| Bereschit |
| Noach |
| Lech Lecha |
| Wajera |
| Chajje Sara |
| Toledot |
| Wajeze |
| Wajischlach |
| Wajeschev |
| Miqez |
| Wajigasch |
| Wajechi |
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Bereschit
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Schemot
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Wajiqra
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Bemidbar
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Devarim
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copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(19) Und der Ewige sagte zu Mosche: „Sag der ganzen Gemeinde der Kinder Jisraels: Ihr sollt heilig sein, denn auch ich, der Ewige, euer Gott, bin heilig. (Und um heilig zu sein, sollt ihr weiter auf Folgendes achten:)
Ihr sollt eurem Vater und eurer Mutter respektvoll begegnen.
Ihr sollt die Schabbate beachten, ich bin der Ewige, euer Gott.
Ihr sollt euch keine Götterchen machen und euch nicht irgendwelchen Götzen zuwenden, ich bin der Ewige, euer Gott.
Wenn ihr opfert, so opfert mit Verstand, damit es auch angenommen wird. So sollt ihr das Opfertier, das ihr geschlachtet habt, am selben Tag oder einen Tag danach essen, nicht mehr aber am dritten Tag danach. Was bis dahin übrig bleibt, soll verbrannt werden. Wird das Fleisch dennoch erst am dritten Tag gegessen, so wird es nicht mehr angenommen als Opfer, und wer es isst, macht einen großen Fehler. Er hat das Heiligtum entweiht und er soll aus dem Volk getilgt werden.
Wenn ihr einmal in eurem Land sein werdet, dann achtet auf Folgendes: Wenn ihr eure Ernte einfahrt, dann soll das Feld nicht vollständig abgeerntet werden. Vielmehr sollt ihr die Ernte dort, wo ihr schlecht hinkommt, einfach stehen lassen und nicht noch einmal übers Feld gehen, um den letzten Rest abzuernten. Ebenso beim Weinberg: Mache keine Nachlese, was an Früchten hängen bleibt, soll hängen bleiben, denn es ist für die Armen und den Fremden. Die sollen sich davon ernähren können. Ich bin der Ewige, euer Gott.
Ihr sollt nicht stehlen.
Ihr sollt nicht lügen und nichts ableugnen.
Ihr sollt bei meinem Namen nicht falsche Schwüre geben, du würdest sonst den Namen des Ewigen entweihen, ich bin der Ewige.
Du sollst deinem Nächsten nichts wegnehmen und ihm auch nichts vorenthalten, was ihm gehört.
Du sollst dich auch nicht an deinen Untergebenen bereichern.
Du sollst einem, der nichts hört, nicht fluchen; einem Blinden sollst du nicht etwas in den Weg legen. Fürchte dich vor deinem Gott, ich bin der Ewige.
Du sollst gerecht sein, wenn du im Gericht Recht sprichst. Deshalb sollst du auf den Armen auch nicht Rücksicht nehmen oder den Reichen und Einflussreichen begünstigen. Du sollst allein nach Gerechtigkeit gehen.
Du sollst deinen Nächsten nicht verleumden (petzen).
Wenn dein Nächster in Lebensgefahr ist, so hilf ihm, ich bin der Ewige.
Du sollst keinen Hass gegen deinen Bruder in dir behalten.
(Wenn dein Bruder etwas falsch macht), sollst du ihn zurechtweisen. Du würdest schlecht handeln, wenn du deinen Bruder Falsches machen lässt.
Du sollst nicht nachtragend sein, auch sollst du dich nicht rächen wollen an den Kindern deines Volkes.
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, ich bin der Ewige.
Meine Gesetze sollt ihr beachten.
Achte darauf, dass du von den Tieren nicht zwei Arten zusammenbringst, damit sie sich gegenseitig begatten.
Auch sollst du auf dem Feld nicht zweierlei Arten nebeneinander aussäen.
Auch sollst du kein Kleidungsstück tragen, das aus Wolle und Leinen besteht. Es ist Schaatnes und darf nicht auf deinen Körper kommen.
Wenn ihr einmal in das Land kommt, dann achtet darauf, dass die Bäume, die ihr pflanzen werdet, drei Jahre lang als unbeschnitten gelten sollen und deren Früchte nicht gegessen werden dürfen. Die Früchte des vierten Jahres sollen zum Dank dem Ewigen gebracht werden. Erst ab dem fünften Jahr dürft ihr die Früchte der Bäume, die ihr gepflanzt habt, selbst essen, ich bin der Ewige, euer Gott. So mehrt ihr euren Ertrag selbst.
Ihr sollt nicht über dem Blut essen, und nicht wahrsagen und keine Zaubereien machen.
Ihr sollt am Kopf und am Bart die Ecken der Haare stehen lassen und nicht abschneiden.
Ihr sollt euch nicht tätowieren wegen eines Toten, ich bin der Ewige.
Du sollst deine Tochter nicht zur Unzucht verführen, damit nicht das ganze Land unzüchtig wird.
Ihr sollt die Schabbate halten und mein Heiligtum achten.
Ihr sollt nicht zu den Totenbeschwörern und den Wahrsagern gehen. (Es sind nur Scharlatane) und ihr würdet euch nur verunreinigen, ich bin der Ewige, euer Gott.
Einem alten Menschen sollst du respektvoll begegnen und dich vor Gott fürchten, ich bin der Ewige.
Ist ein Fremder bei euch, dann sollt ihr ihm nicht feindlich begegnen. Du sollst den Fremden genauso behandeln wie den Einheimischen, und auch ihn sollst du lieben wie dich selbst. Denn auch ihr ward Fremdlinge in Ägypten, ich bin der Ewige, euer Gott.
Messt nicht mit falschem Maßstab, ich bin der Ewige, euer Gott, der euch aus Ägypten gebracht hat.
Und so sollt ihr alle meine Gesetze und Rechtsvorschriften beachten und euch an sie halten, ich bin der Ewige.“
(20) Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Sag den Kindern Jisraels: Wenn jemand von den Jisraeliten oder auch von den Fremden, die unter ihnen wohnen, seine Kinder dem Moloch gibt, dann hat der eine so große Sünde begangen, dass er getötet werden soll. Das Volk soll ihn steinigen. Auch ich werde mich von ihm wenden und ihn aus dem Volk tilgen, denn er hat seine Kinder dem Moloch gegeben und damit das Heiligtum und meinen Namen geschändet.
Will aber das Volk diese große Sünde nicht sehen und schaut es weg, wenn dieser Mann seine Kinder dem Moloch gibt, dann werde ich mich selbst gegen ihn und seine Familie wenden und ihn aus dem Volk tilgen.
Geht aber von euch jemand zu den Totenbeschwörern und Wahrsagern, dann hat auch der eine große Sünde begangen, ich werde mich gegen ihn wenden und ihn aus dem Volk tilgen.
Ihr sollt euch heilig halten, damit ihr heilig seid, denn ich bin der Ewige, euer Gott. Deshalb sollt ihr meine Gesetze und Rechtsvorschriften beachten und ihnen folgen, ich bin der Ewige, der euch heiligt.
Verflucht jemand seinen Vater oder seine Mutter, so soll er getötet werden. Denn er hat seinen Vater und seine Mutter verflucht, deshalb soll sein Blut über ihn kommen.
Bricht jemand das Vertrauen seiner Frau und legt sich heimlich zu einer anderen Frau, so sollen dieser Mann mitsamt der Frau, mit der er sich heimlich getroffen hat, getötet werden.
Auch wenn sich jemand zu einer Frau von einem seiner Verwandten legt, sollen beide, die die Ehe brechen, getötet werden. Überhaupt: wenn sich jemand zu einer Verwandten legt und Inzest begeht, dann soll dieser Mensch getötet werden.
Auch wenn jemand ein Verhältnis zu einem Mann hat, wie zu einer Frau, dann haben beide eine Gräueltat begangen, beide sollen getötet werden.
Deckt jemand die Scham von einer Frau und dessen Mutter auf, so hat er Unzucht getrieben, er soll den Feuertod sterben.
Verhält sich jemand zu einem Tier wie zu einem Ehepartner, so soll dieser Mensch getötet werden.
Legt sich jemand zu einer Frau, die zu dieser Zeit ihre Tage hat, so sollen beide aus dem Volk getilgt werden.
Legt sich jemand zu seiner Tante, genauer: zur Frau seines Onkels, so sollen beide, die solches getan haben, kinderlos sterben.
Auch wenn jemand die Frau seines Bruders nimmt, so ist das schändlich, beide sollen kinderlos sterben.
Beobachtet alle meine Gesetze und Rechtsvorschriften und haltet sie ein, damit das Land, in das ich euch führen möchte, auch nicht wieder auswerfen wird. Deshalb gilt: Lebt nicht so, wie die anderen Völker leben, schon gar nicht sollt ihr so leben, wie die Völker, die ich aus dem Land für euch vertreiben werde. Denn weil sie sich so verhalten und Schändliches gemacht haben, werde ich sie aus dem Land vertreiben. Und deshalb habe ich euch gesagt, dass ihr dieses Land in Besitz nehmen sollt, das Land, das von Milch und Honig fließt, und ich, der Ewige, euer Gott, habe euch dieses Land versprochen. Denn ich habe euch von den Völkern unterschieden. Und deshalb sollt auch ihr immer unterscheiden: Zwischen reinen und unreinen Tieren, zwischen reinen und unreinen Vögeln. Ihr selbst sollt für euch einen Abscheu vor allem Unreinen bekommen. Ihr sollt mir heilig sein, so wie ich, der Ewige, euer Gott, heilig bin. Und ich habe euch von den Völkern unterschieden, damit ihr mir gehört.
Und deshalb gilt: Wenn unter euch Totenbeschwörer oder Wahrsager sind, dann sollen die getötet werden. Man soll sie steinigen, ihr Blut komme über sie.
copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Emor
Lev 19,1 - 20,27; Haftara: Am 9,7-15
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In dieser Parascha kommen viele Gebote zur Sprache, die schon einmal behandelt worden sind: z.B. Schabbatgebot, Götzenverbot uvm. Was hat sich aber geändert? Alle Gebote stehen nun, so wie die Parascha eben auch schon heißt, unter dem Begriff „Qadosch“ „Heilig“: Ihr sollt mir, dem Ewigen, heilig sein, so wie ich heilig bin. Soll das bedeuten, dass wir ein Volk von „Heiligen“ sein sollen, die deshalb heilig sind, weil sie einen „heiligen“ Gott haben? Dass wir ein Volk sein sollen, das besondere moralische Ambitionen hat?
Wenn wir daran denken, dass in diesem Buch Wajiqra schon einmal einige Gesetze abgehandelt worden sind (rein und unrein), die ganz eindeutig auf das Heiligtum orientieren sollen, dann können wir eine Vorstellung bekommen, worauf dieses „Heiligkeitsgesetz“ abzielt: War es nämlich möglich, mit Geboten das Volk auf ein räumlich verstandenes Heiligtum auszurichten, so ist es nun - ohne den Gedanken an das Heiligtum - auch möglich, das Volk auf „den Heiligen“ auszurichten. So wie das Heiligtum ein abgegrenzter Raum ist, so soll das Volk eine abgegrenzte Entität sein, die den spezifischen Geboten folgt. Deshalb heißt es auch zum Schluss dieser Parascha konsequenterweise, dass sich dieses Volk von den anderen Völkern unterscheiden soll, wie es insgesamt Unterschiede setzen soll. Der Gedanke ist also nicht, dass der heilige Gott alles auf der Welt „durchheiligt“, so dass die ganze Welt heilig ist, sondern vielmehr der, dass wenn der heilige Gott mit der Welt in irgendeiner Weise zusammenzudenken sein soll, dass dann das Heilige eine begrenzte und besondere Sphäre in der Welt nötig hat, um nicht profanisiert zu werden. Das ist vom Gedanken her räumlich verstanden das Heiligtum oder überräumlich im Gedanken eines heiligen Volkes. Damit ist der Ausspruch: Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin, nicht eine moralisch-ehtische Aussage, sondern die Möglichkeit dafür, dass der Gottesgedanke in Bezug auf die Welt überhaupt zu denken ist. Wenn Israel also das Volk Gottes ist, dann muss es sozusagen ein besonderer Raum in der Welt sein. Wenn sich das Volk nicht an die Gebote hält und sich so verhält, wie die anderen Völker, also keine Unterschiede mehr setzt, dann muss der Anspruch, Gottes Volk zu sein, aufgegeben werden.
Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.
Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.
Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.
In dieser Parascha wird eine ganze Reihe von Geboten erwähnt, die aus früheren Paraschiot zum Teil schon bekannt sind. Versuche, all diese Gebote zu entdecken.
Was bedeutet „heilig sein“?
Betrachte dir all die Gebote, die vor allem Schwächere schützen sollen (sogenannte soziale Gesetze). Was kannst du daraus erkennen für das Verhalten der Stärkeren, der Mächtigeren, der Reicheren?
Weshalb soll dann aber, wenn vor Gericht Recht gesprochen wird, nicht auf den Ärmeren und Schwächeren besonders geachtet werden? Ist das nicht ein Widerspruch zu den sozialen Gesetzen?
Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.
Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.
Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.
Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.
Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.
Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.
Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.
Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.
Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.
Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.
Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.
Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.
Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.
Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.
Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.
Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.
Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.
Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.
Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.
Raschi: Das hebräische Wort kommt von „Wurzel“. Wie eine Baumwurzel den Baum mit der Wurzel fest in der Erde hält, so halten die Kettchen das Brustschild am Efod fest. Diese Kettchen wurden an Ringen festgemacht, die wiederum am Brustschild und an den Schulterbändern befestigt waren. Auch nach unten gab es Kettchen, so dass das Brustschild auch unten gehalten wurde, damit es nicht hin und her baumeln konnte.
Das ist der geschriebene Gottesname (der vierbuchstabige Name, das Tetragramm), der in die Tasche gelegt wurde. Durch sie konnte Aharon die Entscheidungen klar äußern. Im zweiten Heiligtum [dem salomonischen Tempel] gab es zwar das Brustschild noch, doch waren die Urim und Tumim darin nicht mehr enthalten.
Raschi: Auf diesen Mantel wurde der Efod als Umgürtung herumgelegt.
Raschi: Das Material, aus dem der Mantel bestand, hatte nur diese eine Art, nämlich die himmelblaue Wolle.
Daraus lernen wir, sagt Raschi, , dass die Panzerhemden der bewaffneten Jisraeliten einen doppelten Saum hatten.
Hier wird ein Verbot der Tora ausgesprochen: Du darfst ihn nicht zerreißen. Eigentlich hätte man es als praktische Anweisung verstehen können. Aber Raschi zählt dieses Verbot zur Anzahl der Verbote der Tora dazu.
Raschi: Das bedeutet, dass sie rund und hohl waren.
Nach Raschi hatten diese Glöckchen Klöppel im Inneren (damit sie auch klingeln konnten)
Zwischen zwei Granatäpfel kam ein Glöckchen. Raschi betont dieses Abwechseln so stark, weil der hebräische Text es nahelegen könnte, dass sich die Glöckchen in den Granatäpfeln befanden. So verstanden es denn auch andere Kommentatoren.
Raschi: Daraus kann man das Positive lesen: Wenn er alle Kleider anhat und ins Heiligtum geht, dann ist er nicht des Todes schuldig. Damit knüpft Raschi eine Todesschuld des Kohen nicht an die Glöckchen und deren Klingeln allein, sondern an die gesamte Kleidung des Kohen. Die Todesschuld wird nach Raschi übrigens nicht an die irdische Gerichtsbarkeit übergeben, sondern an die himmlische.
Das war nach Raschi ein zwei Finger breiter Streifen aus Gold, der die Stirn umgab von einem Ohr zum andern.
Raschi: Hierzu gibt es verschiedene Verse: Hier heißt es: Der Kopfschmuck liegt auf dem Band. Ex 39,31 heißt es: Und auf den Kopfschmuck legten sie das Band. Und im nächsten Vers (Ex 28,38) heißt es: Aharon trage es auf der Stirn. Und im *Talmud heißt es noch: Sein Haar soll zwischen Band und Kopfschmuck sichtbar sein, denn dort legte er die *Tefillin.
Um alle Aussagen gelten zu lassen, konstruiert Raschi den Kopfschmuck mit dem Band so, dass alle vier Aussagen stimmen. Am Ende meint Raschi: Damit sind alle Verse erfüllt: Der äußere Teil des Bandes ist auf dem Kopfschmuck, der Kopfschmuck ist aber auch auf dem inneren Teil des Bandes, das Band ist aber auch über dem Kopfschmuck.
Raschi: Welche Schuld bringt Aharon ins Reine? Er bringt nur soweit ins Reine, wie das Opfer wieder brauchbar gemacht wird. Alle anderen Vergehen sind damit nicht gemeint.
Nach Raschi bedeutet das zunächst: sühnen, ins Reine bringen. Aber auch die einfache Bedeutung gilt: Aharon trägt die Last der Schuld und damit wird die Schuld vom Heiligtum weggenommen.
Raschi: Das bedeutet nicht, dass Aharon den Kopfschmuck immer auf seiner Stirn trägt. Er trägt es ja nur zur Zeit seines Dienstes. Es gibt aber welche, die meinen, dass der Kopfschmuck nur dann wirkt, wenn es auch auf der Stirn von Aharon liegt. Deshalb ist der Vers so zu verstehen, dass Aharon, wenn er den Kopfschmuck auf der Stirn trägt, ihn beständig berühren soll, damit er ihn im Sinn behält.
Das waren nach Raschi Vertiefungen im Muster. Der ganze Rock wurde aus Byssus hergestellt.
Raschi: Vier Kleidungsstücke sollen für die Söhne Aharon hergestellt werden, mehr nicht: die hier erwähnten Röcke, Gürtel und Mützen, sowie die später erwähnten Beinkleider.
Damit ist ein gewöhnlicher Kohen anders gekleidet als der Kohen Gadol, der Hohepriester.
Raschi macht klar: Das, was bei Aharon steht, soll er angekleidet bekommen, und das, was bei den Söhnen steht, sollen sie angekleidet bekommen.
Raschi: Der hebräische Ausdruck „die Hand füllen“ meint: in ein Amt einsetzen. Es kommt jemand in das Amt und hat es von da an im Besitz. Das ist wie bei den Herren, die einem einen Handschuh in seine Hand geben, um ihm den Besitz der Sache zu übergeben. Deshalb heißt es auch: ein Amt „bekleiden“.
Raschi: Und zwar für Aharon und für dessen Söhne. Damit haben wir acht Kleidungsstücke für den Kohen Gadol und vier für den gewöhnlichen Kohen.
Raschi: Das meint sowohl den späteren Tempel als auch das Heiligtum [in der Wüste].
Raschi: Überall, wo dieser Ausdruck steht, meint er: Das Gesetz hat von jetzt an seine Gültigkeit und für die späteren Generationen ebenfalls.
Raschi fragt: weshalb einen Stier? Raschi sagt: wegen der Verfehlung durch das Goldene Kalb. Das war auch ein Stier.
Raschi erklärt: Von allen drei Arten wurden je zehn Kuchen gebracht. Auch wurde Öl dazugegeben, und nach dem Backen wurden die Brote mit Öl bestrichen, und zwar in Form des griechischen Chi, das dem hebräischen Nun sehr ähnlich ist.
Hier ist nicht ganz klar, was Raschi meint, da der griechische Buchstabe Chi eben nicht so aussieht wie ein Nun.
Und zwar in den Hof, wie Raschi ergänzt.
Raschi erklärt: Der Körper soll ganz in Wasser untertauchen.
Raschi: Und zwar so, wie ich es oben zu den einzelnen Kleidungsstücken erklärt habe.
Raschi: Auf den Kopf und zwischen die Augenbrauen. Er verband die drei Stellen so mit dem Finger, dass auch hier der griechische Buchstabe Chi zu sehen war.
Diese Überlieferung geht bereits auf den Talmud zurück und wird sehr unterschiedlich gewertet. Man ist keineswegs über den griechischen Buchstaben sicher. Dazu kommt, dass Raschi selbst an verschiedenen Stellen unterschiedliche Buchstaben im Sinn hat. Und außerdem ist das griechische Chi dem hebräischen Nun keineswegs ähnlich.
Also in den Hof, der vor dem Eingang des Heiligtums ist, wie Raschi präzisiert.