Bereschit
Noach
Lech Lecha
Wajera
Chajje Sara
Toledot
Wajeze
Wajischlach
Wajeschev
Miqez
Wajigasch
Wajechi
Home
Bereschit
Schemot
Wajiqra
Bemidbar
Devarim
Schemot
Waera
Bo
Beschalach
Jitro
Mischpatim
Teruma
Tezawe
Ki Tissa
Wajaqhel
Pequde
Wajiqra
Zaw
Schemini
Tasria
Mezora
Achare Mot
Qedoschim
Emor
Behar Sinai
Bechuqotai
Bemidbar
Naso
Behaalotcha
Schelach Lecha
Qorach
Chuqqat
Balaq
Pinchas
Mattot
Mase
Junge Tora Paraschat Schelach Lecha
16. Siwan 5771 / 18. Juni 2011

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Die Auskundschafter

(13) Und der Ewige sagte zu Mosche: „*Wenn ihr wollt, dann kannst* du Männer aussenden in das Land Kenaan, das vor euch liegt. Das ist das Land, das ich euch geben möchte. Und die Männer, die du aussenden sollst, sollen in das Land gehen und es auskundschaften. Und zwar sollst du für diese Aufgabe je einen Mann aus jedem Stamm auswählen.

Und so sandte Mosche von der Wüste Paran aus, in der sie lagerten, aus jedem Stamm einen Mann, um das Land auszukundschaften.

So sandte Mosche diese Männer aus in das Land Kenaan. Und unter den Männern war auch Hoschea, der auch Jehoschua genannt wurde. Und Mosche gab den Männern, bevor sie sich aufmachten, folgenden Auftrag:

„Zieht in das Land und zieht hinauf in die Gebirge, die es dort gibt. Dort schaut euch um und seht, wie das Land ist, ob es gut ist oder schlecht, und ob die Leute, die dort leben, stark oder eher schwach sind, ob es viele Menschen dort schon gibt oder nur wenige, und wie die Städte beschaffen sind, also ob es befestigte Städte sind oder offene. Und schaut auch nach, wie der Boden ist. Ist er fruchtbar, welche Pflanzen wachsen darauf. Scheut euch nicht, von den Früchten dieses Landes zu nehmen, um es uns zu zeigen.“

Und so zogen die Kundschafter aus und streiften durch das Land und schauten es sich ganz genau an. *Kalev kam bis nach Chevron zu den Gräbern der Stammeltern*. Auch von den Früchten nahmen sie mit. Und weil es gerade Traubenzeit war, pflückten sie Traubenbüschel und trugen die Büschel zu zweien auf einer Trage. Auch Granatäpfel und Feigen sammelten sie ein.

Nach Ablauf von vierzig Tagen kehrten die Kundschafter zurück. Sofort nach ihrer Ankunft gingen sie zu Mosche und Aharon und zur ganzen Gemeinde Jisrael und berichteten ihnen, was sie ausgekundschaftet hatten. Auch zeigten sie den Umstehenden die Früchte, die sie aus dem Land Kenaan mitgebracht hatten.

Und das berichteten sie:

„Wir sind also in das Land gegangen. Und haben uns darin umgesehen. Und was wir gesehen haben, war, dass dieses Land wirklich ein Land ist, wo Milch und Honig fließen. Nur das Volk, das in diesem Land lebt, ist ein mächtiges Volk, und auch die Städte sind befestigt, auch sehr groß sind sie. Es wohnen dort verschiedene Völker, wie wir gesehen haben. So zum Beispiel die Amaleqiter und auch die Chittiter und die Jebussiter und die Emoriter, die wohnen hauptsächlich im Gebirge, während die Kenaaniter zum Meer hin wohnen.“

Und bevor das Volk noch etwas sagen konnte, mischte sich Kalev ein und beschwichtigte das Volk, indem er sagte: „Aber wir können trotzdem in das Land hineinziehen und es in Besitz nehmen. Denn wir können das Volk, das dort lebt, gut überwältigen.“
Da widersprachen aber die anderen Kundschafter und sagten: „Bei weitem nicht. Das Volk, das dort lebt, ist viel zu stark. Es ist viel stärker als wir.“ Und nun sagten sie noch viel mehr über das Land, das sie gesehen hatten. Nämlich dass es ein furchtbares Land sei, das nur seine Bewohner verschlinge. Alle Männer, die sie dort gesehen hätten, seien hochgewachsen, ja Riesen seien es, so groß, dass sie sich selbst nur als Heuschrecken fühlten. Und so erzählten sie von dem Land.

Das Volk murrt wieder

(14) Als das Volk hörte, wie die Kundschafter von Riesen und anderen Gefahren im Land Kenaan berichteten, da begann es mächtig zu stöhnen und zu jammern. Schnell gingen sie zu Mosche und Aharon und murrten wieder einmal, indem sie sagten:

„Ach, wären wir doch nur in Ägypten oder in der Wüste gestorben! Warum nur will uns der Ewige in dieses Land bringen? Etwa damit wir durch das Schwert umkommen und unsere Frauen und Kinder geraubt werden? Ach, es wäre besser, wir kehrten nach Ägypten zurück.“

Und dann versammelten sie sich und einer von ihnen rief aus: „Wir wollen uns einen Anführer aussuchen, und der soll uns zurück nach Ägypten bringen!“

Als Mosche und Aharon das hörten, fielen sie nieder und warfen sich auf ihre Gesichter vor versammelter Gemeinde, während Jehoschua und Kalev, die beide auch als Kundschafter im Land Kenaan mit dabeigewesen waren, ihre Kleider zerrissen und zur Gemeinde sagten:

„Das Land, das wir ausgekundschaftet haben, dieses Land, hört ihr Leute, dieses Land war wunderschön. Wenn der Ewige will, dann bringt er uns in dieses Land und gibt uns dieses Land auch, es ist ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Habt also keine Angst vor den Leuten, die in diesem Land schon leben. Wir müssen uns vor ihnen nicht fürchten, denn mit uns ist der Ewige.“

Und wie die Gemeinde das hörte, dachten einige von ihnen darüber nach, ob man Jehoschua und Kalev nicht besser steinigen sollte. Doch da schien die Herrlichkeit des Ewigen plötzlich am Zelt auf, und der Ewige sagte zu Mosche: „Wie lange noch verhöhnt mich dieses Volk? Wie lange noch wollen sie mir nicht glauben, obwohl ich ihnen immer wieder Zeichen zu erkennen gebe, an denen sie sehen, dass ich es mit ihnen ehrlich meine! Ich kann dieses Volk nur noch mit einer Pest schlagen und es vertilgen. Und wenn ich dieses Volk endlich los bin, dann werde ich dich selbst zu einem großen Volk machen, und dieses Volk soll noch mächtiger und noch größer sein als diese Störresel!“

Aber Mosche antwortete: „Die Ägypter haben gesehen, was du an diesem Volk getan hast, mit welcher Macht und Kraft du es aus ihrer Mitte gerissen hast. Sie haben auch gehört, wie du dieses Volk, das du dir auserwählt hast, durch die Wüste führst und wie du ihm beistehst. Wenn du nun hergehst und dieses Volk einfach auslischst, werden alle die Völker, die deine Macht gesehen haben, denken, dass du dieses Volk nicht in das Land bringen kannst und dass du nur deshalb dieses Volk auslischst. Nein, Ewiger, jetzt muss sich deine Größe gerade auch den andern Völkern gegenüber beweisen. Du hast doch gesagt: ‚Ewiger, langmütig und reich an Erbarmen, der Schuld und Vergehen vergibt, der aber nichts ungestraft lässt. Der die Schuld der Väter verfolgt bis in die dritte und vierte Generation.´ Deshalb sollst du die Schuld dieses Volkes jetzt verzeihen, gerade weil du groß bist und erbarmungsvoll.“

Und der Ewige antwortete Mosche: „Also gut: Ich verzeihe ihnen. Aber eines kündige ich ihnen an: Alle, die meine Wunder in Ägypten gesehen haben und meine Macht, mit der ich sie aus Ägypten herausgeführt habe, alle die sollen das Land, in das ich euch führen werde, nicht sehen. Diese Generation wird es nicht mehr erleben, dass sie in das neue Land einziehen. Nur Kalev, der treu zu mir gehalten hat, will ich in das Land, das ich euch zugesichert habe, bringen, und seine Nachkommen werden dieses Land in Besitz nehmen. – Und nun etwas anderes: die Amelekiter und Kenaaniter wohnen im Tal. Deshalb sollt ihr euch morgen in eine andere Richtung begeben. Geht Richtung Schilfmeer.“

Und dann sagte der Ewige zu Mosche und Aharon: „Wie lange will diese Gemeinde also noch murren? Ich will an euch tun, wie ihr selbst gewollt habt! Ihr sollt alle sterben, alle, die *gezählt worden sind*. Von euch wird keiner ins Land kommen. Nur Kalev und Jehoschua haben sich richtig verhalten, sie sollen auch in das Land kommen. (*Auch der Stamm Levi schließt das aus, denn der wurde ja nicht gezählt!*) Ihr werdet vierzig Jahre in der Wüste umherirren, solange, bis alle von euch, die ihr euch gegen mich aufgelehnt habt, gestorben sein werdet. Vierzig Jahre. Für jeden Tag, an dem die Kundschafter im Land waren, ein Jahr. Solange sollt ihr büßen und in der Wüste umherirren.“

Aber die Männer, die als Kundschafter in das Land Kenaan geschickt worden waren und die Übles von dem Land erzählt hatten, diese Männer starben alle, bis auf Kalev und Jehoschua, an einer Krankheit, die ihnen der Ewige geschickt hatte.

Dann sagte Mosche alle die Worte des Ewigen, auch, dass sie wieder Richtung Schilfmeer wandern sollen, und das Volk wurde darüber sehr traurig.

Am andern Morgen standen sie auf und gingen in das Gebirge *Richtung Kenaan*. Dort sagten sie: Wir wollen nun an den Ort ziehen, von dem der Ewige gesprochen hat, denn wir haben gesündigt und bereuen alles und wollen jetzt in das Land ziehen.“ Als Mosche das hörte, entgegnete er: Warum widersetzt ihr euch immer den Worten des Ewigen? Wenn ihr das tut, wird euch nichts gelingen. Zieht also nicht hinauf, denn der Ewige ist nicht mit euch. Die Amaleqiter und Kenaaniter stehen euch dort entgegen und ihr würdet ganz bestimmt im Kampf sterben.“

*Aber trotzig wie sie waren*, hörten sie nicht auf Mosche und gingen dem Gebirge entgegen. Mosche und der Kasten blieben aber zurück im Lager. Und während sie den Berg hinaufstiegen, kamen die Amaleqiter und die Kenaaniter, die zwischen den Bergen wohnten, und es gab einen Kampf, und das Volk, das auf den Berg hinaufging, wurde geschlagen.

Weitere Opfer

(15) Und dann sagte der Ewige zu Mosche: „Gib den Kindern Jisraels folgende Anweisung und sag ihnen, dass, wenn sie in das Land kommen, das ich ihnen geben werde, folgende Regel gelten soll: Wenn Ihr dem Ewigen irgendein Opfer bringen wollt – entweder weil ihr etwas versprochen habt oder einfach so oder für eure Feste – dann sollt ihr zusätzlich eine Mincha dazubringen, also feinstes Mehl vermengt mit etwas Öl, und auch noch ein Gussopfer, also etwas Wein.

Und Mosche gab weitere Anweisungen, wie genau das Mincha und das Gussopfer gebracht werden sollte.

Die Challa

Dann sagte der Ewige zu Mosche: „*Sobald ihr ins Land eintreten werdet*, und ihr wollt euch Brot von dem Getreide des Landes backen, müsst ihr *sofort* vom Teig ein wenig absondern. Diese Challa soll dem Ewigen gehören, das soll bei euch auf immer so gelten.

Wenn man aus Versehen etwas falsch gemacht hat

Nun kann es einmal passieren, dass ihr an ein Gebot, das Mosche euch angeordnet hat, nicht denkt und es deshalb übertretet (*z.B. Götzendienst*). Wenn so etwas einmal passiert und die ganze Gemeinde übertritt ein Gebot, dann soll die Gemeinde einen jungen Stier nehmen und ihn als eine Ola (Aufstiegsopfer) bringen, zum lieblichen Duft für den Ewigen. Auch sollt ihr dann die Mincha und das Gussopfer, das zu einer Ola gehört, nicht vergessen. Und auch einen Ziegenbock sollt ihr bringen, und zwar als eine Chatat (Sündopfer). Der Kohen soll mit diesen Opfern die Kinder Jisraels wieder ins Reine bringen. So soll das Übertreten eines Gebotes aus Versehen ungeschehen gemacht werden.

Ist so etwas aber nicht der ganzen Gemeinde passiert, sondern einem Einzelnen, so soll dieser Jisraelit eine junge Ziege, die nicht älter als ein Jahr ist, bringen, und zwar als eine Chatat. Und mit diesem Opfer soll der Kohen denjenigen, der ein Gebot aus Versehen missachtet hat, wieder ins Reine bringen. Und auch seine Untat soll als ungeschehen betrachtet werden.

Und auch hier gilt, dass es einerlei ist, ob ein Jisraelit oder ein Fremder, der bei euch wohnt, ein Gebot übertreten hat. Beide müssen gleiches tun, um sich wieder ins Reine zu bringen.
Wenn nun aber ein Einheimischer oder ein Fremder ein Gebot mit Absicht missachtet, der macht sich lustig über den Ewigen und soll deshalb aus dem Volk getilgt werden.

Ein Mann hält sich nicht an den Schabbat

Als nun die Kinder Jisraels in der Wüste waren, da geschah es, dass einmal ein Mann am Schabbat Holz einsammelte. Als einige das sahen, packten sie ihn und schleppten ihn zu Mosche und Aharon und vor die ganze Gemeinde. Da zunächst niemand wusste, was mit diesem Mann geschehen sollte, sperrte man ihn ein. Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Ihr sollt diesen Mann außerhalb des Lagers steinigen.“ Und als Mosche das anordnete, führte man diesen Mann vor das Lager, und dort steinigten sie ihn, so dass er starb.

Die Zizit

Nach diesem Ereignis sagte der Ewige zu Mosche: „Sag zu den Kindern Jisraels: Sie sollen sich an alle vier Ecken ihrer Kleider Zizit machen. Sie und ihre Nachkommen sollen an die Zizit auch einen purpurblauen Faden anbringen. Sie sollen euch als Zizit dienen, und wenn ihr sie seht, sollt ihr an *alle* Gebote des Ewigen erinnert werden, damit ihr die Gebote haltet und damit ihr mit euren Augen nicht sonstwo herumschaut und nach Begehrlichem Ausschau haltet. (*Deshalb ist der Zahlenwert von Zizit = 600; 8 Fäden; 5 Knoten = 613!*). Das sollt ihr machen, damit ihr die Gebote haltet und euren G"tt heiligt. Ich bin der Ewige, euer G"tt, der euch aus Ägypten gebracht hat, um für euch G"tt zu sein. Ich bin der Ewige, euer G"tt.“

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Fortsetzung: Paraschat Qorach

Devarim
Waetchanan
Eqev
Reeh
Schoftim
Ki Teze
Ki Tavo
Nizavim
Wajelech
Haasinu
Sot ha-Bracha

Paraschat Schelach Lecha

Num 13,1 - 15,41; Haftara: Jos 2

Die Auskundschafter Das Volk murrt wieder Weitere Opfer Die Challa Falsches aus Versehen Der den Schabbat nicht hält Die Zizit
Einleitung
Fragen
Blog

Einleitung

Im Buch Bemidbar wird immer wieder von der Verzagtheit des Volkes Jisrael berichtet und davon, wie sie sich gegen ihren Anführer Mosche auflehnen. Dieses Mal ist es vor allem die Geschichte von den Kundschaftern (Landspäher), die im Mittelpunkt steht. Zwölf Männer werden ausgesandt, um sich das Land Kenaan, das zum Greifen nahe ist, anzusehen, um einen Eindruck zu bekommen, was einem in diesem Land erwartet. Und die Kundschafter kommen zurück und berichten zwar von einem schönen Land, aber machen dem Volk Angst vor den Bewohnern dieses Landes. Allein Jehoschua und Kalev, die ebenfalls Kundschafter waren, halten dagegen und verweisen darauf, dass mit ihnen doch immerhin G"tt sei, und dass sie deshalb keine Angst zu haben brauchen. Aber diese g"ttliche Rückversicherung genügt den Wenigsten, sie wollen einfach wieder zurück nach Ägypten. Nur das direkte Eingreifen G"ttes gebietet Einhalt und es werden Strafen ausgesprochen: Die Kundschafter (außer Jehoschua und Kalev) sterben direkt an einer Krankheit, die anderen müssen von nun an solange durch die Wüste umherirren, bis der Letzte, der aus Ägypten ausgezogen war, in der Wüste stirbt. Keiner darf in das Land Kenaan einziehen, der gleichzeitig aus Ägypten ausgezogen war. Ausnahmen: Jehoschua und Kalev und nach Raschi (Bibelausleger) auch die Lewiten. Die Strafe ist also besonders aufschlussreich: Das, was die Jisraeliten nicht wollten (=ins Land einwandern), das dürfen sie jetzt auch nicht und wird ihnen zur Strafe.

Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.

Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.

Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.

Fragen zur Parascha

A) Allgemeine Fragen zur Parascha

Wer wurde ausgeschickt, um das Land auszukundschaften?

Was sollten die Männer im Land Kenaan auskundschaften?

Was berichteten die Kundschafter dem Volk?

Wer widersprach diesem Bericht?

Was war die Strafe für dieses Vergehen (achte aber darauf, dass die Strafen unterschiedlich ausfallen!)

Weshalb gehen trotzdem einige ins Gebirge? War das in Ordnung oder machten sie wieder etwas falsch?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Nach der Kundschaftergeschichte gehen trotzdem einige Richtung Kenaan. Mosche warnte sie, da die Amaleqiter zu stark seien. Hatten also die Kundschafter nicht doch recht?

Hat das Gebot der Challa heute noch eine Bedeutung? Und wenn es so ist, für wen hätte es denn eine Bedeutung?

Wo findet sich der letzte Abschnitt zu den Zizit im Siddur?

Was verbindet diesen letzten Abschnitt über die Zizit mit der Kundschaftergeschichte (es ist nur ein einziges Wort!)?

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.

Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.

Raschis Kommentar

Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.

Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.

Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".

Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen

Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.

Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.

Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.

Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.

Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.

Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.

Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.

Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.

Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.

Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.

Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.

Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.

Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.

Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.

Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.

Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.

Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.

Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.