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Bemidbar
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Devarim
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copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(26,3) Und nun sage ich euch noch eines zum Schluss: Wenn ihr es schafft und meine Gesetze und Vorschriften *studiert* und sie haltet, dann will ich euch Regen zur rechten Zeit schicken, und der Boden wird fruchtbar sein und die Bäume werden Früchte in Mengen tragen. Ihr werdet dann Brot in Hülle und Fülle essen können, euch wird in eurem Land nichts passieren. Ich werde dem Land Frieden geben, so dass ihr euch nicht fürchten müsst, vor nichts, weder vor wilden Tieren, noch vor Feinden. Ich werde mich euch zuwenden, und ihr werdet fruchtbar sein und euch vermehren, und ich werde so weiterhin an den Vertrag zwischen uns denken und ihn einhalten. Ich werde meine Wohnung unter euch einrichten und unter euch sein, ich werde euer G“tt sein, und ihr sollt dann mein Volk sein. Ich bin der Ewige, ich habe euch aus Ägypten herausgebracht, damit ihr nicht ewig Sklaven sein müsst. Ich habe eure Beschwernisse von euch genommen und habe euch beigebracht, aufrecht zu gehen.
Aber wenn ihr meine Gebote nicht haltet und nicht auf mich hört, wenn euch meine Gesetze egal sind und ihr nicht tut, was ich euch gesagt habe, dann werde auch ich mich gegen euch wenden und euch Schreckliches antun. Ich werde euch Krankheiten schicken, unter denen ihr fürchterlich leiden werdet, ich werde es machen, dass eure Saat nicht aufgeht und ihr nicht ernten könnt. Ich werde euch Feinde schicken, die gegen euch kämpfen werden, und eure Hasser werden über euch herrschen. Und wenn ihr dann noch immer nicht auf mich hört, werde ich eure Sünden siebenfach strafen, ich werde den Himmel über euch zu Eisen machen und die Erde unter euch zu Erz. Der Boden wird euch nichts geben, die Bäume auf dem Land keine Frucht tragen. Und wenn das noch immer nicht reicht und ihr noch immer nicht auf mich hören wollt, dann werde ich euch weiter schlagen. Die Tiere werde ich gegen euch aussenden, und sie werden euch die Kinder rauben und euer Vieh reißen. Und wenn das euch noch immer nicht reicht und ihr mir noch immer entgegentretet, dann werde auch ich mich gegen euch wenden und euch schlagen. Und dann werde ich eure Städte zerstören und eure Heiligtümer niederreißen, und ich werde keine lieblichen Gerüche mehr von euch annehmen. Und ich werde das ganze Land verwüsten, und euch werde ich zerstreuen unter die Völker. Und erst dann, wenn das Land zufrieden ist, wird das Land seinen Schabbat haben und zufrieden sein, und es wird die Schabbate feiern, solange es wüst darniederliegt. Aber ihr werdet unter euren Feinden leben müssen und die fremden Länder werden euch verzehren.
Und erst dann, wenn ihr eure Sünden gebüsst haben werdet, dann werde ich mich daran erinnern, dass ich einen Vertrag geschlossen habe mit Jaaqov und mit Jizchaq und mit Avraham. Denn ich bin der Ewige, euer G“tt. Ich werde mich an den Vertrag erinnern, den ich mit euren Vorfahren geschlossen habe, und ich werde mich daran erinnern, dass ich eure Vorfahren aus Ägypten gebracht habe, um ihr G“tt zu sein.“
Das also sind die Gesetze und Vorschriften, die der Ewige dem Mosche auf dem Berg Sinai gegeben hat.
copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Bemidbar
Lev 26,3 - 27,34; Haftara: Jer 16,19 - 17,14
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Die letzte Parascha des Buches Wajiqra nimmt ebenfalls das Land ganz besonders in den Blick: Das Land wird reiche Früchte tragen, wenn die Bewohner des Landes die Gebote Gottes einhalten. Und umgekehrt: Das Land wird verwüstet werden und die Bewohner aus dem Land geworfen werden, wenn sie sich nicht an die Gebote halten. Nun sollte gerade diese Parascha nicht zu leicht genommen werden, in dem Sinn: dem Bösen geht es schlecht, dem Guten geht es gut. Das wäre zu einfach (und entspricht meist auch nicht der eigenen Beobachtung, wenngleich es auch die Hoffnung des naiv Religiösen sein mag!!!). Diese Parascha verknüpft das Land mit dem Gebot, wie die letzte Parascha ebenfalls. Das Land wird unter einen Vorbehalt gestellt. Es gehört mir nicht einfach, ich kann mit ihm nicht einfach tun, was ich will, weil es letztlich Gott gehört. Das Land wird mir nur zuteil, wenn auch ich mich Gott zuteil werden lasse, wenn ich mich also unter das Gebot Gottes stelle. Diese Aussage hat vor allem dann eine besondere Sprengkraft, wenn man bedenkt, wie selbstverständlich es in der Menschheitsgeschichte stets war, dass sich Menschen Ländereien an sich gerissen haben, um freie Verfügungsgewalt darüber auszuüben (das Eigentum, gerade auch am Land, steht auch heute im Grundgesetz unter einem besonderen Schutz des Staates). Diese Parascha kontrastiert deshalb auch die Aussage aus dem ersten Schöpfungsbericht, wonach der Mensch fruchtbar werden und sich die Erde untertan machen soll, ein Satz, der im christlichen Abendland bis zum heutigen Kapitalismus verheerende Auswirkungen hatte und hat.
Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.
Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.
Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.
A) Einfachere Fragen
Wann will sich G“tt an seinen „Vertrag“ mit Israel halten?
Wann „kündigt“ G“tt den Vertrag mit seinem Volk?
B)
Weshalb steht diese Parascha wohl am Ende des Buches Wajiqra?
Könnte es sein, dass die vorangegangene Parascha Behar Sinai mit dieser Parascha irgendwie enger zusammengehört (außer dass man sie meist zusammen in der Synagoge liest)?
Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.
Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.
Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.
Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.
Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.
Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.
Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.
Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.
Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.
Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.
Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.
Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.
Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.
Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.
Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.
Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.
Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.
Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.
Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.