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Junge Tora Paraschat Mezora
5. Nissan 5771 / 9. April 2011

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Die Reinigung des Kranken

(14) Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Folgendes ist die Torat Ha-Mezora, die Regel für denjenigen, der am Aussatz leidet, und zwar für den Tag, an dem er wieder rein wird:

Der, der an Aussatz leidet und wieder rein geworden ist, der soll zunächst zum Kohen gebracht werden, der außerhalb des Lagers sich um die Leidenden kümmert. Sieht nun der Kohen, dass der Aussätzige von seinem Aussatz geheilt ist, dann verlangt er von dem Geheilten, dass er zwei lebende, erlaubte Vögel bringen soll, dazu noch Zedernholz, karmesinfarbene Wolle und Ysop. Dann soll einer der Vögel über Wasser getötet werden, während der lebende Vogel und die anderen Dinge, die gebracht worden sind, in das Blut des getöteten Vogels eingetaucht werden sollen. Damit sprengt der Kohen siebenmal auf den Geheilten und reinigt ihn so. Den lebenden Vogel kann er danach fliegen lassen.

Danach soll der Geheilte seine Kleider waschen, *alle seine Haare* scheren und sich selbst baden. Damit ist er ‚rein´ und er kann in das Lager zurückkehren. Allerdings darf er sieben Tage lang nicht in seine Wohnung zurück. Nach diesen sieben Tagen soll er (noch einmal) seine Haare schneiden, seine Kleider waschen und ein Bad nehmen, damit er ‚rein´ werden kann.

Am achten Tag soll er nun zwei Schafe nehmen. Die Schafe sollen ohne Fehler sein. Auch ein weibliches Schaf, das noch kein Jahr alt ist und ebenfalls ohne Fehler ist, soll er noch dazunehmen. Dann auch noch Mehl und Öl. Damit soll er zum Heiligtum gehen und die Sachen dem Kohen bringen. Der Kohen stellt sich und den Geheilten vor den Ewigen, nämlich an den Eingang des Zeltes. Dann soll der Kohen das Schaf nehmen und es als ein Ascham, ein Schuldopfer, zusammen mit dem Öl, bringen. Er soll also eine Schwingung damit vor dem Ewigen machen und das Schaf schlachten. Dann soll der Kohen von dem Blut des Ascham nehmen und den rechten Ohrknorpel des Geheilten, den Daumen der rechten Hand und die große Zehe des rechten Fußes damit bestreichen.

Danach nimmt der Kohen von dem Öl und sprengt es siebenmal vor den Ewigen. Von dem übrigen Öl in seiner Hand nimmt er etwas und bestreicht noch einmal den rechten Ohrknorpel, den rechten Daumen und die große Zehe des rechten Fußes des Geheilten. Den Rest des Öls, das der Kohen noch in seiner Hand hat, streicht er auf den Kopf des Geheilten. So soll der Kohen den Geheilten wieder ins Reine bringen.

Hat der Kohen all das gemacht, dann soll er die Chattat bringen, um auch damit den Geheilten ins Reine zu bringen. Erst danach soll er auch noch die Ola auf dem Altar (dem Ewigen) bringen.

Hat der Geheilte nicht genug Geld, um all die Opfertiere kaufen zu können, dann kann er statt dessen auch Tauben und Turteltauben nehmen. Und der Kohen soll ähnlich wie mit den Schafen auch mit den Tauben und Turteltauben verfahren.“

Der Aussatz bei Häusern

Dann sagte der Ewige zu Mosche und Aharon: „Wenn ihr einmal in das Land Kenaan kommt, das ich euch versprochen habe zu geben, dann werdet ihr auch Häuser bauen, und dann kann es auch sein, dass ein Haus ebenfalls von einem Aussatz befallen wird. Wenn das geschieht, dann muss der, dem das Haus gehört, zum Kohen gehen und ihm von dem Schaden berichten. Dann soll der Kohen, *noch bevor er zum Haus geht*, anordnen, dass man sofort das Haus ausräumen soll, damit nicht all die Sachen, die im Haus sind und *die man nicht reinigen kann*, ebenfalls vom Aussatz befallen werden.

Danach soll der Kohen kommen und sich den Schaden ansehen. Haben die Flecken entsprechende Vertiefungen, dann soll er das Haus für sieben Tage abschließen. Am siebten Tag soll er wieder kommen und nachsehen, ob sich der Schaden ausgebreitet hat. Hat sich der Schaden ausgebreitet, so soll der Kohen anordnen, dass man die Steine, die befallen sind, entfernen soll. Diese Steine soll man vor die Stadt bringen, an einen unreinen Ort. Darüber hinaus soll das Haus von innen *um die Stelle des Schadens* abgekratzt werden, und das Abgekratzte soll ebenfalls vor die Stadt an einen unreinen Ort gebracht werden. Die herausgenommenen Steine soll man dann ersetzen und das Haus von Neuem innen tünchen.

Sollte es aber dann etwa passieren, dass der Schaden noch einmal an dem Haus ausbricht, obwohl man Steine ausgebessert und von innen neu getüncht hat, dann wird das wohl ein ‚bösartigen´ Aussatz sein. Der Kohen soll kommen und es sich genau anschauen. Das Haus ist unrein. Es muss abgerissen werden. Und alle seine Steine und sein Holz und alles, womit es erbaut worden ist, soll vor die Stadt hinausgebracht werden an einen unreinen Ort.

Wenn jemand in das Haus, das der Kohen abgeschlossen hat, hineingeht, dann wird derjenige selbst unrein bis zum Abend. Auch wer sich in einem abgeschlossenen Haus niederlegt, ist unrein, und er muss seine Kleider waschen.

Ist es aber passiert, dass der Kohen das Haus abgeschlossen hat und er kommt nach sieben Tagen und er sieht, dass sich der Schaden nicht ausgebreitet hat, dann soll er das Haus für rein erklären, denn der Schaden ist geheilt.

Und dann soll so vorgegangen werden: Man nimmt, um das Haus wieder ins Reine zu bringen, zwei Vögel, Zedernholz, karmesinfarbene Wolle und Ysop. Dann soll man den einen Vogel über Wasser schlachten, und die anderen Dinge, die man mitgebracht hat, und den lebenden Vogel in das Blut des geschlachteten Vogels und in das Wasser eintauchen und siebenmal damit gegen das Haus sprengen. Den lebenden Vogel kann man danach wieder fliegen lassen.“

Die Unreinheiten bei Mann und Frau

(15) Und weiter sagte der Ewige zu Mosche und Aharon: „Nun sollt ihr auch noch Folgendes den Kindern Jisraels erklären: Es kann vorkommen, dass aus dem Penis eines Mannes Flüssigkeit heraustropft. Dann kann der Mann dadurch unrein werden. Und dann wird auch alles, worauf der Mann sich *üblicherweise* legt und setzt, ebenfalls unrein. Und jemand, der die Stellen, auf denen der Mann gesessen oder gelegen hat, berührt, der muss seine Kleider waschen und ist selbst bis zum Abend unrein.

Wird der Mann aber wieder geheilt, so ist er wieder rein und er muss sieben Tage zählen. Danach soll er seine Kleider waschen und sich mit frischem Wasser baden, dann ist er wieder rein. Am achten Tag soll er zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nehmen und damit zum Eingang des Zeltes gehen und sie dem Kohen geben. Dann soll der Kohen die Tiere als Chattat und als Ola nähern, damit er den Mann ins Reine bringen kann.

Nun kann es aber auch passieren, dass einem Mann Samen zufällig abgeht. Wenn das der Fall ist, dann soll er seinen ganzen Körper baden, während er bis zum Abend unrein bleibt. Und alles, worauf der Samen gekommen ist, muss gewaschen werden.

Lag der Mann, dem Samen abgegangen ist, bei einer Frau, dann sollen sich beide baden.

Nun ist es so, dass eine Frau ihre Tage hat und blutet. Dann soll sie sieben Tage sich zurückziehen. Jeder, der eine solche Frau berührt, ist selbst unrein bis zum Abend. Auch alles, worauf diese Frau sitzt, wird selbst unrein. Und jeder, der etwas berührt, worauf sie gesessen hat, der soll seine Kleider waschen und sich in Wasser baden, er ist bis zum Abend unrein.

Hat sich aber jemand direkt zu ihr gelegt, so ist auch dieser sieben Tage lang unrein.

Eine Frau muss sich an diese Regeln halten, auch wenn Blut nicht zur normalen monatlichen Zeit abgeht, sondern zwischendurch, oder wenn sie ihre Tage länger als üblich hat. Dann ist sie solange unrein, wie ihr Blut fließt. Hat der Fluss aufgehört, dann soll sie sieben Tage zählen, danach ist sie rein. Dann soll sie am achten Tag zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nehmen und sie zum Kohen am Eingang des Zeltes bringen. Dann soll der Kohen die eine Taube als Chattat bringen, die andere als Ola, damit er die Frau so ins Reine bringen kann.

Nun achtet darauf, dass sich die Kinder Jisraels von allen Unreinheiten fernhalten, damit sie nicht sterben, wenn sie unrein meine Wohnung betreten.“

Das also waren die Weisungen für den Mann, der einen Ausfluss, und für die Frau, die ihre Tage hat.

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Fortsetzung: Paraschat Achare Mot

Devarim
Waetchanan
Eqev
Reeh
Schoftim
Ki Teze
Ki Tavo
Nizavim
Wajelech
Haasinu
Sot ha-Bracha

Paraschat Mezora

Lev 14,1 - 15,33; Haftara: 2Kön 7,3-20

Die Reinigung der Kranken Der Aussatz bei Häusern Die Unreinheit bei Mann und Frau
Einleitung
Fragen
Blog

Einleitung

Bevor das Thema „Unreinheit bei den Fortpflanzungsorganen“ wieder aufgenommen wird und damit die „Tora der Reinheit“ abgeschlossen wird, werden noch weitere Themen behandelt: zunächst wird die Frage behandelt, wie der an Aussatz Erkrankte wieder rein wird, und schließlich der Aussatz an den Häusern. Dieser Aussatz setzt (zusammen mit dem Aussatz an Kleidern) einen etwas anderen Akzent, da es bei der Unreinheit von Personen darum geht, wer für das Heiligtum tauglich ist. Bei der Kleidung steht das nicht im Vordergrund und Häuser können überhaupt nicht zum Heiligtum gebracht werden. Kleidung und Häuser sind aber die Dinge, die den Menschen unmittelbar umgeben und die sozusagen zu seinem Selbst gehören. Kein Mensch ohne Kleidung, kein Mensch ohne Haus. Deshalb werden sie bezüglich von äußerlichen Schädigungen eigens behandelt und in die Kategorie „rein“ und „unrein“ gebracht.

In der Einleitung zur letzten Parascha (Par. Tasria) haben wir schon darauf hingewiesen, dass Flüssigkeiten aus den Fortpflanzungsorganen bezüglich der Unreinheit unter besonderer Aufmerksamkeit stehen. Wir haben auch schon vermutet, dass es damit zusammenhängen könnte, dass das Gebot der Fortpflanzung das allgemeinste und zugleich das unjüdischste Gebot ist, weil es im Prinzip alle Menschen trifft. Fortpflanzung ist auch der Akt, in dem der Mensch selbst am ehesten schöpferisch ist, also eine Tätigkeit verübt, die dem göttlichen Schöpfungsakt am nächsten kommt. Deshalb unterliegt genau dieser Akt einer besonderen Gesetzgebung, um ihn unter das göttliche Gebot zu stellen.
Leider hat sich auch im Judentum immer wieder die Meinung durchgesetzt, dass die Unreinheit des Menschen einer negativen Handlung durch diesen Menschen folgt. Bei Aussatz wird stets darauf verwiesen, dass er auf üble Nachrede zurückgehe, entsprechend sei auch die Unreinheit bei Mann und Frau die Äußerung einer negativen Haltung oder Handlung. Eine solche Sichtweise hat zur Folge, dass Sexualität eine negative Betrachtung erfährt, da sie grundsätzlich Unreinheit voraussetzt (Menstruation, Pollution) oder nach sich zieht (denn auch eine Frau, die geboren hat, ist unrein). Aber da der Mensch grundsätzlich geschlechtlich verfasst ist und jede Generationenbildung Geschlechtlichkeit voraussetzt, kann die mit Geschlechtlichkeit unmittelbar zusammenhängende Unreinheit nicht die Folge negativer Haltungen oder Handlungen sein, da das Ideal (keine negativen Haltungen und Handlungen) die Geschlechtlichkeit aufheben müsste, was ein unmittelbarer Eingriff in die Geschöpflichkeit des Menschen bedeutete (Kastration bei Männern und Frauen). Wenn wir davon ausgehen, dass der Begriff „Unreinheit“ nur im Kontext des Heiligtums wirklich Sinn macht, dann erübrigt sich ohnehin eine solch negative Betrachtung von „Unreinheit“. Denn der Begriff „Unreinheit“ formuliert eher etwas über das Heilige als über den Unreinheit Tragenden. Dass wir Heutigen alle und überall halachisch betrachtet unrein sind, sagt weniger über uns etwas aus als über die Tatsache, dass es kein Heiligtum mehr gibt. Deshalb ist es heute auch unerheblich, ob jemand an einer Hautkrankheit leidet. Er ist im Judentum deshalb weder aussätzig, noch wird er von liturgischen Handlungen ausgeschlossen, noch unterliegt er sonstigen Restriktionen. Auch ein Mann, dem Samen abgeht, kann am andern Morgen in die Synagoge gehen, auch ist er sonst nicht durch irgendwelche Auflagen beschränkt. Unreinheit ist also eher ein theo-logischer denn ein antropo-logischer Begriff. Dass gerade die Juden des aschkenasischen Mittelalters wieder priesterliche Traditionen aufleben lassen wollten und sich ohne Unterlass in die Mikwe begeben haben, hatte seinerzeit nachvollziehbare Gründe, sollte für uns heute aber nicht Grund sein, alles Körperliche einem grundsätzlichen Ekelverdacht zu unterwerfen. Auch wenn es das Heiligtum, den Tempel, nicht mehr gibt, so können wir heute den Gedanken des Heiligen ernst nehmen, indem wir das Profane als das nehmen, was es ist: das dem Heiligen entgegenstehendes, weshalb wir heute nicht überall und vorschnell nach dem Heiligen schreien sollten und alles und jedes für „heilig“ erklären.

Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.

Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.

Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.

Fragen zur Parascha

A) Allgemeine Fragen
Welche Aussatzarten werden in dieser Parascha beschrieben?

Wie kann ein Mann und eine Frau unrein werden?

Wohin dürfen Menschen, die unrein geworden sind, auf keinen Fall gehen?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Die verschiedenen Arten des Aussatzes spielen heute keine Rolle mehr. Warum?

Was muss der Kohen an einem Aussätzigen gemacht haben, damit dieser wirklich als Aussätziger gelten kann?

Welcher, in dieser Parascha beschriebene Fall spielt heute im orthodoxen Judentum immer noch eine große Rolle?

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.

Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.

Raschis Kommentar

Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.

Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.

Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".

Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen

Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.

Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.

Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.

Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.

Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.

Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.

Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.

Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.

Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.

Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.

Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.

Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.

Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.

Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.

Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.

Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.

Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.

Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.

Raschi: Das hebräische Wort kommt von „Wurzel“. Wie eine Baumwurzel den Baum mit der Wurzel fest in der Erde hält, so halten die Kettchen das Brustschild am Efod fest. Diese Kettchen wurden an Ringen festgemacht, die wiederum am Brustschild und an den Schulterbändern befestigt waren. Auch nach unten gab es Kettchen, so dass das Brustschild auch unten gehalten wurde, damit es nicht hin und her baumeln konnte.

Das ist der geschriebene Gottesname (der vierbuchstabige Name, das Tetragramm), der in die Tasche gelegt wurde. Durch sie konnte Aharon die Entscheidungen klar äußern. Im zweiten Heiligtum [dem salomonischen Tempel] gab es zwar das Brustschild noch, doch waren die Urim und Tumim darin nicht mehr enthalten.

Raschi: Auf diesen Mantel wurde der Efod als Umgürtung herumgelegt.

Raschi: Das Material, aus dem der Mantel bestand, hatte nur diese eine Art, nämlich die himmelblaue Wolle.

Daraus lernen wir, sagt Raschi, , dass die Panzerhemden der bewaffneten Jisraeliten einen doppelten Saum hatten.

Hier wird ein Verbot der Tora ausgesprochen: Du darfst ihn nicht zerreißen. Eigentlich hätte man es als praktische Anweisung verstehen können. Aber Raschi zählt dieses Verbot zur Anzahl der Verbote der Tora dazu.

Raschi: Das bedeutet, dass sie rund und hohl waren.

Nach Raschi hatten diese Glöckchen Klöppel im Inneren (damit sie auch klingeln konnten)

Zwischen zwei Granatäpfel kam ein Glöckchen. Raschi betont dieses Abwechseln so stark, weil der hebräische Text es nahelegen könnte, dass sich die Glöckchen in den Granatäpfeln befanden. So verstanden es denn auch andere Kommentatoren.

Raschi: Daraus kann man das Positive lesen: Wenn er alle Kleider anhat und ins Heiligtum geht, dann ist er nicht des Todes schuldig. Damit knüpft Raschi eine Todesschuld des Kohen nicht an die Glöckchen und deren Klingeln allein, sondern an die gesamte Kleidung des Kohen. Die Todesschuld wird nach Raschi übrigens nicht an die irdische Gerichtsbarkeit übergeben, sondern an die himmlische.

Das war nach Raschi ein zwei Finger breiter Streifen aus Gold, der die Stirn umgab von einem Ohr zum andern.

Raschi: Hierzu gibt es verschiedene Verse: Hier heißt es: Der Kopfschmuck liegt auf dem Band. Ex 39,31 heißt es: Und auf den Kopfschmuck legten sie das Band. Und im nächsten Vers (Ex 28,38) heißt es: Aharon trage es auf der Stirn. Und im *Talmud heißt es noch: Sein Haar soll zwischen Band und Kopfschmuck sichtbar sein, denn dort legte er die *Tefillin.

Um alle Aussagen gelten zu lassen, konstruiert Raschi den Kopfschmuck mit dem Band so, dass alle vier Aussagen stimmen. Am Ende meint Raschi: Damit sind alle Verse erfüllt: Der äußere Teil des Bandes ist auf dem Kopfschmuck, der Kopfschmuck ist aber auch auf dem inneren Teil des Bandes, das Band ist aber auch über dem Kopfschmuck.

Raschi: Welche Schuld bringt Aharon ins Reine? Er bringt nur soweit ins Reine, wie das Opfer wieder brauchbar gemacht wird. Alle anderen Vergehen sind damit nicht gemeint.

Nach Raschi bedeutet das zunächst: sühnen, ins Reine bringen. Aber auch die einfache Bedeutung gilt: Aharon trägt die Last der Schuld und damit wird die Schuld vom Heiligtum weggenommen.

Raschi: Das bedeutet nicht, dass Aharon den Kopfschmuck immer auf seiner Stirn trägt. Er trägt es ja nur zur Zeit seines Dienstes. Es gibt aber welche, die meinen, dass der Kopfschmuck nur dann wirkt, wenn es auch auf der Stirn von Aharon liegt. Deshalb ist der Vers so zu verstehen, dass Aharon, wenn er den Kopfschmuck auf der Stirn trägt, ihn beständig berühren soll, damit er ihn im Sinn behält.

Das waren nach Raschi Vertiefungen im Muster. Der ganze Rock wurde aus Byssus hergestellt.

Raschi: Vier Kleidungsstücke sollen für die Söhne Aharon hergestellt werden, mehr nicht: die hier erwähnten Röcke, Gürtel und Mützen, sowie die später erwähnten Beinkleider.

Damit ist ein gewöhnlicher Kohen anders gekleidet als der Kohen Gadol, der Hohepriester.

Raschi macht klar: Das, was bei Aharon steht, soll er angekleidet bekommen, und das, was bei den Söhnen steht, sollen sie angekleidet bekommen.

Raschi: Der hebräische Ausdruck „die Hand füllen“ meint: in ein Amt einsetzen. Es kommt jemand in das Amt und hat es von da an im Besitz. Das ist wie bei den Herren, die einem einen Handschuh in seine Hand geben, um ihm den Besitz der Sache zu übergeben. Deshalb heißt es auch: ein Amt „bekleiden“.

Raschi: Und zwar für Aharon und für dessen Söhne. Damit haben wir acht Kleidungsstücke für den Kohen Gadol und vier für den gewöhnlichen Kohen.

Raschi: Das meint sowohl den späteren Tempel als auch das Heiligtum [in der Wüste].

Raschi: Überall, wo dieser Ausdruck steht, meint er: Das Gesetz hat von jetzt an seine Gültigkeit und für die späteren Generationen ebenfalls.

Raschi fragt: weshalb einen Stier? Raschi sagt: wegen der Verfehlung durch das Goldene Kalb. Das war auch ein Stier.

Raschi erklärt: Von allen drei Arten wurden je zehn Kuchen gebracht. Auch wurde Öl dazugegeben, und nach dem Backen wurden die Brote mit Öl bestrichen, und zwar in Form des griechischen Chi, das dem hebräischen Nun sehr ähnlich ist.

Hier ist nicht ganz klar, was Raschi meint, da der griechische Buchstabe Chi eben nicht so aussieht wie ein Nun.

Und zwar in den Hof, wie Raschi ergänzt.

Raschi erklärt: Der Körper soll ganz in Wasser untertauchen.

Raschi: Und zwar so, wie ich es oben zu den einzelnen Kleidungsstücken erklärt habe.

Raschi: Auf den Kopf und zwischen die Augenbrauen. Er verband die drei Stellen so mit dem Finger, dass auch hier der griechische Buchstabe Chi zu sehen war.

Diese Überlieferung geht bereits auf den Talmud zurück und wird sehr unterschiedlich gewertet. Man ist keineswegs über den griechischen Buchstaben sicher. Dazu kommt, dass Raschi selbst an verschiedenen Stellen unterschiedliche Buchstaben im Sinn hat. Und außerdem ist das griechische Chi dem hebräischen Nun keineswegs ähnlich.

Also in den Hof, der vor dem Eingang des Heiligtums ist, wie Raschi präzisiert.