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copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(25) Dann sagte der Ewige zu Mosche auf dem Berg Sinai: „Sag den Kindern Jisraels Folgendes: Ihr seid noch in der Wüste. Aber wenn ihr später einmal in das Land kommt, das ich euch ja zu geben versprochen habe, dann sollt ihr darauf achten, dass auch das Land, in dem ihr dann leben werdet, einen Schabbat erhält. Deshalb darfst du sechs Jahre die Felder bestellen, säen, ernten und die Weinberge beschneiden. Aber das siebte Jahr soll für das Land ein hoher Schabbat sein, ein Schabbat für den Ewigen. Dann darfst du dein Feld nicht bestellen, deinen Weinberg nicht beschneiden, auch das Gewachsene, *das du nicht gesät hast*, darfst du nicht abschneiden, die Trauben, die wachsen, nicht lesen. Denn das Land hat einen Schabbat. Das, was das Land während des Schabbatjahres hervorbringt, das soll euch allen zur Nahrung dienen. Es soll für dich sein, genauso wie für den Knecht, die Magd, den Feldarbeiter oder den Fremden. Auch das Vieh und das Wild soll vom natürlichen Ertrag des Landes leben.
Aber nicht nur das. Du sollst auch siebenmal solche Schabbatjahre zählen, also siebenmal sieben Jahre, also neunundvierzig Jahre insgesamt. Dann sollt ihr im neuen Jahr, also im fünfzigsten Jahr, an Yom Kippur die Posaune blasen. Dieses Jahr sollt ihr heiligen und im ganzen Land Freiheit für alle Bewohner ausrufen. Denn dieses Jahr ist ein Yovel. Und in diesem Jahr soll jeder zu seinem Besitz zurückkehren. Auch in diesem Jahr dürft ihr nicht säen, nicht das wild Gewachsene abschneiden und auch nicht von den unbeschnittenen Weinstöcke lesen.
Und dann gilt auch, dass ihr ehrlich zueinander sein sollt, wenn ihr euch gegenseitig Dinge verkauft. Das gilt vor allem, wenn ihr euch gegenseitig Felder verkauft. Denn ihr müsst das Yoveljahr berücksichtigen, in dem die Felder, die ihr gekauft habt, wieder zum alten Besitzer zurückkehren. Und deshalb sollt ihr so verkaufen, dass wenn das Yoveljahr noch lange hin ist, ihr einen höheren Kaufpreis dafür bekommt, wenn das Yoveljahr aber kurz bevorsteht, dann könnt ihr nur noch einen kleinen Kaufpreis fordern. Denn der Käufer hat ja nur noch wenige Ernten, die er für sich einfahren kann. Im Yoveljahr geht das Feld ja wieder zurück an den, von dem er es gekauft hat.
Du sollst den anderen nicht *mit Worten kränken, ihm auch keinen Rat geben, der nur dir selbst passt*. Fürchte deinen Gott, denn ich bin der Ewige, euer Gott.
Ich sage euch eines: Haltet meine Gebote und meine Regeln, die ich euch eingeschärft habe. Wenn ihr euch an meine Anweisungen haltet, dann könnt ihr ohne Gefahr in diesem Land wohnen. Das Land wird euch dann Früchte bringen und euch satt machen. Denkt nicht, dass euch das Land im siebten Jahr nicht satt macht, nur weil ihr nicht säen und ernten dürft. Ich werde meinen Segen im sechsten Jahr bringen und der Ertrag soll dann so groß sein, dass ihr davon drei Jahre leben könntet.
Denkt auch daran, dass ihr den Boden, auf dem ihr lebt, nicht auf ewig verkauft werden kann. Denn das ist mein Land, und ihr seid nur Fremdlinge in meinem Land.
Und weil das so ist, sollt ihr eurem Bruder das Land, das er verkauft hat, weil er verarmt ist, zurückkaufen, damit es seines bleiben kann. Kann jemand sein Land nicht zurückkaufen, dann muss er solange warten, bis das Yoveljahr kommt. Denn dann fällt sein Land wieder an ihn zurück.
Nur bei einem Haus ist es etwas anderes. Verkauft jemand sein Haus, das in einer Stadt steht, dann hat er ein Jahr lang Zeit, das Haus zurückzukaufen. Kauft er es bis dahin nicht zurück, dann bleibt das Haus im Besitz des Käufers, und zwar für immer. Auch im Yoveljahr bekommt er es nicht zurück.
Nur Häuser, die nicht in einer fest ummauerten Stadt sind, werden so betrachtet, als wären sie Ackerland. Sie fallen also im Yoveljahr dem ursprünglichen Besitzer zurück.
Eine andere Sache ist es, wenn es sich um Häuser der Leviten handelt, also wenn es um Levitenstädte geht. Leviten haben immer die Möglichkeit, ihre Häuser zurückzukaufen. Denn die Levitenstädte sind der Besitz der Leviten, sie haben ja nicht mehr. Auch ein Feld, das zu einer Levitenstadt gehört, kann nie verkauft werden, es gehört ihnen für immer.
Dein Bruder, der verarmt ist, musst du besonders beachten. Von ihm darfst du keine Zinsen verlangen, wenn du ihm Geld gibst, du darfst dich überhaupt nicht dafür bezahlen lassen, dass du ihm Geld gibst. Fürchte dich vor deinem Gott. Und dein Bruder neben dir soll immer genug zu leben haben. Ich bin der Ewige, euer Gott, der euch aus Ägypten herausgebracht hat, um euch das Land Kenaan zu geben und um euer Gott zu sein.
Wenn dein Bruder verarmt und ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich dir zu verkaufen, dann sollst du deinen Bruder nicht wie einen Sklaven behandeln. Sondern wie einen normalen Arbeiter sollst du ihn behandeln. Und auch hier: Nur bis zum Yoveljahr soll er bei dir arbeiten, dann ist er frei. Im Yoveljahr soll er mit seiner Familie von dir wegziehen und zu seinen Verwandten zurückkehren. Er soll dorthin zurückkehren, wo er seinen Besitz hatte. Denn die Jisraeliten sind meine Diener, die ich aus Ägypten gebracht habe, sie sollst du nicht wie Sklaven behandeln *und ihnen erniedrigende Arbeit geben*. Und deshalb sollst du auch nicht gar zu streng über sie herrschen *und ihm unnötige Arbeit aufdrücken*.
Wenn du Knechte und Mägde für die Arbeit brauchst, dann kannst du sie dir ja von den andern Völkern nehmen und dir zum Besitz nehmen. Aber keiner der Kinder Jisraels soll über seinen Bruder mit Strenge herrschen.
(26) *Für denjenigen, der sich an einen Nichtjuden verkaufen muss, gilt ganz besonders*: Macht euch keine Götterchen, *auch wenn euer Herr ein Götzendiener ist*. Also keine Denksteine, keine Bildwerke, vor denen ihr euch hinwerfen könntet. Ich bin der Ewige, euer Gott. Auch sollt ihr auf meine Schabbate achten und sie halten und Respekt vor meinem Heiligtum haben, *auch wenn euer Herr weder Schabbat hält, noch mein Heiligtum achtet*. Ich bin der Ewige.
copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Bechuqqotai
Lev 25,1 - 26,2; Haftara: Jer 32,6-27
| Das Schabbatjahr | Das Yoveljahr | Was zum Land noch beachtet werden muss | Was man einem Menschen schuldig ist | Götzendienst |
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Die letzten beiden Paraschiot des Buches Wajiqra ändern etwas die Blickrichtung. Zum einen treten die Kohanim, die Priester des Heiligtums, ganz aus dem Blickfeld, zum anderen wird das Land selbst thematisiert. Das ist neu. Denn bislang wurde der Blick ganz auf die Jetztzeit (die Wüstenzeit) gelenkt, nun ist es die Zukunft, die beinhaltet, dass das Volk Jisrael einmal im Land Kenaan (Land Jisrael) leben wird. Beide wichtigen Gebote dieser Parascha (Schabbat- und Yoveljahr) beziehen sich vornehmlich auf das Land. Das Schabbatjahr ist der Schabbat fürs Land, im Yoveljahr kommt alles Land wieder zurück zu seinem Ursprungseigentümer. Wurde dem Volk immer wieder das Land als Erbbesitz von Gott versprochen (der gesamte Auszug aus Ägypten, die Wanderung durch die Wüste sind auf diese Gabe hin ausgelegt!), so kommt mit diesen beiden Geboten eine äußerst wichtige Einschränkung: Auch wenn ich euch das Land versprochen habe, auch wenn ihr einmal das Land in Besitz nehmen werdet, so ist es trotzdem nicht in eurer freien Verfügungsmasse. Ihr könnt mit dem Land nicht einfach tun, was ihr wollt. Denn das Land ist meines, und es bleibt auch meines, euch habe ich es nur geliehen. Hier könnte man sogar noch hinzufügen: Nur weil es mein Land bleibt und ihr keine vollkommene Verfügung über das Land habt, könnt ihr so frei sein, an eure Mitmenschen, die verarmt sind, zu denken. Denn beide Gebote beinhalten soziale Aspekte.
Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.
Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.
Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.
A) Einfachere Fragen
Was ist ein Schabbatjahr, was ist ein Yoveljahr. Was genau ist der Unterschied zwischen beiden Jahren.
Wann ist ein Schabbatjahr, wann ist ein Yoveljahr?
Kann es passieren, dass ein Yoveljahr direkt auf ein Schabbatjahr fällt?
Für wen soll das Schabbatjahr gehalten werden? Oder anders gefragt: Wer soll den Nutzen vom Schabbatjahr haben?
B) Fragen für Fortgeschrittene
Ab wann hielten sich die Israeliten an die Vorschriften des Schabbatjahres?
Könnte es sein, dass das Schabbatjahr heute noch eingehalten wird? Weißt du vielleicht auch: wo und wie?
Was hat das Land Israel mit den Vorschriften des Schabbat- und Yoveljahres zu tun?
Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.
Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.
Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.
Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.
Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.
Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.
Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.
Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.
Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.
Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.
Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.
Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.
Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.
Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.
Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.
Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.
Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.
Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.
Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.
Raschi: Das hebräische Wort kommt von „Wurzel“. Wie eine Baumwurzel den Baum mit der Wurzel fest in der Erde hält, so halten die Kettchen das Brustschild am Efod fest. Diese Kettchen wurden an Ringen festgemacht, die wiederum am Brustschild und an den Schulterbändern befestigt waren. Auch nach unten gab es Kettchen, so dass das Brustschild auch unten gehalten wurde, damit es nicht hin und her baumeln konnte.
Das ist der geschriebene Gottesname (der vierbuchstabige Name, das Tetragramm), der in die Tasche gelegt wurde. Durch sie konnte Aharon die Entscheidungen klar äußern. Im zweiten Heiligtum [dem salomonischen Tempel] gab es zwar das Brustschild noch, doch waren die Urim und Tumim darin nicht mehr enthalten.
Raschi: Auf diesen Mantel wurde der Efod als Umgürtung herumgelegt.
Raschi: Das Material, aus dem der Mantel bestand, hatte nur diese eine Art, nämlich die himmelblaue Wolle.
Daraus lernen wir, sagt Raschi, , dass die Panzerhemden der bewaffneten Jisraeliten einen doppelten Saum hatten.
Hier wird ein Verbot der Tora ausgesprochen: Du darfst ihn nicht zerreißen. Eigentlich hätte man es als praktische Anweisung verstehen können. Aber Raschi zählt dieses Verbot zur Anzahl der Verbote der Tora dazu.
Raschi: Das bedeutet, dass sie rund und hohl waren.
Nach Raschi hatten diese Glöckchen Klöppel im Inneren (damit sie auch klingeln konnten)
Zwischen zwei Granatäpfel kam ein Glöckchen. Raschi betont dieses Abwechseln so stark, weil der hebräische Text es nahelegen könnte, dass sich die Glöckchen in den Granatäpfeln befanden. So verstanden es denn auch andere Kommentatoren.
Raschi: Daraus kann man das Positive lesen: Wenn er alle Kleider anhat und ins Heiligtum geht, dann ist er nicht des Todes schuldig. Damit knüpft Raschi eine Todesschuld des Kohen nicht an die Glöckchen und deren Klingeln allein, sondern an die gesamte Kleidung des Kohen. Die Todesschuld wird nach Raschi übrigens nicht an die irdische Gerichtsbarkeit übergeben, sondern an die himmlische.
Das war nach Raschi ein zwei Finger breiter Streifen aus Gold, der die Stirn umgab von einem Ohr zum andern.
Raschi: Hierzu gibt es verschiedene Verse: Hier heißt es: Der Kopfschmuck liegt auf dem Band. Ex 39,31 heißt es: Und auf den Kopfschmuck legten sie das Band. Und im nächsten Vers (Ex 28,38) heißt es: Aharon trage es auf der Stirn. Und im *Talmud heißt es noch: Sein Haar soll zwischen Band und Kopfschmuck sichtbar sein, denn dort legte er die *Tefillin.
Um alle Aussagen gelten zu lassen, konstruiert Raschi den Kopfschmuck mit dem Band so, dass alle vier Aussagen stimmen. Am Ende meint Raschi: Damit sind alle Verse erfüllt: Der äußere Teil des Bandes ist auf dem Kopfschmuck, der Kopfschmuck ist aber auch auf dem inneren Teil des Bandes, das Band ist aber auch über dem Kopfschmuck.
Raschi: Welche Schuld bringt Aharon ins Reine? Er bringt nur soweit ins Reine, wie das Opfer wieder brauchbar gemacht wird. Alle anderen Vergehen sind damit nicht gemeint.
Nach Raschi bedeutet das zunächst: sühnen, ins Reine bringen. Aber auch die einfache Bedeutung gilt: Aharon trägt die Last der Schuld und damit wird die Schuld vom Heiligtum weggenommen.
Raschi: Das bedeutet nicht, dass Aharon den Kopfschmuck immer auf seiner Stirn trägt. Er trägt es ja nur zur Zeit seines Dienstes. Es gibt aber welche, die meinen, dass der Kopfschmuck nur dann wirkt, wenn es auch auf der Stirn von Aharon liegt. Deshalb ist der Vers so zu verstehen, dass Aharon, wenn er den Kopfschmuck auf der Stirn trägt, ihn beständig berühren soll, damit er ihn im Sinn behält.
Das waren nach Raschi Vertiefungen im Muster. Der ganze Rock wurde aus Byssus hergestellt.
Raschi: Vier Kleidungsstücke sollen für die Söhne Aharon hergestellt werden, mehr nicht: die hier erwähnten Röcke, Gürtel und Mützen, sowie die später erwähnten Beinkleider.
Damit ist ein gewöhnlicher Kohen anders gekleidet als der Kohen Gadol, der Hohepriester.
Raschi macht klar: Das, was bei Aharon steht, soll er angekleidet bekommen, und das, was bei den Söhnen steht, sollen sie angekleidet bekommen.
Raschi: Der hebräische Ausdruck „die Hand füllen“ meint: in ein Amt einsetzen. Es kommt jemand in das Amt und hat es von da an im Besitz. Das ist wie bei den Herren, die einem einen Handschuh in seine Hand geben, um ihm den Besitz der Sache zu übergeben. Deshalb heißt es auch: ein Amt „bekleiden“.
Raschi: Und zwar für Aharon und für dessen Söhne. Damit haben wir acht Kleidungsstücke für den Kohen Gadol und vier für den gewöhnlichen Kohen.
Raschi: Das meint sowohl den späteren Tempel als auch das Heiligtum [in der Wüste].
Raschi: Überall, wo dieser Ausdruck steht, meint er: Das Gesetz hat von jetzt an seine Gültigkeit und für die späteren Generationen ebenfalls.
Raschi fragt: weshalb einen Stier? Raschi sagt: wegen der Verfehlung durch das Goldene Kalb. Das war auch ein Stier.
Raschi erklärt: Von allen drei Arten wurden je zehn Kuchen gebracht. Auch wurde Öl dazugegeben, und nach dem Backen wurden die Brote mit Öl bestrichen, und zwar in Form des griechischen Chi, das dem hebräischen Nun sehr ähnlich ist.
Hier ist nicht ganz klar, was Raschi meint, da der griechische Buchstabe Chi eben nicht so aussieht wie ein Nun.
Und zwar in den Hof, wie Raschi ergänzt.
Raschi erklärt: Der Körper soll ganz in Wasser untertauchen.
Raschi: Und zwar so, wie ich es oben zu den einzelnen Kleidungsstücken erklärt habe.
Raschi: Auf den Kopf und zwischen die Augenbrauen. Er verband die drei Stellen so mit dem Finger, dass auch hier der griechische Buchstabe Chi zu sehen war.
Diese Überlieferung geht bereits auf den Talmud zurück und wird sehr unterschiedlich gewertet. Man ist keineswegs über den griechischen Buchstaben sicher. Dazu kommt, dass Raschi selbst an verschiedenen Stellen unterschiedliche Buchstaben im Sinn hat. Und außerdem ist das griechische Chi dem hebräischen Nun keineswegs ähnlich.
Also in den Hof, der vor dem Eingang des Heiligtums ist, wie Raschi präzisiert.