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Junge Tora Paraschat Bemidbar
24. Ijar 5771 / 28. Mai 2011

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Die Familien werden gezählt

(1) Es war bereits im zweiten Jahr, nachdem die Kinder Jisraels aus dem Land Ägypten ausgezogen waren. Da sagte der Ewige zu Mosche in der Wüste Sinai, während er sich im Zelt befand: „Geht nun daran, alle Jisraeliten, die mit euch sind, zu zählen. Und zwar zählt die Namen der Männer, Kopf um Kopf, geordnet nach Familien und Stämmen. Alle Männer im Alter von Zwanzig an, also alle, die auch für euch in den Krieg ziehen können, sollt ihr, du und Aharon, zählen. Damit euch die Arbeit aber leichter fällt, sollt ihr, bevor ihr mit dem Zählen anfangt, für jeden Stamm einen Mann auswählen, der euch beim Zählen behilflich sein kann. Also für die Stämme: Reuven, Schimon, Jehuda, Jissachar, Sevulun, Josef, also für Efrayim und Menasche, Benjamin, Dan, Ascher, Gad und Naftali. Die Fürsten dieser Stämme sollen gerufen werden, um beim Zählen behilflich zu sein.“

Und Mosche und Aharon holten alle die Männer, die ihnen genannt worden waren, herbei. Dann versammelten sie die ganze Gemeinde am ersten Tag des zweiten Monats und ließen alle, nach Familien und Stämmen geordnet, in Listen eintragen, alle, die älter als zwanzig Jahre waren.

Und so, wie der Ewige es Mosche angeordnet hatte, wurden also alle Jisraeliten in der Wüste Sinai gezählt und registriert.

...

So viele also zählten Mosche und Aharon und die zwölf Fürsten, die bei der Zählung geholfen hatten. Insgesamt waren es 603.550 Mann.

So wurden alle Jisraeliten gezählt, nur die Nachkommen Levis, alle Leviten, wurden nicht gezählt. Hierzu sagte der Ewige zu Mosche: „Die Leviten sollst du nicht zählen und sie nicht in Listen aufschreiben. Vielmehr sollst du die Leviten für meine Wohnung nehmen, damit sie dort ihren Dienst tun und die Geräte und alles, was für das Heiligtum wichtig ist, tragen. Deshalb sollen sich die Leviten auch ganz in der Nähe des Heiligtums lagern. Und wenn ihr wieder aufbrecht und meine Wohnung weiter (durch die Wüste) tragt, dann sollen die Leviten kommen und das Heiligtum zusammenlegen, und wenn ihr euch wieder lagert, dann sollen die Leviten das Heiligtum wieder aufbauen. Das soll allein die Arbeit der Leviten sein, kein Fremder darf sich nähern, um ihnen mitzuhelfen. Wenn das passieren würde, müsste ich mit dem Tod strafen.

Und alle Jisraeliten sollen sich nach der Ordnung der Stämme lagern. Nur die Leviten sollen direkt um das Heiligtum herum ihr Lager aufschlagen und genau meine Anordnungen beachten.“

Und so taten es die Kinder Jisraels auch, ganz so, wie es ihnen der Ewige angeordnet hatte.

Wo sich die Stämme lagern sollen

(2) Dann sagte der Ewige zu Mosche und Aharon: „Nun sollen alle von den Kindern Jisraels sich unter einem bestimmten Zeichen seines Stammes, bei seiner Fahne, versammeln. Dabei sollen sie darauf achten, dass sie in einem gehörigen Abstand zum Heiligtum sich lagern sollen. Und zwar in dieser Ordnung sollen sich die Stämme lagern: Im Osten, also zu der Seite hin, wo die Sonne aufgeht, dort sollen sich die Stämme Jehuda, Jissachar und Sevulun lagern. Auf dieser Seite lagern also insgesamt 186.400 Mann. Sie sind es auch, die, wenn aufgebrochen wird, sich zuerst aufmachen sollen.

Im Süden dagegen sollen sich die Stämme Reuven, Schimon und Gad lagern, also insgesamt 151.450 Mann. Sie sollen als zweite aufbrechen, direkt nach den Stämmen, die im Osten lagern. Nach diesen Stämmen soll zunächst das Zelt selbst aufbrechen, und mit dem Zelt natürlich die Leviten, die ja direkt um das Zelt herum ihren Platz haben.

Im Westen sollen sich die Stämme Efrajim, Menasche und Benjamin lagern, insgesamt sind das also 108.100 Mann. Sie sollen direkt nach dem Zelt aufbrechen.

Im Norden schließlich sollen sich die Stämme Dan, Ascher und Naftali lagern, also insgesamt 157.600 Mann. Diese Stämme sollen beim Aufbruch den Abschluss bilden.

Das sind also die von den Kindern Jisraels Gezählten, insgesamt 603.550 Mann. Nur die Leviten wurden bei dieser Zählung nicht mitgezählt, denn so hatte es der Ewige Mosche angeordnet. Und die Kinder Jisraels taten alles so, wie es der Ewige Mosche angeordnet hatte. So lagerten sie sich und so brachen sie nach dieser Ordnung auf.

Die Familie von Aharon

(3) Das waren die Söhne von Aharon: Nadav, der Erstgeborene, Avihu, Elasar und Itamar. Sie waren die Kohanim, die gesalbt worden waren und als Kohanim am Heiligtum dienten. Aber Nadav und Avihu starben vor dem Ewigen, als sie in der Wüste Sinai ein fremdes Feuer vor den Ewigen bringen wollten. Und da sie selbst noch keine Söhne hatten, blieben Elasar und Itamar übrig, den Dienst am Heiligtum auszuüben.

Was die Leviten zu tun haben

Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Nun soll der ganze Stamm Levi vor den Kohen Aharon herantreten. Denn ihn (und seine Söhne) sollen sie bedienen, sie sollen am Heiligtum dienen und genau beachten, was am Heiligtum zu tun ist. So sollen sie auf alle Geräte des Heiligtums achten; auch sollen sie darauf achtgeben, was für die Kinder Jisraels zu beachten ist. Gib die Leviten Aharon. Sie sind aus der Mitte der Jisraeliten genommen und ihm, dem Kohen, gegeben *und damit von den anderen Jisraeliten abgesondert*. Aharon und seine Söhne dagegen sollen den Dienst am Heiligtum verrichten, kein Fremder darf sich dem Heiligtum nähern.“

Und weiter sagte der Ewige zu Mosche: „Ich selbst habe die Leviten aus der Mitte der Kinder Jisraels genommen, ich habe sie als die Erstgeborenen, die mir gehören, genommen, als wären sie es gewesen, die durch den Mutterschoß gekommen wären. Und so sollen die Leviten alle mir gehören. Denn seitdem ich im Land Ägypten alle Erstgeborenen geschlagen habe, gehört alles Erstgeborene mir, egal ob beim Vieh oder beim Menschen. Mir sind sie geheiligt, ich bin der Ewige.“

Jetzt werden auch die Leviten gezählt

Dann sagte der Ewige zu Mosche in der Wüste Sinai: „Nun zähle auch die Söhne Levis nach ihren Familien. Und zwar zähle alle, die älter als ein Monat sind, *wenn also keine Gefahr des frühen Todes mehr droht*; zähle von denen alle Männlichen.“

Da ging Mosche hin und zählte die Leviten, wie ihm der Ewige aufgetragen hatte.

Und das sind die Namen der Söhne Levis: Gerschon, Kehat und Merari, weshalb sich die Familien der Leviten unterteilen in Gerschoniter, Kehatiter und Merariter. In allen drei Häusern der Leviten gab es mehrere Familien.

...

Die Leviten sind die Erstgeborenen der Jisraeliten

Dann sagte der Ewige zu Mosche: Schau, es sind 22.000 gezählte Leviten. Nun geh hin und zähle von den Kindern Jisraels alle Erstgeborenen, und zwar alle Erstgeborenen, die älter als ein Monat alt und männlich sind. Denk daran, dass du für diese Erstgeborenen für mich die Leviten aussondern sollst.“

Und so ging Mosche hin und zählte nun auch alle Erstgeborenen unter den Kindern Jisraels. Und die, die er gezählt hatte, waren insgesamt 22.273.

Dann sagte der Ewige wieder zu Mosche: „Nun nimm anstelle der Erstgeborenen alle Leviten, und auch das Vieh der Leviten sollst du anstelle des Viehs der erstgeborenen Jisraeliten nehmen. Die Leviten gehören mir, ich bin der Ewige. Da du aber 22.273 Erstgeborene, aber nur 22.000 Leviten hast, bleiben 273 Erstgeborene übrig. Diese sollst du mit Geld auslösen. Das Lösegeld sollst du Aharon und seinen Söhnen geben.“

Und so nahm Mosche das festgelegte Geld von den übriggebliebenen Erstgeborenen und übergab das Geld Aharon und seinen Söhnen, genauso wie der Ewige es Mosche angeordnet hat.

Was die Kehatiter für das Heiligtum machen müssen

(4) Dann sagte der Ewige zu Mosche und Aharon: „Nimm zunächst die Familien der Kehatiter von den Leviten. Alle Kehatiter, die zwischen dreißig und fünzig Jahre alt sind, sollen ihren Dienst am Zelt antreten. Das sollen die Kehatiter am Heiligtum besorgen: Sie sollen sich um das Allerheiligste kümmern.

Wenn das Lager aufbricht, sollen Aharon und seine Söhne den inneren Vorhang abnehmen und mit dem Vorhang den Kasten bedecken. Darauf sollen sie eine weitere Decke legen, und darauf wieder ein Tuch, in das hinein sie die Stangen legen sollen. Auch über den Tisch sollen sie ein Tuch ausbreiten, und in das Tuch die Schüsseln und Schalen und Röhren und Säulen des Tisches legen. Und obenauf sollen sie das ständige Brot legen. Das alles sollen sie noch einmal mit Tüchern bedecken und die Stangen dort hineinlegen. Auch über den Leuchter sollen sie ein Tuch legen und auch die Lampen damit bedekken. Alle Geräte des Leuchters sollen sie in Tücher wickeln, und das alles auf eine Tragbahre legen. Auch über den goldenen Altar sollen sie ein Tuch ausbreiten und die Stangen hineinstecken. Dann sollen sie alle Geräte, die für den Dienst am Heiligtum nötig sind, nehmen und sie in ein Tuch einwickeln und sie auf eine Tragbahre legen. Danach sollen sie die Asche vom (kupfernen) Altar entfernen, und über den Altar ein Tuch ausbreiten und alle Geräte, die für diesen Altar gedacht sind, darauf legen und über alles noch einmal ein großes Tuch werfen und die Stangen hineinstecken.

Wenn Aharon und seine Söhne mit dieser Arbeit fertig sind und sie alle Gerätschaften vom Heiligtum bedeckt haben, dann erst sollen die Kehatiter kommen und alle Geräte nehmen, um sie auf der Reise zu tragen. Nur wenn alles bedeckt ist, können sie sich diesen Gerätschaften nähern, ohne gleich sterben zu müssen.

Das also sollen die Kehatiter am Heiligtum und für das Heiligtum tun. Elasar aber, der Sohn Aharons, soll für das Öl des Leuchters verantwortlich sein, sowie für das Räucherwerk und für das Salböl. Überhaupt soll er besonders auf die Geräte des Heiligtums *und auf die Kehatiter* achten.“

Dann sagte der Ewige zu Mosche und Aharon: „Ihr sollt darauf acht geben, dass den Kehatitern nie etwas Schlimmes zustößt. Nicht, dass es irgendwann keine Kehatiter mehr gibt. Deshalb sollt ihr darauf achten, dass sie nicht aus Versehen etwas vom Heiligen berühren und dadurch sterben. Geht mit ihnen einzeln ins Heiligtum und weist ihnen genau an, was sie aufnehmen und tragen sollen. Nur so könnt ihr sichergehen, dass sie nicht zu früh zu euch hereinkommen und sehen, wie ihr das Heilige einhüllt. Sie würden daran sterben.

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Fortsetzung: Paraschat Naso

Devarim
Waetchanan
Eqev
Reeh
Schoftim
Ki Teze
Ki Tavo
Nizavim
Wajelech
Haasinu
Sot ha-Bracha

Paraschat Bemidbar

Num 1,1 - 4,20; Haftara: Hos 2,1-22

Zählung der Familien Die Lager der Stämme Aharons Familie Aufgaben der Leviten Zählung der Leviten Leviten als Erstgeborene Die Kehatiter
Einleitung
Fragen
Blog

Einleitung

Mit dem vierten Buch („Bemidbar“) kommt wieder Bewegung ins Geschehen. Denn im vorhergehenden Buch wurden weitgehend nur verschiedene Bestimmungen aufgeführt und dargelegt. Dieses Buch nun berichtet vom Aufbruch der Jisraeliten und der weiteren Wanderung durch die Wüste. Aber bevor es nun losgeht, bringt diese Parascha zuerst Ordnung in die Jisraeliten. Sie werden gezählt und um das Heiligtum herum genau aufgestellt. Das bedeutet, dass jeder nach Stamm und Familie einen genau zugeordneten Platz erhält. Dabei macht die Ordnung des Lagers sehr deutlich, dass alle Jisraeliten auf das Heiligtum hin zugeordnet sind. So wie sie lagern, brechen sie auf, und auf ebendiese Weise wandern sie durch die Wüste. Auf diese Weise wird der immer wiederkehrende Satz „Ich will in ihrer Mitte wohnen“ eine herausragende Konkretisierung.

Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.

Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.

Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.

Fragen zur Parascha

A) Allgemeine Fragen

Die Israeliten wurden gezählt, wie die Tora berichtet. Es gibt aber einige Leute unter den Israeliten, die nicht gezählt wurden. Welche? (Aufpassen!)

Im Lager der Israeliten war das Zelt mit dem Heiligtum in der Mitte. Zeichne einmal auf, wie sich die Stämme um das Heiligtum herum lagerten. Vergiss dabei auch nicht die Lewiim, die schließlich auch noch ums Heiligtum herumlagerten!

Was ist die Aufgabe der Lewiim?

Die Lewiim bestehen aus drei Großfamilien. Wie heißen die?

Weshalb müssen Aharon und seine Söhne die heiligen Geräte beim Abbauen erst abdecken, bevor die Kehatiter kommen dürfen, um die Dinge alle zu tragen?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Weshalb erhalten die Lewiim eine besondere Bedeutung?

Weshalb werden die Lewiim nicht auch wie die andern ab zwanzig Jahre gezählt, sondern schon ab einem Monat?

Weshalb müssen einige Israeliten (nämlich 273) mit Geld ausgelöst werden, obwohl doch die Lewiim ein Ersatz für die anderen Erstgeborenen sind?

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.

Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.

Raschis Kommentar

Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.

Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.

Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".

Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen

Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.

Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.

Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.

Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.

Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.

Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.

Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.

Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.

Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.

Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.

Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.

Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.

Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.

Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.

Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.

Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.

Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.

Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.