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Bereschit
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Schemot
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Bemidbar
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Devarim
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copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(8) Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Sag Aharon folgendes: Wenn du im Heiligtum die Lampen anzündest, dann sollst du sie so anzünden, dass die Lampen *zur mittleren Lampe hin* leuchten sollen.“
Und so machte es Aharon auch. Er zündete die Lampen so an, dass sie *zur mittleren Lampe* hin brannten.
Und so etwa sah der Leuchter aus: Er war ganz aus Gold, aus einem Stück Gold war er gearbeitet und seine Schafte glichen Blumen. Der Leuchter war ganz in der Form gearbeitet, die der Ewige Mosche gezeigt hatte.
Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Nachdem du nun die Leviten registriert hast, sollst du hingehen und die Leviten aus der Mitte der Jisraeliten *rufen* und sie um dich versammeln. Denn bevor sie ihren Dienst antreten dürfen, müssen sie erst gereinigt werden. Und so sollst du sie reinigen: Zuerst nimmst du von dem Chatat-Wasser und besprengst sie alle damit. Dann sollen die Leviten ein Rasiermesser nehmen und sich damit den ganzen Körper scheren. Anschließend sollen sie ihre Kleidung waschen. Damit haben sie sich für den Dienst gereinigt.
Wenn sie das getan haben, sollen sie natürlich auch entsprechende Opfer darbringen. Dazu sollen sie zuerst einen jungen Stier nehmen und Mehl mit Öl als Mincha hinbringen. Dann sollen sie einen zweiten Stier nehmen und ihn dir als eine Chatat bringen.
Wenn das erledigt ist, sollen die Leviten vor das Zelt treten, während du die ganze Gemeinde versammelst. Dann sollen die Leviten vor den Ewigen treten, die Jisraeliten sollen sich mit ihren Händen auf die Leviten stemmen. Und danach soll Aharon mit den Leviten eine Schwingung machen, denn die Leviten sind ein Geschenk an den Ewigen, weil sie zum Dienst beim Ewigen verpflichtet sind.
Anschließend sollen sich die Leviten auf den Kopf der Stiere stemmen, und du sollst die Stiere als Opfer darbringen, den einen Stier als eine Chatat, den anderen Stier als eine Ola, damit du die Leviten ins Reine bringst.
Dann sollen sich die Leviten vor Aharon und seinen Söhnen aufstellen und du sollst dann eine Schwingung mit den Leviten machen. So machst du es, dass die Leviten von den anderen Jisraeliten getrennt werden und allein mir gehören.
Und dann ist es soweit: Die Leviten dürfen nun herantreten und ihre Arbeit am Zelt beginnen.
Denk daran: Ich habe die Leviten aus der Mitte der Jisraeliten genommen. Ich habe sie an Stelle all der genommen, die unter euch die Erstgeborenen sind. Denn mir gehört alles Erstgeborene unter den Kindern Jisraels. Am Tag, an dem ich die Erstgeborenen in Ägypten geschlagen habe, habe ich mir die Erstgeborenen für mich genommen. Und ich habe mir statt der Erstgeborenen die Leviten genommen und habe sie Aharon und seinen Söhnen gegeben, damit sie am Zelt ihre Arbeit tun. So helfen sie den Jisraeliten, denn weil die Leviten am Heiligtum arbeiten, müssen sich die Jisraeliten nicht nähern und werden etwa bestraft dafür.“
Und Mosche, Aharon und die ganze Gemeinde machten mit den Leviten genau das, was der Ewige Mosche angeordnet hatte.
Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Wenn ein Levit 25 Jahre alt geworden ist, dann soll er hingehen und seinen Dienst am Heiligtum *zuerst erlernen und danach* antreten. Und wenn er fünfzig Jahre alt wird, dann soll er von seinem Dienst zurücktreten und *nichts mehr mit den Schultern tragen*. Er kann natürlich weiterhin den anderen Leviten behilflich sein und ihnen *zum Beispiel beim Beladen der Wagen* zur Seite stehen, aber den Dienst selbst soll er nicht mehr ausführen.“
(9) Im zweiten Jahr nach dem Auszug aus Ägypten, im ersten Monat, sagte der Ewige zu Mosche in der Wüste Sinai: „Nun ist es soweit. Die Kinder Jisraels sollen das Pessachopfer darbringen. Und zwar sollen sie es am vierzehnten Tag dieses ersten Monats gegen Abend darbringen. Ich habe euch dazu ja bereits Anordnungen gemacht, wie ihr es feiern sollt. Und genau so sollen sie es feiern.“
Und Mosche sagte diese Worte den Kindern Jisraels weiter. Und die Kinder Jisraels brachten daraufhin das Pessachopfer am vierzehnten Tag des ersten Monats gegen Abend in der Wüste Sinai dar.
Nun war es aber so, dass es einige der Jisraeliten gab, die sich am Tag, da sie Pessach feierten, gerade unrein waren, weil sie eine Leiche berührt hatten, so dass sie das Opfer nicht bringen konnten. Diese gingen nun zu Mosche und Aharon und sagten ihnen: „Wir sind durch eine Leiche unrein geworden. Aber wieso sollen wir nur deswegen nun kein Opfer bringen können. Wir wollen gerne ein Opfer bringen, wieso sollen wir das nun nicht dürfen?“
Da sagte Mosche zu ihnen, dass er zum Ewigen gehen und hören wolle, was der Ewige zu diesem Fall zu sagen habe. Und der Ewige sagte zu Mosche: „Wenn einer von euch unrein wird, weil er eine Leiche berührt hat, oder wenn er sich auf einer Reise befindet und deshalb kein Pessachopfer bringen kann, aber er würde es trotzdem gerne tun, dann soll er so verfahren: Er soll am vierzehnten des zweiten Monats, also einen Monat später, das Opfer bringen. Er soll es mit Mazzot und bitteren Kräutern essen. Auch soll er nichts bis zum anderen Morgen übriglassen, auch keinen Knochen darf er an dem Opfertier zerbrechen, also derjenige soll sich ganz nach den Anordnungen des normalen Pessachopfers halten. Aber jetzt, wo ihr dieses zweite Pessach habt, gilt: Wer wegen Unreinheit oder wegen einer Reise das Pessachopfer nicht bringen kann, der muss es zur Zeit des zweiten Pessach nachholen. Wer das nicht macht, soll aus dem Volk getilgt werden.
Auch gilt, dass ein Fremder, der bei euch das Pessachopfer darbringen möchte, es auch tun kann, aber er hat sich dann an die Anordnungen für das Pessachopfer zu halten. Es gibt für Jisraeliten und Fremde, die bei euch heimisch geworden sind, nur ein Gesetz für das Pessachopfer.
Als man nun die Wohnung des Ewigen aufstellte, da ereignete es sich, dass sich mit einem Mal eine dicke Wolke auf der Wohnung niederließ. Am Tag war es eine Wolke, gegen Abend aber, wenn es dunkel wurde, da war es, als wäre die Wohnung von einem großen Feuer angestrahlt. Und seitdem die Wohnung aufgebaut war, blieb es so: tagsüber bedeckte die Wolke die Wohnung, während nachts ein Feuerschein über der Wohnung lag.
Und dann gab es noch etwas: Wenn sich die Wolke von der Wohnung erhob und weiter oben über der Wohnung schwebte, erst dann konnten die Kinder Jisraels aufbrechen und durch die Wüste weiterziehen. Wenn sich dagegen die Wolke auf die Wohnung senkte, da wussten die Kinder Jisraels, dass sie sich an dieser Stelle lagern konnten. Und so war es, dass der Ewige (mittels der Wolke) angab, wann die Kinder Jisraels aufbrechen und wann sie sich lagern sollten. Und die Kinder Jisraels hielten sich genau daran und brachen auf und lagerten sich, wenn ihnen der Ewige es sagte. Blieb also die Wolke lange über der Wohnung stehen, so lagerten die Kinder Jisraels auch lange, verweilte die Wolke dagegen nur kurz, lagerten die Kinder Jisraels auch nur kurz.
(10) Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Nun sollst du dir noch zwei silberne Trompeten herstellen. Mit ihnen sollst du die ganze Gemeinde zusammenrufen und versammeln können, wenn man in sie bläst. Und so soll es sein: Bläst man in die Trompeten, so soll sich die ganze Gemeinde bei dir versammeln, bläst man dagegen nur in eine, so sollen nur die Obersten der Stämme kommen und sich bei dir einfinden. Und wenn ihr richtig kräftig Lärm blast (*Tekia, Terua, Tekia*), dann sollen die Lager aufbrechen, die im Osten liegen. Bläst du zum zweiten Mal Lärm, dann sollen die südlichen Lager aufbrechen. Willst du aber die Gemeinde nur versammeln, dann soll man nicht Lärm blasen.
Und vor allem: Nicht irgendjemand soll die Trompeten blasen, sondern allein Aharons Söhne, die Kohanim also, die sollen die Trompeten blasen. Das soll bei euch immer so gelten.
Auch wenn ihr durch einen Feind in Bedrängnis geratet und ihr gegen ihn in den Krieg ziehen müsst, so sollt ihr auch in diesem Fall Lärm blasen. Denn wenn der Ewige den Lärm der Trompeten hört, wird er sich an euch erinnern und euch eine Hilfe sein.
Auch an euren Festtagen und Neumondtagen sollt ihr neben euren Opfern auch in die Trompeten blasen, damit ihr euch beim Ewigen, eurem G“tt, in Erinnerung bringt. Ich bin der Ewige, euer G“tt.
Nun war es soweit: Am zwanzigsten Tag des zweiten Monats im zweiten Jahr nach dem Auszug erhob sich nun die Wolke von der Wohnung. Und wie sich die Wolke erhob, da brachen auch die Kinder Jisraels von der Wüste Sinai auf und wanderten bis zur Wüste Paran, wo sie sich wieder lagerten.
So brachen sie also das erste Mal nach der Anordnung des Ewigen auf. Und zwar brachen sie in einer ganz bestimmten Reihenfolge auf, wie dies der Ewige schon einmal festgelegt hatte:
Zuerst brachen die Stämme auf, die zum Degel Jehudas gehörten, also die Stämme Jehuda, angeführt von Nachschon, Issaschar, angeführt von Nethanel, und Sevulun, angeführt von Eliav.
Anschließend wurde die Wohnung des Ewigen abgebrochen und die Söhne Gerschons und Meraris, die die Wohnung zu tragen hatten, brachen auf.
Dann waren die Stämme an der Reihe, die zum Degel Reuvens gehörten, also die Stämme Reuven, angeführt von Elizur, Schimon, angeführt von Schelumiel, und Gad, angeführt von Eljasaf.
Danach brachen die Kehatiter auf, also die Träger der heiligen Geräte.
Anschließend brachen die Stämme auf, die zum Degel Efraims gehörten, also die Stämme Efraim, angeführt von Elischama, Menasche, angeführt von Gamliel, und Benjamin, angeführt von Avidan.
Danach brachen die Stämme auf, die zum Degel Dans gehörten, also die Stämme Dan, angeführt von Achieser, Ascher, angeführt von Pagiel, und Naftali, angeführt von Achira. Diese Stämme bildeten den Schluss des gesamten Zuges.
Als es soweit war, dass die Jisraeliten aufbrechen sollten, da sagte Mosche zu seinem Schwiegervater Chovav, *das ist Jitro*: „Wir ziehen nun weiter, weil unser G“tt uns geboten hat, an einen bestimmten Ort zu gehen. Geh doch mit uns, du wirst sehen, du wirst es bei uns gut haben, weil es der Ewige mit uns gut meint.“ Da antwortete aber Chovav: „Ach nein. Lass mich zurückkehren zu meiner Familie und in mein Land.“ Aber Mosche wollte davon nichts wissen, vielmehr sagte er seinem Schwiegervater: „Verlass uns doch nicht. Schau, du kennst dich sehr gut in der Wüste aus, du weißt, wo es am besten ist, sein Lager aufzuschlagen. Und wir könnten dir dafür Gutes erweisen und dir Annehmlichkeiten bereiten.“
(Ob Chovav, das ist Jithro, tatsächlich mit den Jisraeliten mitgezogen ist, wissen wir nicht. Vielleicht ist er mit ihnen mitgezogen, denn immerhin war ja seine Tochter, die Frau des Mosche, auch dabei. Oder er ist tatsächlich wieder zurück, aber seine Kinder sind mit Mosche und dem Volk Jisrael gezogen).
So zogen die Jisraeliten also vom Berg des Ewigen weiter. Sie waren drei Tage unterwegs. Immer war der Kasten mit den Gesetzestafeln ihnen voraus und zeigte ihnen den Weg. Und die Wolke war stets über ihnen, wenn sie wieder aufbrachen und weiterzogen.
Und wenn der Kasten weiterzog, so sagte Mosche: „Erhebe dich, Ewiger, damit deine Feinde sich zerstreuen, und die, die dich hassen, vor dir fliehen.“ Und wenn der Kasten sich niederließ, sagte Mosche: „Kehre zurück, Ewiger, zu den vielen Tausend Jisraels.“
(11) Aber während sie auf Wanderung waren, kam es vor, dass sich *einige vom* Volk beklagten. Denn sie waren lange unterwegs und der Weg war mühsam. Das hörte der Ewige, und der Ewige wurde darüber sehr erbost, und er ließ ein Feuer über das Lager kommen, so dass auch viele sterben mussten. Da schrie das Volk *mit ihnen* laut auf und lief zu Mosche. Und Mosche betete zum Ewigen, und sogleich hörte das Feuer auf zu toben.
Und weil an diesem Ort, wo sie sich gelagert hatten, ein Feuer ausbrach, nannte man diesen Ort auch Tavera.
Ein anderes Mal passierte es, dass die einfachen Leute unter ihnen Gelüste nach Köstlichkeiten zu essen bekamen und davon träumten, wieder einmal Fleisch zu essen. Und immer mehr träumten davon, bis alle Kinder Jisraels ein großes Klagen anfingen und weinten: „Wer gibt uns endlich Fleisch zu essen. Immer müssen wir an die herrlichen Fische denken, die wir in Ägypten ganz umsonst bekommen haben und essen durften, wohlschmeckende Fische, garniert mit den wunderbarsten Gemüsearten wie Lauch, Zwiebeln, Gurken, Knoblauch. Und jetzt? Jetzt ist unser ganzes Leben ausgetrocknet. Nichts haben wir, nichts. Nur dieses trostlose Man, das liegt vor uns.“ Das Man war so ähnlich wie Koriandersamen. Das Volk ging umher und sammelte es auf. Das Man konnte man gut mit dem Mörser zerstoßen oder mit einer Mühle zermahlen, um daraus Kuchen zu bereiten. Und nachts, wenn feuchter Tau sich auf den Boden legte, da fiel das Man obenauf.
Und Mosche hörte, wie das Volk klagte und weinte. Und es missfiel ihm sehr, denn er wusste, dass auch der Ewige daran keine Freude haben würde. Da sagte Mosche zum Ewigen: „Ach Ewiger, warum machst du mir es denn so schwer? Du legst die ganze Last dieses Volkes mir allein auf. Habe ich etwa dieses Volk geboren, dass ich es an die Brust nehmen müsste oder dass ich es wie einen Säugling in das Land, das du unseren Vätern versprochen hast, tragen müsste? Sie kommen zu mir, sie betteln mich an, sie fordern von mir Fleisch! Woher soll ich es nehmen? Ich kann dieses Volk nicht tragen, Ewiger, es ist mir zu schwer! Töte mich lieber, als dass du mich solches tun lässt.“
Da antwortete der Ewige: „Hol dir siebzig Männer von den Ältesten. Männer, die du gut kennst. Versammle sie beim Zelt. Ich werde zu euch kommen und dort mit dir reden. Und ich will es auch einrichten, dass auch diese siebzig Männer, die bei dir sind, von dem Geist, mit dem du gesegnet bist, ebenfalls etwas erhalten. Denn sie sollen dir behilflich sein und dich bei deiner schweren Aufgabe unterstützen.“
Später sagte dann der Ewige zum Volk: „Haltet euch für morgen bereit. Denn ich will euch morgen Fleisch zu essen geben. Ihr habt ja laut genug danach geschrieen. Ihr werdet Fleisch zu essen bekommen solange, bis es euch zum Halse heraushängt und ihr euch davor ekelt. Ihr habt mich verschmäht und Ägypten mir vorgezogen.“
Als Mosche das hörte, dass der Ewige allen Jisraeliten Fleisch zu essen geben wollte, staunte er nicht schlecht und sagte: „Aber Ewiger. Wir sind über 600.000 Mann, und du versprichst ihnen, genügend Fleisch zu essen geben zu wollen? So viele Rinder und Schafe können doch gar nicht geschlachtet werden!“
Da sagte der Ewige zu Mosche etwas säuerlich: „Ist denn meine Macht so gering, dass ich das nicht leisten könnte?“
Da ging Mosche hinaus und sagte alles dem Volk, was er zu sagen hatte. Und er versammelte die siebzig Männer um sich und brachte sie zum Zelt. Und als sie alle bereit waren, da kam der Ewige in einer Wolke und redete mit ihnen. Und der Ewige verlieh auch den siebzig Männern den Geist, den Mosche schon hatte.
Aber kaum, dass sie von diesem besonderen Geist bekommen hatten, da begannen sie auch schon, ganz weise zu reden.
Es gab im Lager zwei Männer, die hießen Eldad und Medad. Die waren nicht zum Zelt gegangen, dennoch hatten auch sie vom Geist, den der Ewige soeben verteilt hatte, etwas erhalten, und auch sie redeten ganz weise und waren sehr verständig. Das hörte ein Junge und der lief sofort hin zu Mosche und erzählte ihm davon. Da trat Jehoschua hervor, der ein Diener Mosches war, und sagte zu Mosche: „Das darfst du nicht dulden!“ Da entgegnete Mosche: „Oh, eiferst du *an meiner Stelle*? Nein! Wir müssten froh sein, wenn alle weise wären und verständig. Ach käme der Geist G“ttes nur auf alle, wir hätten es sicher leichter!“
Und Mosche ging mit den Ältesten in das Lager zurück.
Unterdessen hatte ein Wind zu blasen begonnen. Er brachte Wachteln vom Meer herüber. Und es ließen sich Wachteln rings um das Lager nieder. Als das Volk das sah, stürzten sie hin, um die Wachteln aufzusammeln. Und glücklich bereiteten sie die Wachteln zu einem Festschmaus und aßen und wurden über und über satt.
(12) Einmal redeten Mirjam und Aharon über Mosche. Denn Mosche hatte für sich eine kuschitische Frau genommen, und das missfiel den beiden Geschwistern und sie empörten sich über Mosche und sagten einander: „Hat denn der Ewige nur mit Mosche geredet? Hat er nicht auch mit uns geredet?“ Aber Mosche bildete sich keineswegs etwas darauf ein, dass er mit dem Ewigen in Kontakt stand. Im Gegenteil war Mosche sehr bescheiden.
Wie aber der Ewige hörte, dass sich die beiden Geschwister über ihren Bruder ärgerten, da sagte er zu Mosche, Aharon und Mirjam: „Ihr drei! Geht mal zum Zelt.“ Und die drei gingen zum Zelt. Da kam der Ewige in einer Wolke zu ihnen und rief Aharon und Mirjam zu sich: „Hört mal zu, was ich euch zu sagen habe! Es gibt Menschen unter euch man nennt sie Propheten , die haben eine besondere Gabe, weil sie mich in ihren Träumen sehen und hören können. Das ist etwas sehr besonderes, und es kommt nicht sehr oft vor. Aber meinem Diener Mosche erscheine ich nicht in Träumen. Mit ihm rede ich von Mund zu Mund, ihm erscheine ich ganz. Wie konntet ihr da nur so despektierlich über Mosche reden?“
Und der Ewige wurde sehr zornig wegen Aharon und Mirjam und ging weg. Und als auch die Wolke sich gelichtet hatte, sah man, dass Mirjam ganz und gar aussätzig war, weiß wie Schnee.
Aber Aharon ging zu Mosche und sagte ihm: „Mosche, verzeih uns. Wir waren ganz schön dumm, über dich so zu reden. Bitte hilf Mirjam!“
Da schrie Mosche zum Ewigen und betete: „Oh G“tt, heile doch Mirjam.“ Und der Ewige antwortete: „Hätte ihr Vater vor ihr ausgespuckt, so hätte sie sich bestimmt sieben Tage lang geschämt. Deshalb soll sie sieben Tage außerhalb des Lagers bleiben.“
Und Mirjam blieb sieben Tage außerhalb des Lagers. Und das Volk wartete, bis die sieben Tage um waren und Mirjam wieder zurückkam ins Lager. Dann zog das Volk weiter von Chazoreth in die Wüste Paran.
copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Schelach Lecha
Num 8,1 - 12,16; Haftara: Sach 2,14 - 4,7
| Der Leuchter | Der Dienst der Leviten | Das zweite Pessach | Die Wolke | Trompetenblasen | Reisevorbereitung | Die Jisraeliten brechen auf | Das Volk murrt | Aharon u. Mirjam |
| Einleitung |
| Fragen |
| Blog |
Keine Einleitung
Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.
Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.
Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.
A) Allgemeine Fragen zur Parascha
Wie werden die Leviten in ihren Dienst eingeführt?
Wem „gehören“ die Leviten? Und weshalb?
Was ist das „Pessach scheni“, das zweite Pessach?
Wer führte das Volk Israel durch die Wüste?
Wozu brauchte man die silbernen Trompeten?
Wie lange waren die Israeliten schon aus Ägypten ausgezogen, als sie vom Berg Sinai aufbrachen?
Weshalb werden siebzig Älteste ausgewählt, die den „Geist“ erhalten?
B) Fragen für Fortgeschrittene
In dieser Parascha heißt es, dass die Leviten ab 25 Jahren ihren Dienst am Heiligtum verrichten sollen. Als die Leviten gezählt wurden, hieß es aber, dass erst die ab 30 Jahren gezählt werden sollen, weil nur die ihren Dienst verrichten. Wie hat Raschi diese kleine Unstimmigkeit erklärt?
Wird heute das zweite Pessach auch noch eingehalten?
Bei den Trompeten erklärt Raschi, dass das „Lärmblasen“ mit der Trompete „Teqia, Terua, Teqia“ sei. Woran erinnert das?
Die Kinder Israels erhielten unterschiedliche Zeichen, dass sie aufbrechen sollten. Welche waren es?
Mirjam und Aharon lehnen sich gegen Mosche auf. Weshalb wird aber nur Mirjam bestraft (sie wird aussätzig und weiß wie Schnee). Überlege dir eine eigene Antwort.
Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.
Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.
Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.
Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.
Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.
Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.
Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.
Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.
Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.
Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.
Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.
Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.
Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.
Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.
Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.
Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.
Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.
Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.
Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.