übers Feld. Bilam war darüber wütend und schlug die Eselin, damit sie wieder zurückkehren sollte auf den Weg. Aber wieder trat der Engel des Ewigen dem Esel in den Weg, diesmal an einem Weinberg, wo rechts und links eine Mauer stand. Und wieder sah die Eselin den Engel und wich aus. Diesmal drängte sie sich so an der Mauer vorbei, dass der Fuß von Bilam eingeklemmt wurde. Deshalb schlug Bilam die Eselin erneut. Und wieder stellte sich der Engel des Ewigen in den Weg. Doch dieses Mal war der Weg so eng, dass die Eselin nicht mehr ausweichen konnte. Und als die Eselin den Engel des Ewigen sah, legte sie sich unter Bilam nieder. Da wurde Bilam sehr zornig und wütend und schlug die Eselin mit einem Stock.

Erst jetzt öffnete der Ewige der Eselin den Mund, dass sie sprechen konnte. Und die Eselin sagte zu Bilam: „Was habe ich dir denn getan, dass du mich schon zum dritten Mal schlägst?“ Aber Bilam schrie zurück: „Du treibst deinen Spott mit mir. Hätte ich ein Schwert in der Hand, hätte ich dich längst getötet.“ Doch die Eselin entgegnete ruhig: „Bin ich nicht deine Eselin, auf der du reitest, seit du denken kannst? Habe ich jemals so etwas getan?“ Und Bilam antwortete: „Nein, hast du nicht.“

Und da öffnete der Ewige auch Bilam die Augen, so dass auch Bilam den Engel des Ewigen auf dem Weg sehen konnte. Und der Engel hatte ein Schwert in der Hand.

Da verneigte sich Bilam tief und warf sich auf den Boden. Der Engel sagte zu ihm: „Warum hast du deine Eselin dreimal geschlagen? Ich bin es doch, der dein Hindernis ist. Ich habe mich dir in den Weg gestellt, weil den Weg, den du gehst, der falsche ist. Deine Eselin hat mich gesehen. Dreimal ist sie mir ausgewichen. Wäre sie mir nicht ausgewichen, so wärst du mir geradenwegs in das Schwert gelaufen und du wärst jetzt tot.“

Da sah Bilam, dass er einiges falsch gemacht hatte und sagte zum Engel: „Ja, ich habe nicht recht getan. Ich war blind und habe nichts gesehen. Nun, wenn du möchtest, so kehre ich sofort zurück.“

Da antwortete der Engel: „Nein, jetzt bist du schon auf dem Weg. Geh mit den Männern mit. Aber nochmals: Nur das, was ich dir sage, sollst und darfst du tun. Nicht mehr!

Und so ging Bilam mit zu Balaq.

Bilam bei Balaq

Als nun Balaq erfuhr, dass Bilam tatsächlich zu ihm kommen wollte, machte er sich auf den Weg und kam Bilam bis an die Grenze seines Landes entgegen.

Als Balaq und Bilam sich einander begrüßt hatten, fragte Balaq, weshalb sich Bilam denn zuerst so angestellt habe und nicht mitkommen wollte. Da wich Bilam aus und sagte nur, dass er ja nun da sei und er werde alles sagen, was ihm G“tt zuvor zu sagen aufgetragen hatte.

Und so machten sich Balaq und Bilam auf den Weg. Sie kamen bis nach Kirjath-Chuzot. Dort bereitete Balaq ein großes Festessen vor und ließ dafür Rinder und Schafe schlachten. Erst danach gingen sie weiter und kamen in das Gebiet Moavs, wo Balaq Bilam auf seine Götzenhöhen führte.

(23) Dort sagte Bilam zu Balaq: „Hier sollst du mir sieben Altäre aufbauen. Dann brauche ich auch noch sieben Stiere und sieben Widder.“

Und Balaq gab Anweisungen, dass alles, was Bilam verlangt hatte, auch geschah. Die sieben Altäre wurden gebaut und auch die Tiere wurden gebracht. So konnte Bilam auf jedem Altar einen Stier und einen Widder opfern.

Dann sagte Bilam zu Balaq: „Bleib bei deinem Opfer dort stehen. Ich will mal sehen, ob mir der Ewige schon etwas zu sagen hat. Wenn mir der Ewige etwas sagt, so will ich alles ganz genauso dir weitergeben, wie ich es vom Ewigen gehört habe.“

Und Bilam ging auf einen kahlen Hügel. Und tatsächlich: G“tt sprach zu Bilam. Da sagte Bilam zu G“tt: „Schau, ich habe *die* sieben Altäre gebaut und auf jedem Altar einen Stier und einen Widder geopfert.“ Daraufhin legte G“tt allerlei Worte in Bilams Mund und sagte ihm: „Nur zu, geh zurück zu Balaq, und sage ihm genau das, was ich dir soeben gesagt habe.“

Und so machte es Bilam auch. Er ging zurück zu Balaq. Und Balaq und all seine Fürsten standen noch bei den Opfern und warteten auf Bilam.

Bilams Spruch

Und so redete Bilam und sagte seinen Spruch, den er zu sagen hatte:

„Von weit her führte mich Balaq hierher,
der König von Moav von den östlichen Bergen,
komm, verfluche mir Jaaqov,
komm, verwünsche mir Jisrael,
sagte er.
Doch wie soll ich verfluchen,
wenn G“tt nicht verflucht,
verwünschen,
wenn G“tt nicht verwünscht?
Ich sehe es, ja, ich sehe es,
von den Gipfeln der Berge,
von den Höhen herab,
ein Volk abgesondert,
sitzt allein und will mit den andern nicht mittun.
Jaaqov ist zahlreich wie Staub
und du willst es zählen?
über und über die Zahl Jisraels.
Ach könnte ich sterben den Tod des Gerechten,
wäre im Tod ihm gleich.

Als Balaq das hörte, schrie er auf: „Was hast du da getan? Ich habe dich geholt, dass du meine Feinde verfluchst. Und was tust du? Du segnest sie!“

Bilam antwortete darauf: „Nun, ich musste sagen, was der Ewige mir eingab.“

Darauf sagte Balaq: „Nun gut. Komm mal mit, ich zeige dir einen anderen Ort. Dann kannst du die Jisraeliten besser sehen, vielleicht hilft es ja dann. Und wenn du sie siehst, dann verfluche sie von dort aus, von diesem neuen Ort. Der neue Ort ist bestimmt besser.“

Und so führte Balaq den Bilam zu einem neuen Ort, der sinnigerweise Zofim (Späher) hieß. Auch hier ließ Bilam wieder sieben Altäre aufbauen und opferte auf jedem Altar einen Stier und einen Widder. Dann sagte er zu Balaq: „Bleib nun hier. Ich will gehen und sehen, ob mir der Ewige etwas zu sagen hat.“

Und so ging Bilam fort. Und tatsächlich sprach der Ewige wieder mit ihm. Und der Ewige legte wieder Worte in den Mund Bilams. Dann sagte er: „Nun geh zurück zu Balaq und sag alle die Worte, die ich dir soeben gesagt habe.“

Und Bilam kehrte zurück. Und Balaq und seine Fürsten standen noch immer bei den Opfern und warteten auf Bilam. Sofort fragte Balaq, was denn der Ewige gesprochen habe.

Der zweite Spruch des Bilam

Da begann Bilam mit seinem zweiten Spruch über Jisrael:

„Erhebe dich, Balaq, und höre zu, Zippors Sohn,
höre mein Wort,
G“tt ist kein Mensch, dass er lügt,
und kein Menschenkind, dass er sichs überlegt.
Sollte G“tt etwas verkünden und es nicht erfüllen?
So hieß er mich segnen.
Hat er gesegnet, sag ich nichts anderes.
Nein, kein Unheil sehe ich in Jaaqovs Stamm,
kein Leid erleidet Jisrael.
Jisraels G“tt, der Ewige, ist bei ihnen,
ihr G“tt, der sie aus Ägypten geführt hat,
Es ist nicht Zauber,
nicht Hexerei,
nur rechte Zeit, wo Jisrael Hilfe kommt.
Dieses Volk ist einer Löwin gleich,
es ruht nicht, bis es seine Beute hat.

Und wieder schrie Balaq auf: „Von mir aus musst du das Volk nicht verfluchen. Aber segne es wenigstens auch nicht. Lass das!“

Aber Bilam antwortete: „Ich habe es dir schon gesagt: Alles, was der Ewige mir sagt, das muss ich tun!“

Und Balaq sagte zu Bilam: „In Ordnung. Versuchen wir es noch einmal an einem anderen Ort. Vielleicht hätte G“tt ja lieber einen anderen Ort, von wo aus du ordentlich verfluchen kannst. Komm mit!“ Und so brachte Balaq den Bilam auf eine andere Anhöhe, die Peor hieß. Und wieder verlangte Bilam, dass ihm sieben Altäre gebaut werden. Und Balaq veranlasste alles, damit die Altäre gebaut werden konnten und stellte auch sieben Stiere und sieben Widder bereit. Und Bilam opferte auf jedem Altar einen Stier und einen Widder.

(24) Nun sah Bilam, dass es in den Augen des Ewigen gut war, dass er Jisrael segnete. Deshalb setzte er dieses Mal nicht mehr auf Zauberei, um Worte des Ewigen zu hören. Vielmehr wandte er sich zur Wüste, wo die Jisraeliten lagerten.

Bilams dritter Spruch

Und er schaute hinunter über das Lager, und dort sah er die Jisraeliten nach ihren Stämmen lagern. Und da geschah es, dass dieses Mal der Geist G“ttes auf ihn kam, und sogleich fing Bilam zu reden an:

„Hört nun her, hört Bilams Spruch,
hört den Spruch dessen, der die Augen verschlossen hat,
hört den, der G“ttes Wort hört,
hört den, der mit geöffneten Augen sieht:
Wie schön sind deine Zelte, Jaaqov,
wie schön deine Stätten, Jisrael,
wie ausgebreitete Täler,
wie grünende Gärten am Fluss,
wie Eichen, vom Ewigen gepflanzt,
wie Zedern am Wasser.
Von der Schöpfkelle rinnt das Wasser,
Wasser im Überfluss hat seine Saat.

Und mächtiger ist sein König als Agag,
sein Königtum ist stark und erhaben.
Denn G“tt hat es aus Ägypten geführt,
Hörner wie Stiere hat es.
Es frisst Völker,
zermalmt Knochen,
schmettert nieder.
Es streckt sich hin,
es reckt sich auf,
wie ein Löwe, einer Löwin gleich.

Wer dich segnet, der ist gesegnet,
wer dir flucht, der ist verflucht.“

Als das Balaq hörte, geriet er in Zorn und schrie auf: „Ich habe dich rufen lassen, damit du mir meine Feinde verfluchst. Und nun hast du sie schon dreimal gesegnet. Nun denn, wenn du nur zum Segnen aufgelegt bist, dann kannst du ja auch gehen. Ich hätte dir gerne einiges geboten, aber so? Tut mir leid, kannst gehen.“

Darauf antwortete Bilam dem Balaq: „Ich habe schon deinen Boten gesagt, dass ich nur das sagen kann, was ich vom Ewigen höre, und fülltest du alle meine Taschen mit Gold und Silber und machtest mich zu einem reichen Mann. Ich gehe jetzt zurück in meine Heimat, denn ich sehe, dass ich hier nicht wohlgelitten bin. Aber eines möchte ich dir noch sagen, damit du weißt, was dir durch dieses Volk, das du verfluchen lassen möchtest, dir noch alles antun wird:

Hört Bilams Spruch,
dessen, der geschlossene Augen hat.
So spricht der, der das göttliche Wort gehört hat,
der vom Höchsten G“tt weiß,
der mit geöffneten Augen sieht:
Ich sehe ihn,
nicht jetzt,
ich schaue ihn,
nicht nah bei.
Ein Stern tritt hervor
In Jaaqovs Stamm.
Sieht wie ein König aus.
Und ja:
Er zerschmettert die Grenzen Moavs
Und reißt die Bewohner nieder.
Jisrael ist mächtig,
Jaaqov herrscht über alle.“
Und noch einmal sagte Bilam:
„Wehe, wer kann da noch leben,
wenn G“tt solches tut.“

Dann machte sich Bilam auf und ging in seine Heimat zurück. Und auch Balaq ging nach Hause.

Jisrael in Pegor

(25) Als Jisrael in Schittim lagerte, verhielt es sich nicht sehr schön. Die Jisraeliten ließen sich mit den umliegenden Völkern ein. Einige gingen sogar zu Fremden nach Hause. Dort wurden sie eingeladen, bei den Opfermahlzeiten teilzunehmen. Und sie nahmen daran teil. Und so aßen die Jisraeliten nicht nur, was ihnen verboten war, sie warfen sich, wie die Gastgeber auch, vor den fremden Göttern nieder. Und so machte sich Jisrael mit dem Baal-Peor vertraut.

Als der Ewige das sah, wurde er sehr zornig *und schickte eine Seuche unters Volk*. Zu Mosche sagte er aber: „Geh zu den Fürsten der Stämme und verlange von ihnen, dass sie alle die, die sich bei Baal-Peor herumgetrieben haben und mit den Fremden gegessen und sich vor fremden Göttern nierdergeworfen haben, ausfindig machen sollen. Alle, die schuldig sind, sollen erhängt werden. Vielleicht lasse ich dann von meinem Zorn.“

Da ging Mosche zu den Richtern und sagte ihnen: „Jeder von euch suche die heraus, die schuldig sind.

Pinchas´ Tat

Aber wie Mosche gerade beim Zelt war und die Lage der Jisraeliten beweinte, ereignete sich folgendes:

Ein Mann von den Kindern Jisraels kam gerade von den fremden Völkern zurück. Er hatte bei sich eine Midianiterin, die er zu seiner Familie bringen wollte. Nun sah das Pinchas, der Enkel Aharons und der Sohn Elasars. Schnell machte er sich auf, ein Speer in der Hand, und ging dem Jisraeliten und der Midianiterin hinterher und ging in das Zelt, in dem die beiden verschwunden waren. Sogleich erhob er den Speer und durchbohrte beide.

Und sogleich nach dieser Tat hörte die Seuche, die ausgebrochen war, auf zu wüten. Aber immerhin starben an der Seuche noch 240.00 Menschen.

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Fortsetzung: Paraschat Pinchas

Devarim
Waetchanan
Eqev
Reeh
Schoftim
Ki Teze
Ki Tavo
Nizavim
Wajelech
Haasinu
Sot ha-Bracha

Paraschat Balaq

Num 22,2 - 25,9; Haftara: Mi 5,6 - 6,8

Balaq ruft Bilam Bilams Eselin Bilam bei Balaq Bilams 1. Spruch Bilams 2. Spruch Bilams 3. Spruch Jisrael in Pegor Pinchas´ Tat
Einleitung
Fragen
Blog

Einleitung

In dieser Parascha steht vor allem die Geschichte von Bil´am und seiner Eselin im Zentrum, eine Geschichte, die religiöse Menschen immer wieder als anstößig empfinden, geht es doch darum, dass G“tt an Bil´am zwei Befehle erlässt, die sich aber selbst widersprechen: Er soll nicht zu Balaq gehen - er soll zu Balaq gehen. Aber bereits die Ausleger lenken den Blick weg von G“tt und hin auf Bil´am und weisen darauf hin, dass es eigentlich Bil´ams Problem ist, dass er zum zweiten Mal den Rat G“ttes einholt, als könnte sich der Rat G“ttes ändern. Deshalb erkennen die Ausleger hier die Sünde Bil´ams, dass er überhaupt ein zweites Mal nach dem Rat G“ttes fragt. Das könnte man aber noch weiterführen: Wer seine eigene Autonomie aufgibt und meint, er könne nur nach G“ttes Ratschlägen schielen, der kommt in massive Schwierigkeiten und verheddert sich sehr schnell in den Wirrungen der Realität. Das bedeutete, dass die Forderung, nach G“ttes Ratschlägen zu leben, nicht die Autonomie des Menschen aufgeben darf.

Wie ist dann aber die religiöse Wirklichkeit der Jisraeliten zu verstehen? Schließlich werden in dieser Parascha die Verfehlungen der Jisraeliten bezüglich des Baal Peor geschildert, wie sie sich also nicht nach den Geboten G“ttes richten und deshalb sofort bestraft werden. Aber das Nach-den-Geboten-leben ist kein abstraktes Handeln nach bestimmten Gesetzen, sondern hat mit der Realität dieses Volkes zu tun: In der vorangehenden Paraschat Chukkat wird erzählt, wie die Völker gegen die Eindringlinge aufbegehren, sie entweder nicht durch ihr Land ziehen lassen wollen oder sie gleich bekämpfen. Da ersheint es doch als realitätsfern, wenn sich kurz darauf die Jisraeliten mit den fremden Völkern abgeben und bei deren religiösen Veranstaltungen teilnehmen. Vielmehr gehört zur Realität der Jisraeliten, dass sie gerade durch die sehr strenge Führung Mosches durch die Wüste einigermaßen heil gekommen sind, dass sie nur deshalb ein gemeinsames Volk sind, weil sie die Erfahrung des Auszugs aus Ägpypten haben und auf der Grundlage eines gemeinsamen Gesetzes basieren. Nach den Geboten G“ttes zu leben erscheint danach also nicht als eine fremdbestimmte Forderung, sondern als die Konsequenz dessen, was die eigene Realität einfordert. Deshalb kann man auch sagen: Gebote G“ttes werden nicht einfach nur deshalb eingehalten, weil sie von G“tt stammen (das ist die verkürzte Ansicht von Bil´am: ohne meine eigene Realität schiele ich laufend nach G“tt), sondern weil das eigene Dasein ohne diese Gebote ein anderes wäre.

Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.

Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.

Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.

Fragen zur Parascha

A) Allgemeine Fragen zur Parascha

Weshalb holt Balaq den Seher Bilam zu sich?

Was hat die Eselin gesehen, was Bilam nicht sehen konnte?

Wie oft segnete Bilam das Volk Jisrael?

War Balaq damit einverstanden, dass Bilam die Jisraeliten segnete?

Was machten die Jisraeliten in Pegor

War der Ewige damit einverstanden

Was tat er mit den Jisraeliten?

Wer war Pinchas? Was machte er?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Weshalb ist Bilam, nachdem zum zweiten Mal Boten zu ihm gekommen waren, dann doch zu Balaq gegangen?

Wenn du die Geschichte vom Seher Bilam liest, was würdest du sagen, was Bilam für ein Mensch war? War er ein Halunke, war er g“ttesfürchtig, war er nur geldgierig, wollte er den Jisraeliten etwas Gutes tun, oder war er noch etwas ganz anderes?
Weshalb wird die Geschichte von der Verfehlung der Jisraeliten in Pegor direkt nach der Geschichte von Balaq und Bilam erzählt?

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.

Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.

Raschis Kommentar

Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.

Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.

Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".

Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen

Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.

Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.

Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.

Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.

Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.

Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.

Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.

Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.

Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.

Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.

Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.

Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.

Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.

Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.

Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.

Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.

Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.

Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.