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Junge Tora Paraschat Naso
2. Siwan 5771 / 4. Juni 2011

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Was die Gerschoniter für das Heiligtum machen müssen

(4,21) Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Zähle auch die Gerschoniter nach Häusern und Familien und nimm sie in eine Liste auf. Alle Gerschoniter, die zwischen 30 und 50 Jahre alt sind, sollst du zählen, also alle, die einen Dienst am Heiligtum verrichten müssen.

Und das ist das, was die Gerschoniter am Heiligtum tun müssen und was sie vom Heiligtum auf der Reise tragen sollen: Sie sollen sich um die Teppiche und um die Decken, die über dem Zelt liegen, kümmern, auch um den Vorhang am Eingang des Zeltes und um die Umhänge des Vorhofes, auch um den Vorhang am Eingang des Vorhofes. Alles, was die Gerschoniter zu tun haben, sollen sie nach Anordnung Aharons und seiner Söhne tun. Aharon und seine Söhne sollen sie beaufsichtigen, dass sie auch alles nach rechter Anordnung ausführen. Und ganz speziell soll Itamar, der Sohn Aharons, auf die Gerschoniter achten und sie beaufsichtigen.

Was die Merariter für das Heiligtum machen müssen

Auch die Merariter sollst du nach ihren Häusern und Familien zählen und in Listen aufnehmen, und zwar alle Merariter, die zwischen dreißig und fünfzig Jahre alt sind, also einen Dienst am Heiligtum zu verrichten haben.

Und das ist es, was die Merariter am Heiligtum zu tun und was sie während der Reise durch die Wüste zu tragen haben: Sie sollen auf die Bretter des Heiligtums, auf die Riegel und Säulen und Füße achten. Auch auf die Säulen und Füße des Vorhofs. Das ist es, worauf sie achten sollen und was sie zu tragen haben. Itamar soll die Merariter besonders im Auge behalten und auf sie achten, dass sie alles richtig machen.“

Wie die Leviten gezählt werden

Und so zählten Mosche, Aharon und die Obersten der ganzen Gemeinde die Söhne der Kehatiter nach ihren Familien, und sie zählten alle, die zwischen 30 und 50 Jahre alt waren, alle, die am Heiligtum einen Dienst zu verrichten hatten. Und es waren insgesamt 2750 Kehatiter.

Und die Zahl all der Gerschoniter, die zwischen 30 und 50 Jahre alt waren und einen Dienst am Heiligtum zu verrichten hatten, und die Mosche und Aharon zählte, belief sich auf insgesamt 2630.

Und die Merariter, die von Mosche und Aharon gezählt wurden, alle, die zwischen 30 und 50 Jahre alt waren und einen Dienst am Heiligtum zu verrichten hatten, waren insgesamt 3200.

So zählten Mosche und Aharon insgesamt 8580 Leviten, die zwischen 30 und 50 Jahre alt waren und einen Dienst am Heiligtum zu verrichten hatten. Und auch wurde unter Aufsicht von Mosche jedem das zugewiesen, was er zu tun und zu tragen hatte.

Wie die Unreinen aus dem Lager gewiesen wurden

(5) Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Sag den Kindern Jisraels, dass sie jeden aus dem Lager *der Jisraeliten* hinausschicken sollen, der aussätzig ist oder sich sonstwie, zum Beispiel an einer Leiche, verunreinigt hat. Egal, ob es sich um Männer oder Frauen handelt: Schickt sie hinaus vor das Lager. Denn sie sollen das Lager, in dessen Mitte ich wohne, nicht verunreinigen.“

Und die Kinder Jisraels taten, was man ihnen sagte und schickten alle Aussätzigen und Unreinen aus dem Lager.

Die Wiedergutmachung

Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Angenommen, jemand hat irgendetwas Unrechtes getan, zum Beispiel etwas an sich genommen, was ihm nicht gehört, und er fühlt sich dabei nicht wohl und merkt, dass er etwas Unrechtes getan hat, dann soll er deutlich bekennen, dass er etwas Unrechtes getan hat und soll den Schaden, den er angerichtet hat, wieder gutmachen, zum Beispiel etwas Gestohlenes zurückgeben. Hat derjenige, der etwas Unrechtes getan hat, nicht mehr die Möglichkeit, den Schaden wiedergutzumachen (zum Beispiel, weil der Geschädigte *ohne Erben* gestorben ist), dann soll er zum Kohen gehen, und ihm das zurückgeben, was ihm nicht gehört. Dem Kohen hat er aber auch noch den Widder für das Ascham-Opfer zu bringen, damit der Kohen für seine „Reinigung“ das Ascham-Opfer darbringen kann.

Im übrigen soll alles, was die Kinder Jisraels dem Kohen bringen, auch diesem gehören und keinem anderen.“

Wenn der Mann seiner Frau nicht mehr traut

Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Sag den Kindern Jisraels auch Folgendes: Wenn ein Mann glaubt, dass seine Frau ihm nicht treu war und er eifersüchtig wird, weil er denkt, dass seine Frau bei einem anderen Mann lag, dann soll er seine Frau nehmen und mit ihr zum Kohen gehen. Ihm soll er für seine Frau Mehl als Opfer bringen, aber weder Öl noch Weihrauch darüber geben. Das soll eine Mincha, ein Speiseopfer, sein, und zwar ein Speiseopfer, das Schuld in Erinnerung rufen soll. Daraufhin soll der Kohen die Frau zu sich kommen lassen und sie vor den Ewigen hinstellen. Dann soll der Kohen heiliges Wasser, *also Wasser aus dem kupfernen Becken*, in einem Tongefäß holen, etwas Staub vom Boden der Wohnung nehmen und es ins Wasser stäuben. Dann soll der Kohen die Frau vor den Ewigen hinstellen, ihr das Kopfhaar lösen und ihr die Mincha, das Speiseopfer, in die Hand geben, während er selbst das Bitterwasser in Händen hält. Dann soll er eindringlich der Frau sagen: Wenn du unschuldig bist und du nicht untreu deinem Mann gegenüber warst und bei keinem Mann gelegen hast, dann sollst du durch dieses Bitterwasser unverletzt bleiben.

Wenn du aber auf Abwege geraten bist und dich unrein gemacht hast und ein Mann bei dir gelegen hat außer deinem eigenen Mann: dann mache der Ewige dich zur Verfluchung und zum Schwur inmitten deines Volkes, und es komme dieses fluchbringende Wasser in dein Inneres, damit dein Bauch anschwillt und deine Hüfte einfällt. Und die Frau soll sagen: Amen, Amen! Und der Kohen soll diese Verfluchungen in ein Buch schreiben und sie in das bittere Wasser hinein abwischen; und dann soll er die Frau das fluchbringende Wasser der Bitterkeit trinken lassen, damit das fluchbringende Wasser in sie komme. Dann soll der Kohen aus der Hand der Frau das Eiferopfer vor dem Ewigen schwingen und zum Altar bringen. Wenn nun die Frau sich nicht unrein gemacht hat und rein ist, dann wird sie unversehrt bleiben und belohnt werden mit Kindern. Das ist das Gesetz der Eifersucht: Wenn eine Frau auf Abwege gerät und sich unrein macht oder wenn über einen Mann der Geist der Eifersucht kommt und er eifersüchtig wird auf seine Frau, dann soll er die Frau vor den Ewigen stellen, und der Kohen soll mit ihr tun nach diesem ganzen Gesetz. Und der Mann wird frei sein von Schuld; eine solche Frau aber soll ihre Schuld tragen.

Der Nasiräer

(6) Und der Ewige redete zu Mose: „Rede zu den Kindern Jisraels und sag ihnen: Wenn jemand, ein Mann oder eine Frau, das Gelübde eines Nasiräers gelobt, um für den Ewigen ganz da zu sein, dann soll er keinen Wein und kein Bier trinken, nicht einmal Trauben soll er essen. Auch darf er sich nicht die Haare und den Bart schneiden. Auch soll er alle diese Tage, in denen er ganz besonders dem Ewigen zur Verfügung steht, sich keiner Leiche nähern, nicht einmal wegen seines Vaters, seiner Mutter, seines Bruders oder wegen seiner Schwester soll er sich unrein machen. Alle Tage seiner Absonderung ist er dem Ewigen heilig. Wenn jetzt aber jemand plötzlich neben ihm stirbt und er dadurch unrein wird, dann soll er seine Haare nach sieben Tagen schneiden und am achten Tag zwei junge Tauben zum Kohen an den Eingang des Ohel Moed bringen. Und der Kohen soll die eine als Chattat und die andere als Ola opfern und ihn wieder ins Reine bringen, denn er ist wegen einer Leiche unrein geworden. Die vorigen Tage, an denen er ganz besonders für den Ewigen da war, gelten nicht mehr und er muss von vorne anfangen.

Und das ist das Gesetz des Nasiräers: An dem Tag, an dem die Absonderung für den Ewigen endet, soll man ihn an den Eingang des Ohel Moed bringen. Und er soll dem Ewigen seine Gabe bringen: ein einjähriges Lamm ohne Fehler als Aufstiegsopfer und ein einjähriges weibliches Lamm ohne Fehler als chattat (Reinigungsopfer) und einen Widder ohne Fehler als Friedensopfer sowie einen Korb mit ungesäuerten Broten. Und der Nasiräer soll an dem Eingang des Ohel Moed seine Haare schneiden, das abgeschnittene Haar nehmen und es auf das Feuer legen, das unter dem Friedenssopfer brennt. Und der Kohen soll etwas von dem Widder und vom ungesäuerten Brot nehmen und das mit dem Nasiräer als Schwingopfer vor dem Ewigen schwingen. Und danach kann der Nasiräer wieder Wein trinken.

Der Segen Aharons

Und der Ewige redete zu Mose und sagte: „Rede zu Aaron und zu seinen Söhnen: So sollt ihr die Kinder Jisraels segnen! Sprecht zu ihnen: Der Ewige segne dich und behüte dich! Der Ewige soll dir *sein freundliches Gesicht* zeigen und sei dir gnädig! Der Ewige soll dir sein Angesicht zuwenden und dir Frieden geben! Und so sollen sie meinen *ausgesprochenen* Namen auf die Kinder Jisraels legen, und ich werde sie segnen.“

Die Geschenke der Fürsten

(7) An dem Tag, als Mosche die Wohnung aufgerichtet und sie mit allen ihren Geräten geheiligt hatte, brachten die Obersten der Stämme ihre Gaben vor den Ewigen, Wagen und Rinder brachten sie.

Und der Ewige redete zu Mosche und sagte ihm: „Nimm das alles von ihnen an, denn du wirst alles benötigen, wenn du das Ohel Moed erbaust. Und auch die Leviten benötigen die Wagen und Rinder, da sie das Heiligtum ja tragen müssen.“

Und so gab Mosche den Söhnen Gerschons und den Söhnen Meraris die Wagen mit den Rindern. Nur die Söhne Kehats bekamen nichts, denn sie mussten die Sachen, die sie zu tragen hatten, auf der Schulter tragen.

Und dann brachten die Obersten der Stämme ihre Geschenke für die Einweihung des Altars.

Und der Ewige sagte zu Mosche: „Jeden Tag soll ein anderer Oberster seine Gabe zur Einweihung des Altars bringen.“ Und so brachten der Reihe nach alle Obersten ihre Geschenke vor den Altar.

Und das waren insgesamt die Geschenke, die die Obersten der Stämme brachten: zwölf silberne Schüsseln, zwölf silberne Sprengschalen, zwölf goldene Schalen; zwölf goldene Schalen voller Räucherwerk, zwölf Stiere; dazu zwölf Widder, zwölf einjährige Lämmer, zwölf Ziegenböcke zur chattet. Dazu sechzig Widder, sechzig Böcke, sechzig einjährige Lämmer.

Und wenn Mosche in das Ohel Moed hineinging, um mit dem Ewigen zu reden, dann hörte er die Stimme von der Kapporet des Aron ha-qodesch, und er redete zu ihm.

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Fortsetzung: Paraschat Behaalotcha

Devarim
Waetchanan
Eqev
Reeh
Schoftim
Ki Teze
Ki Tavo
Nizavim
Wajelech
Haasinu
Sot ha-Bracha

Paraschat Naso

Num 4,21 - 7,89; Haftara: Ri 13,2-25

Arbeit der Gerschoniter Arbeit der Merariter Zählung der Leviten Die Unreinen Wiedergutmachung Der eifersüchtige Mann Nasiräer Segen Aharons Die Geschenke
Einleitung
Fragen
Blog

Einleitung

Heute ohne Einleitung

Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.

Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.

Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.

Fragen zur Parascha

A) Allgemeine Fragen

Wie heißen die drei Familien der Lewiim?

Was musste jemand tun, der etwas Falsches gemacht hatte und das bereut?

Was ist das Bitterwasser?

Was ist ein Nasiräer?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Worin ähnelt ein Nasiräer einem Kohen, und worin gerade nicht?

Weshalb bekamen die Familien Gerschon und Merari die Wagen als Geschenk?

Weshalb gab es überhaupt das Ritual mit dem Bitterwasser, wo eine verdächtige Frau geprüft werden sollte? Denn denk daran: eine Frau, die sich zu einem fremden Mann legte, bekam doch ohnehin eine Strafe. Weshalb also das Ritual mit dem Bitterwasser?

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.

Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.

Raschis Kommentar

Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.

Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.

Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".

Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen

Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.

Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.

Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.

Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.

Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.

Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.

Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.

Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.

Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.

Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.

Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.

Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.

Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.

Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.

Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.

Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.

Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.

Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.