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Bereschit
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Schemot
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Wajiqra
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Bemidbar
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Devarim
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copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(16) Und dann geschah es einmal, dass Qorach, ein Levite, und Datan und Aviram, Nachkommen Reuvens, gegen Mosche auftraten. Sie hatten außerdem noch 250 Männer um sich versammelt, und alle traten nun gegen Mosche auf und warfen ihm vor:
„Was soll das, dass du dich hier aufspielst und den Boss mimst? Wir alle, die ganze Gemeinde, ist heilig, und nicht nur ihr; *wir haben alle am Sinai die Worte des Ewigen gehört*. Weshalb bläht ihr euch also so auf und erhebt euch über uns?“
Als Mosche das hörte, warf er sich auf sein Gesicht. Erst nach einer Weile antwortete er der aufgebrachten Menge:
„Morgen früh wird uns der Ewige bekannt geben, wer von uns heilig ist und wen er für sich auserwählt hat, *den Dienst der Leviim zu tun*. Geht nun, und kommt morgen früh mit euren Pfannen. Dann legt dort Räucherwerk hinein und zündet es an. Und wen der Ewige erwählen wird, der soll dann als heilig gelten. Aber bedenkt: Ihr wollt zuviel, ihr Söhne Levis.“
Und dann sagte Mosche weiter: „Hört zu, ihr Söhne Levis. Ist es euch denn zu wenig, dass euch der G“tt Jisraels schon ausgesondert hat und euch zu sich hintreten lässt? Nun wollt ihr auch noch das Priesteramt innehaben? Du und deine ganze Meute, ihr rottet euch gegen den Ewigen zusammen, das geht nicht gut, hat es denn Aharon verdient, dass ihr nun gegen ihn mault?“
Und dann schickte Mosche hin und ließ Dathan und Aviram rufen. Aber die beiden antworteten nur: „Ist es nicht schon genug, dass du uns aus einem Land herausgebracht hast, das von Milch und Honig nur so fließt, damit wir nun in der Wüste sterben können? Musst du dich jetzt auch noch als Herrscher über uns aufspielen? Wir kommen nicht!“
Mosche war über diese Antwort sehr traurig und er sagte zum Ewigen: „Nimm ihre Opfergabe nicht an. Ich habe ihnen nichts zuleide getan.“
Dann wandte sich Mosche wieder Qorach zu und sagte ihm: „Nun also: Erscheine morgen früh mit deinem Anhang vor dem Ewigen. Auch Aharon wird da sein. Und ihr werdet alle eure Pfannen dabei haben.“
Und dann kamen sie alle zum Zelt, jeder hatte seine Pfanne dabei, auch Aharon. Und dann nahmen sie alle ihre Pfannen, taten Feuer hinein und legten von den gut riechenden Räucherwerken obenauf. So stellten sie sich alle an den Eingang des Zeltes, auch Mosche und Aharon. Da rief Qorach die ganze Gemeinde gegen sie zusammen.
Da erschien die Herrlichkeit des Ewigen *in einer Wolkensäule* vor der ganzen Gemeinde, so dass die ganze Gemeinde die Herrlichkeit sehen konnte. Und der Ewige sagte zu Mosche und Aharon:
„Geht weg von dieser Gemeinde, schnell, denn ich will sie augenblicklich auslöschen!“
Aber die beiden fielen auf den Boden und sagten: Aber Herr, du G“tt über allen Geist in jedem Leib! Ein Einziger sündigt, und die ganze Gemeinde soll dafür herhalten? *Du weißt doch, wer hier gegen dich auftritt, und wer nicht*?“
Da antwortete ihnen der Ewige: „Dann sag der ganzen Gemeinde: Geht fort aus der Umgebung von Qorach, Dathan und Aviram!“
Und so ging Mosche zu Dathan und Aviram, gefolgt von den Ältesten, und sagte den Umstehenden: „Geht weg von diesen bösen Menschen, rührt nichts an, was ihnen gehört!“ Da bewegten sich die Menschen langsam, und erst einer trat zurück und dann immer mehrere wandten sich von der Umgebung Dathans und Avirams ab. Dann traten Dathan und Aviram *spöttisch und lästernd* aus ihren Zelten, mitsamt ihren Frauen und Kindern.
Und als Dathan und Aviram herausgetreten waren, sagte Mosche zu ihnen: „Daran sollt ihr erkennen, dass der Ewige mich beauftragt hat: Wenn diese Leute da und er zeigte zu Dathan und Aviram einen normalen Tod sterben werden, dann sollt ihr wissen, dass der Ewige mich nicht beauftragt hat. Wenn diesen aber etwas ganz Außergewöhnliches zustößt, etwas, das die Menschen noch nie gesehen haben, dass sich die Erde auftut etwa und sie verschlingt, dann sollt ihr wissen, dass der Ewige mich beauftragt hat und dass diese Männer dem Ewigen gelästert haben.“
Nach diesen Worten begann es plötzlich zu beben. Die Erde zitterte, und ein Spalt tat sich im Boden auf, die Erde riss auf, und hinein in die Erde fielen alle, die da standen, die Männer um Dathan und Aviram, mitsamt ihren Zelten stürzten sie in die Tiefe. Und die Erde bedeckte sie. Und so verschwanden sie aus der Gemeinde. Und ein riesiges Geschrei erhob sich, denn alle hatten Angst, dass auch sie von der Erde verschlungen werden könnten.
Und ein riesiges Feuer ging vom Ewigen aus und verzehrte die zweihundertfünfzig Männer, die zuvor bei Dathan und Aviram waren.
(17) Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Sag Elasar, dem Sohn Aharons, dass er nun hingehen und die Pfannen von den Toten einsammeln soll. Denn die Pfannen sind heilig geworden, und deshalb kann man die Pfannen nicht einfach liegen lassen. Nehmt diese Pfannen und macht daraus Bleche als Überzug für den Altar. Denn die Aufständigen haben die Pfannen vor den Ewigen gebracht, und deshalb sind sie heilig geworden, also gehören sie auch in den heiligen Bereich.“
Und so ging Elasar hin, sammelte die Pfannen ein und machte aus den kupfernen Pfannen einen Überzug für den Altar. Das sollte als ein Zeichen zur Erinnerung sein, damit die Kinder Jisraels immer daran denken, dass nie ein Fremder, einer, der nicht von Aharon abstammt, sich dem Ewigen nähern darf. Und es sollte daran erinnern, dass es niemandem mehr so ergehen sollte, wie es Qorach und seinen Leuten ergangen war.
Kaum war das alles geschehen, da kam die ganze Gemeinde der Kinder Jisraels zu Mosche und Aharon und ereiferte sich und schrie: „Ihr habt das Volk des Ewigen getötet. Ihr habt sie auf dem Gewissen!“
Und die Leute gingen zum Zelt, und da sahen sie, dass das Zelt von der Wolke bedeckt war und die Herrlichkeit G“ttes erschien. Mosche und Aharon kamen auch zum Zelt und dort sagte der Ewige zu ihnen: „Geht von dieser Gemeinde weg. Ich will sie augenblicklich töten.“
Aber als Mosche und Aharon das hörten, da fielen sie wieder auf den Boden, und Mosche sagte zu Aharon: „Geh schnell, hol die Pfanne, zünde darin Feuer an, gib Räucherwerk dazu und bring die Pfanne eilends zur Gemeinde, damit du sie wieder ins Reine bringen kannst. Denn es ist etwas Schreckliches passiert: Der Ewige hat sich in seinem Zorn gegen die Gemeinde gewendet. Schau, eine Plage hat schon begonnen und greift um sich und tötet Menschen!“
So ging Aharon hin und machte, was Mosche gesagt hatte. Und tatsächlich: es war höchste Zeit, denn eine Plage hatte schon begonnen. Und wie Aharon so mit der Pfanne hantierte, stand er zwischen den Lebenden und den Toten, und auf diese Weise ermöglichte er es, die Plage zu beenden. Aber es starben dennoch schon sehr viele an der Plage, insgesamt 14.700 Menschen. Danach ging Aharon wieder zurück zu Mosche, und die Plage hatte ein Ende gefunden.
Der Ewige sagte zu Mosche: „Geh zu den Stämmen Jisraels und verlange von allen Stämmen je einen Stab, also insgesamt zwölf Stäbe. Schreib die Namen auf die Stäbe auf. Für den Stamm Levi sollst du den Namen Aharon darauf schreiben. Wenn du das getan hast, dann nimmst du die Stäbe und bringst sie ins Zelt. Dort legst du die Stäbe vor die Tora. Und dann sollt ihr sehen, wen ich erwähle. Denn wen ich von den Stämmen erwähle, dessen Stab wird erblühen. Ich möchte, dass das Murren und das Gezeter, das gegen mich gerichtet ist, endlich aufhört, und das Volk akzeptiert, was ich bestimme!“
Und so ging Mosche zum Volk und forderte von jedem Stamm einen Stab. Und alle Stämme gaben Stäbe, also hatte Mosche zwölf Stäbe, darunter auch den Stab Aharons, der für den Stamm Levi gegeben worden war. Dann ging Mosche ins Zelt und legte dort die Stäbe vor der Tora ab.
Am folgenden Tag ging Mosche wieder hinein ins Zelt, und als er hineinkam, sah er, dass Aharons Stab erblühte. Dann nahm er die Stäbe, brachte sie hinaus vor das Zelt und zeigte die Stäbe dem ganzen Volk. Da nahmen alle ihre Stäbe wieder zurück, nur der Stab Aharons, der erblüht war, den legte Mosche wieder zurück vor die Tora. Und der Ewige sagte zu Mosche: „So kannst du das Murren der Widerspenstigen beenden, wenn immer der blühende Stab Aharons dort liegt. Dann wissen sie, dass ich Aharon ausgewählt habe und niemanden anderes.“
(18) Daraufhin sagte der Ewige zu *Mosche, der es Aharon weitersagen sollte*: „Du und deine Söhne, die Kohanim, sind für das Heiligtum verantwortlich. Zwar dürfen deine Brüder, die Leviim, sich dir anschließen, um dich und deine Söhne zu bedienen, aber für den Dienst am Heiligtum sind allein Du und Deine Söhne verantwortlich. Die Leviim dürfen sich nicht dem Altar nähern. Auch ein anderer Fremder (also ein Nicht-Levi) darf sich nicht nähern.“
Weiter sagte der Ewige zu Aharon *vermittels Mosche*: „Und weil du den Dienst am Heiligtum verrichtest, gehören dir die verschiedenen Abgaben, die die Jisraeliten zum Heiligtum bringen. Und das alles soll dir und deinen Söhnen gehören: Alle Mincha- Chattat- und Aschamopfer, die die Jisraeliten bringen, um sich mir gegenüber wieder ins Reine zu bringen, alle diese Opfer sind hochheilig und gehören euch. Aber ihr müsst diese Teile auch an heiligem Ort essen. Auch alle Abgaben, die die Jisraeliten zum Heiligtum bringen müssen, gehören euch. Und ihr und eure Söhne und Töchter dürfen davon essen. Jeder, der rein ist, der darf davon essen. Auch alle Erstlinge, alles Banngut, alle Erstgeborenen bei den Tieren gehören ebenfalls euch. Die Erstgeborenen beim Menschen sollen bei euch ausgelöst werden. Allein die Erstgeborenen beim Ochsen und beim Schaf oder Ziege, die gehören nicht euch, deren Blut soll an den Altar gebracht und das Fett auf dem Altar verbrannt werden. Nur das Fleisch, das übrigbleibt, gehört dir und deiner Familie.
Aber dafür sollst du kein Erbbesitz und keinen Anteil am Land haben. Denn ich bin dein Anteil und dein Erbbesitz.
Aber auch die Leviim erhalten den Zehnten, den die Jisraeliten abführen müssen. Denn sie tun den Dienst am Heiligtum, damit sich die Jisraeliten nicht nähern müssen und sterben. Aber auch die Leviim erhalten keinen Erbbesitz und sollen kein Anteil am Land haben, denn sie erhalten ja den Zehnten vom Land.
Aber auch die Leviim sollen einen Zehnten abgeben. Nämlich den Zehnten vom Zehnten, den sie von den Jisraeliten erhalten. Den sollen sie abführen, als würden sie selbst ernten. Und sie sollen den Zehnten an Aharon und seine Söhne abführen.
copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Chukkat
Num 16,1 - 18,32; Haftara: 1 Sam 11,14 - 12,22
| Aufstand des Qorach | Die Pfannen | Das Volk murrt | Die Stäbe | Stellung der Kohanim | Was den Kohanim gehört | Was den Leviim zusteht |
| Einleitung |
| Fragen |
| Blog |
Ging es in der letzten Parascha noch um die unterschiedliche Einschätzung des Landes Kenaan (Auskundschafter), so steht diesmal der Aufstand von Qorach (und Dathan und Aviram) im Mittelpunkt der Parascha. Auch dieses Motiv ist nicht ganz neu. Denn auch Aharon und Mirjam begehrten schon einmal gegen Mosche auf, und zwar ebenfalls mit dem Argument, dass es doch nicht Mosche allein sein könne, der eine besondere Autorität hat. In der hiesigen Geschichte ist es vor allem die Konkurrenz der Leviim zu den Kohanim, da die Leviim als Dienende für die Kohanim eingesetzt worden sind. Entsprechend wird auch die Position von Aharon und seinen Söhnen nach dem Eingreifen des Ewigen gestärkt: Hierzu gehört die Geschichte von den Stäben. Aharons Stab, und damit Aharon und die Kohanim insgesamt, werden noch einmal für den besonderen Dienst am Heiligtum bestimmt.
Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.
Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.
Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.
A) Allgemeine Fragen
Wer erhob sich gegen Mosche?
Was hatten sie gegen Mosche?
Wie starben Dathan und Aviram?
Wie starben die 250 Leute, die mit Dathan und Aviram waren?
Weshalb wurden die Pfannen für den kupfernen Altar verarbeitet?
Weshalb brach eine Plage aus? Wer konnte die Plage abwenden?
Welcher Stab brachte Blüten hervor? Was hatte das zu bedeuten?
B) Fragen für Fortgeschrittene
Einige Paraschijot vorher gab es schon einmal Menschen, die sich gegen Mosche aufgelehnt hatten, und zwar mit ähnlichen Argumenten. Wer war das?
Worum geht es in dieser Parascha hauptsächlich? Denk dabei an die verschiedenen Ämter von Kohanim und Leviim!
Diese Parascha trägt einen Namen als Titel, nämlich „Qorach“. Es gibt in der Tora noch weitere Paraschiot, die ebenfalls nur mit einem Namen betitelt sind. Welche fallen dir ein?
Nach der Geschichte mit Qorach wird das Verhältnis zwischen Kohanim und Levviim neu geregelt. Was wird da besonders betont?
Die Kohanim und Leviim leben von dem, was die Jisraeliten zum Heiligtum bringen. a) Weshalb haben sie nicht selbst zu ernten? b) Was ist der Unterschied zwischen dem, was die Kohanim erhalten, und dem, was die Leviim erhalten.
Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.
Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.
Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.
Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.
Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.
Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.
Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.
Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.
Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.
Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.
Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.
Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.
Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.
Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.
Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.
Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.
Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.
Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.
Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.