| Bereschit |
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Bereschit
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Schemot
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Bemidbar
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Devarim
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copyright 2012 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(9) Am achten Tag, nachdem sich die Kohanim zurückgezogen hatten, rief Mosche Aharon und seine Söhne. Und auch die Ältesten der Kinder Jisraels rief er zusammen. Dann sagte er zu Aharon:
„Nun also ist es soweit. Nimm ein Rind und einen Widder. Beide Tiere dürfen keine Fehler an sich haben. Bring sie vor den Ewigen und opfere sie. Und ihr, Jisrael! Nehmt einen Ziegenbock, ein Kalb (*denkt an das Vergehen mit dem Goldenen Kalb!*) und ein Lamm - die Tiere sollen nicht älter als ein Jahr sein und Fehler dürfen sie auch keine haben - und opfert sie dem Ewigen. Und auch einen Ochsen und einen Widder sollt ihr als ein Schelamim, ein Friedensopfer, vor dem Ewigen schlachten. Und auch ein Mincha, ein Speiseopfer, sollt ihr bringen. Denn heute will sich der Ewige euch zeigen und in seiner Herrlichkeit (kevod adonaj) erscheinen.“
Nachdem Mosche das alles gesagt hatte, gingen sie alle hin, und brachten all das zum Zelt, was ihnen Mosche angeordnet hatte. Und dann kam die ganze Gemeinde zum Zelt, und dort stellten sie sich auf.
Und zu Aharon sagte Mosche: „Nun komm und tritt an den Altar. Bring deine Ola, dein Aufstiegsopfer, und deine Chattat, dein Reinigungsopfer, wie ich es dir gesagt habe. Du sollst damit dich und dein Volk vor dem Ewigen ins Reine bringen. Dann sollst du die Opfer, die das Volk gebracht haben, darbringen, damit du das Volk vor dem Ewigen ins Reine bringen kannst, so, wie der Ewige es angeordnet hat.“
Und so trat Aharon an den Altar und brachte das Kalb als eine Chattat, ein Reinigungsopfer, dar, während die Söhne ihm das Blut reichten, in das er eintauchte und davon an die Hörner des Altars schmierte. Den Rest des Blutes goss er unten am Altar aus. Und er nahm die Teile vom Inneren des Tieres, die dafür vorgesehen waren, und ließ sie auf dem Altar in Rauch aufgehen. Die restlichen Teile des Tieres brachte er hinaus vor das Lager und verbrannte sie dort.
Dann machte er sich daran, die Ola, das Aufstiegsopfer, zu bringen. Und auch hier reichten ihm seine Söhne von dem Blut des Tieres, und er besprengte damit den Altar ringsherum. Danach reichten sie ihm alle Teile des Tieres, die er auf dem Altar in Rauch aufgehen ließ. Danach wusch er die Eingeweide und die Kniestücke und ließ auch diese auf dem Altar in Rauch aufgehen.
Als er damit fertig war, brachte er auch noch die Opfer des Volkes. Zunächst den Bock für die Chattat, das Reinigungsopfer, dann das Kalb und das Lamm für die Ola, das Aufstiegsopfer. Schließlich das Mincha, das Speiseopfer, von dem er eine Handvoll nahm und es auf dem Altar in Rauch aufgehen ließ. Zum Schluss brachte er auch noch den Ochsen und den Widder als Schelamim, als Friedensopfer, für das Volk. Und auch hier reichten ihm die Söhne von dem Blut und er besprengte damit den Altar ringsherum, während er die Innereien, die dafür vorgesehen waren, auf dem Altar in Rauch aufgehen ließ. Dann nahm er die Bruststücke und den rechten Schenkel und schwang sie durch die Luft. Er erhob seine Hände und segnete so das Volk *mit dem Priestersegen*. Danach kam er wieder aus dem Zelt und ging, zusammen mit Mosche, wieder in das Zelt hinein, *um zu beten*. Als beide wieder herauskamen, segneten sie das Volk (*mit dem Psalmvers: Mag Gott uns wohlgesonnen sein und das, was wir hier tun, uns gelingen! Ja, mag es uns gelingen*) . Da erschien auf einmal die Herrlichkeit des Ewigen vor dem ganzen Volk und es war, als würde ein Feuer vom Ewigen ausgehen. Und das Feuer kam über den Altar und verbrannte alle Stücke, die dort obenauf lagen. Und als das ganze Volk das sah, da jubelten sie alle und ließen sich auf ihre Gesichter niederfallen.
(10) Da gingen die beiden Söhne Aharons, Nadav und Avihu, hin und holten sich Räucherpfannen, entzündeten darin ein Feuer und taten Räucherwerk hinein. Damit brachten Nadav und Avihu ein fremdes Feuer vor den Ewigen, das der Ewige nicht angeordnet hatte. Und sogleich ging ein Feuer vom Ewigen aus und kam über sie und verzehrte sie, und sie starben vor dem Ewigen.
Als Mosche das sah, sagte er zu Aharon: „Das ist das, was der Ewige gesagt hat: Ich werde durch die geheiligt, die mir nahe sind, durch sie werde ich auch vor dem Volk verherrlicht.“ Und Aharon sagte nichts und schwieg.
Danach rief Mosche zwei Verwandte von Aharon und sagte ihnen: „Kommt, tragt eure toten Verwandten aus dem Heiligtum und bringt sie vors Lager.“ Und sie kamen herbei und machten es.
Zu Aharon und seinen verbliebenen Söhnen Elasar und Itamar sagte Mosche: „Ihr sollt euch jetzt keine Trauerzeichen machen (*denn es ist nicht die Zeit der Trauer*). Deshalb sollt ihr euer Haar nicht wachsen lassen und eure Kleider sollt ihr nicht einreißen. Vielmehr sollen alle anderen, die draußen stehen, das Feuer, das der Ewige entzündet und Nadav und Avihu getötet hat, beweinen. Auch sollt ihr euch von dem Eingang des Zeltes nicht wegbewegen. Denn ihr habt noch das Salböl an euch.“ Und sie machten, was Mosche gesagt hatte.
Darauf sagte Mosche weiter: „Auch sollt ihr keinen Wein und andere Getränke, die euch betrunken machen, trinken, wenn ihr in das Zelt geht. Das soll euch eine ewige Anordnung sein. Denn nur, wenn ihr nicht betrunken seid, könnt ihr auch unterscheiden zwischen dem, was heilig, und dem, was nicht heilig ist, zwischen dem, was rein, und dem, was unrein ist. Auch sollt ihr die Anordnungen und Gesetze, die euch der Ewige durch Mosche beigebracht hat, dem Volk weitergeben und es lehren.“
Dann sagte Mosche zu Aharon und zu dessen verbliebenen Söhnen Elasar und Itamar: „Ihr könnt vom Mincha, dem Speiseopfer, für euch nehmen, und zwar alles, was davon übriggeblieben ist, *auch wenn ihr jetzt trauert*. Ihr sollt es ungesäuert essen, und zwar neben dem Altar sollt ihr es essen. Denn das Mincha ist hochheilig und muss deswegen an einem sehr heiligen Ort gegessen werden. Das Übriggebliebene vom Mincha ist der Anteil, der für euch bestimmt ist. Auch die Bruststücke und die Schenkel, die ihr durch die Luft schwingt, gehören euch, sind euer Anteil, und ihr müsst sie an einem reinen Ort essen. Aber nicht nur du darfst davon essen, sondern deine ganze Familie, also auch deine Töchter. Denn das ist euer Anteil.“
Nachdem Mosche das alles erklärt hatte, sah er sich um und fragte nach dem Bock, der für das Reinigungsopfer bestimmt war. Aber der Bock war bereits verbrannt. Da wurde Mosche wegen Elasar und Itamar zornig, denn sie hatten den Bock verbrannt. Und Mosche sagte zu ihnen gewandt: „Warum habt ihr den Bock, der doch für das Reinigungsopfer bestimmt war, nicht an einem heiligen Ort gegessen. Er ist doch hochheilig, und man hat ihn euch gegeben, damit ihr die Gemeinde wieder ins Reine bringt. Aber nichts habt ihr gemacht: Das Blut ist nicht bis ins Innere des Heiligtums gelangt, und ihr habt ihn nicht an einem reinen Ort gegessen.“
Da schaltete sich Aharon ein und sagte Mosche: „Sie haben heute ihr Reinigungsopfer und ihr Aufstiegsopfer vor den Ewigen gebracht, und dann ist mir so etwas passiert, dass meine beiden Söhne gestorben sind und wir Trauernde sind. Hätte ich denn heute das Reinigungsopfer essen sollen? Das hätte dem Ewigen bestimmt nicht gefallen.“ Als Mosche das hörte, gefiel ihm das sehr.
(11) Später redete der Ewige wieder einmal mit Mosche, *der es Aharon weitersagen sollte*: „Weiter sollt ihr den Kindern Jisraels erklären: Es gibt reine und es gibt unreine Tiere. Folgende Tiere sollen euch als reine Tiere gelten, von ihnen dürft ihr essen:
Tiere, die durchgespaltene Klauen haben und die Wiederkäuer sind, die dürft ihr essen. Also folgende Tiere dürft ihr nicht essen: Kamele, denn sie sind zwar Wiederkäuer, aber sie haben keine gespaltenen Klauen. Also sollen euch Kamele als unrein gelten. Und das Schwein, denn es hat zwar gespaltene Klauen, aber es ist kein Wiederkäuer. Also sollen euch Schweine als unrein gelten.
Von den Tieren, die im Wasser leben, dürft ihr folgende Tiere essen: Alle Tiere, die Flossen und Schuppen haben, die dürft ihr essen. Alle anderen Tiere, die keine Flossen und Schuppen haben, die dürft ihr nicht essen, es soll euch vor ihnen sogar ekeln.
Und von den Vögeln dürft ihr folgende Tiere nicht essen, euch soll sogar vor ihnen ekeln: Geier, Milan, alle Arten von Raben, Adler, Eulen, Storch, Reiher, Wiedehopf und Fledermaus.
Auch alle geflügelten kleinen Tiere, die auf vier Beinen gehen, seien euch ein Gräuel. Nur die geflügelten kleinen Tiere, die auch noch Springfüße haben, um damit auf der Erde hüpfen zu können, die dürft ihr essen: Also die verschiedenen Arten von Heuschrecken (*aber die essen wir heute nicht mehr, weil wir die Arten nicht kennen*). Alle anderen Insekten dürft ihr nicht essen.
Und folgende Tiere machen einen unrein: Das Aas eines Tieres macht unrein. Wer es berührt, ist bis zum Abend unrein und muss danach seine Kleider waschen. Zum Beispiel das Aas eines Kamels. Wer das berührt, ist unrein. Auch das Aas von Tieren, die auf Tatzen gehen, *wie zum Beispiel Katzen*. Sie sind unrein, und wer deren Aas berührt, wird unrein. Und von den kleinen Tieren gibt es auch viele, die unrein sind und deren Aas unrein macht: zum Beispiel das Wiesel, die Maus, der Igel, die Eidechse oder der Maulwurf.
Und auch alles, was auf ein Aas von unreinen Tieren fällt, wird selbst unrein. Es muss in Wasser getaucht werden, dann ist es wieder rein. Aber Tongefäße können nicht mehr reingemacht werden, deshalb sollt ihr sie zerbrechen. Das Gleiche gilt für den Fall, dass ein Aas auf einen Ofen oder einen Herd fällt. Dann kann der nicht mehr rein gemacht und muss eingerissen werden.
Aber auch Tiere, die euch erlaubt sind und sterben (ohne dass sie geschlachtet worden sind), machen euch unrein, wenn ihr sie berührt. Auch wer von dem Aas eines erlaubten Tieres isst, wird unrein.
Und merkt euch eines: Alles, was auf der Erde kriecht und sich bewegt, das soll euch ein Gräuel sein. Und ihr selbst sollt euch nicht zum Gräuel machen, indem ihr solche Tiere esst. Denn ich bin der Ewige, euer Gott, ihr sollt euch heilig halten, damit ihr auch heilig seid, so wie ich heilig bin. Ich bin der Ewige, ich habe euch aus Ägypten gebracht, um euer Gott sein zu können.
Ihr sollt lernen, einen Unterschied zu machen zwischen Rein und Unrein, zwischen Tieren, die ihr essen dürft und solchen, die euch verboten sind.
copyright 2012 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Tasria
Lev 9,1 - 11,47; Haftara: 2Sam 6,1 - 7,17 Paraschat Para: Num 19,1-22, Haftara 1Sam 15,2-34
| Die Kohanim treten den Dienst an | Nadav und Avihu | Die Opferanteile für die Kohanim | Elasar und Itamars Fehler | Von reinen und unreinen Tieren |
| Einleitung |
| Fragen |
| Blog |
In dieser Parascha ist es endlich soweit: Die Kohanim kommen zum ersten Mal zum Einsatz und opfern die vorgeschriebenen Tiere. Als Antwort hierauf „zeigt“ sich der Ewige in seinem Kavod, in seiner Herrlichkeit. Und dann passiert es: Nadav und Avihu, vielleicht überwältigt von diesem Ereignis, bringen selbstständig ein Feuer, ein fremdes Feuer wie der Text sagt, ins Heiligtum und werden selbst vom Feuer des Ewigen „verzehrt“. Damit ist zu Beginn der priesterlichen Tätigkeit gleich auch ein Fehltritt miterzählt (ein zweiter von Elasar und Itamar folgt auch noch!). Sollte damit von vornherein der Dienst der Kohanim diskreditiert werden? Wohl kaum. Aber er macht auf ein Problem aufmerksam und lässt einiges zum Dienst der Kohanim sagen:
Weil die Erscheinung des Kavod so unmittelbar auf das Darbringen der ersten Opfer erwähnt wird, könnte man auf die Idee kommen, dass der Opferdienst der Kohanim beim Ewigen etwas „bewirken“ kann. Man kann auch interpretatorisch sagen, dass das vielleicht Nadav und Avihus Missverständnis war: Sie wollten die „Heiligkeit“ herbeizwingen. Das ist aber eine Vorstellung, die eher mit Götzendienst und Magie zu tun hat: Magie will durch Handlungen etwas erzwingen, zumindest bewirken. Das ist aber nicht die Vorstellung der Tora. Und das kommt sehr genau in dieser Parascha zu Wort: Weil Nadav und Avihu selbstständig gehandelt haben und etwas bewirken wollten, mussten sie in der Heiligkeit sterben. Wer Heiligkeit erzwingt, kommt in ihr um. Heiligkeit wird nach festen Regeln und Vorschriften hergestellt, auch soll die so hergestellte Heiligkeit nichts bewirken, sie soll nur dasein, damit das Volk sich daran ausrichten kann. Das soll auch durch den öfter zitierten Satz bestärkt werden: Ihr sollt heilig sein, weil ich heilig bin. Das beinhaltet keinen religiösen Aktivismus und Rigorismus, sondern besagt die Zuordnung des Volkes auf das Heiligtum hin.
Wie durch eine lange Vorausahnung werden in dieser Parascha auch die erlaubten und nicht erlaubten Tiere erwähnt. Dieser Abschnitt hat mit dem Heiligtum nach außen nichts zu tun. Und doch gehören sie sehr eng zusammen und wurden durch die Geschichte des Judentums eng zusammengebracht. Auch die Unterscheidung zwischen den erlaubten und nicht erlaubten Tieren soll nichts bewirken: Es soll nicht gesünder machen, auch nicht moralisch besser, wenn man sich an diese Unterscheidung hält. Die Unterscheidung ist einfach nur da. Die einzige Begründung für die Kaschrut besteht lediglich darin, dass bestimmte Tiere dem Ewigen ein „Gräuel“ sind. Wir essen also bestimmte Tiere nicht, weil wir uns dadurch besser fühlen, gesünder essen, sondern einzig, um uns auszurichten am Ewigen.
In der Tat konnte sich das Volk am Heiligtum eine Weile ausrichten. Aber das Heiligtum wurde zerstört, spätestens seit 70 n. u.Z. gibt es für uns Juden keinen Tempel mehr. An die Stelle dieses Heiligtums sind andere Dinge getreten, die dem Judentum heilig geworden sind: Der Schabbat und die Kaschrut. Interessanterweise sind beide Elemente in der Tora auch eng miteinander verbunden. Die Arbeiten am Heiligtum bestimmen die verbotenen Arbeiten am Schabbat, weil der Schabbat die Bauarbeiten am Heiligtum unterbrochen hatte. Auch die erlaubten und nicht erlaubten Tiere (Kaschrut) folgen unmittelbar auf die ersten Opferhandlungen der Kohanim.
Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.
Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.
Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.
A) Allgemeine Fragen
Was haben Nadav und Avihu, die ältesten Söhne Aharons, Falsches getan?
Wie wurden sie bestraft?
Was haben Elasar und Itamar, die verbliebenen Söhne Aharons, Falsches getan?
Welche Tiere darf man zum Essen verwenden? Welche nicht
B) Fragen für Fortgeschrittene
Welche Trauerbräuche werden in dieser Parascha beschrieben?
Welche Trauerbräuche werden davon heute noch ausgeübt?
Weshalb durften Aharon und seine verbliebenen Söhne keine Trauerzeichen anlegen?
Was wird in dieser Parascha alles als „unrein“ bezeichnet?
Gibt es in den Bestimmungen zu den reinen und unreinen Tieren noch solche, die heute wichtig sind?
Was hat das Heiligtum mit den unreinen Tieren zu tun?
Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.
Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.
Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.
Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.
Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.
Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.
Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.
Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.
Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.
Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.
Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.
Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.
Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.
Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.
Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.
Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.
Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.
Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.
Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.
Raschi: Das hebräische Wort kommt von „Wurzel“. Wie eine Baumwurzel den Baum mit der Wurzel fest in der Erde hält, so halten die Kettchen das Brustschild am Efod fest. Diese Kettchen wurden an Ringen festgemacht, die wiederum am Brustschild und an den Schulterbändern befestigt waren. Auch nach unten gab es Kettchen, so dass das Brustschild auch unten gehalten wurde, damit es nicht hin und her baumeln konnte.
Das ist der geschriebene Gottesname (der vierbuchstabige Name, das Tetragramm), der in die Tasche gelegt wurde. Durch sie konnte Aharon die Entscheidungen klar äußern. Im zweiten Heiligtum [dem salomonischen Tempel] gab es zwar das Brustschild noch, doch waren die Urim und Tumim darin nicht mehr enthalten.
Raschi: Auf diesen Mantel wurde der Efod als Umgürtung herumgelegt.
Raschi: Das Material, aus dem der Mantel bestand, hatte nur diese eine Art, nämlich die himmelblaue Wolle.
Daraus lernen wir, sagt Raschi, , dass die Panzerhemden der bewaffneten Jisraeliten einen doppelten Saum hatten.
Hier wird ein Verbot der Tora ausgesprochen: Du darfst ihn nicht zerreißen. Eigentlich hätte man es als praktische Anweisung verstehen können. Aber Raschi zählt dieses Verbot zur Anzahl der Verbote der Tora dazu.
Raschi: Das bedeutet, dass sie rund und hohl waren.
Nach Raschi hatten diese Glöckchen Klöppel im Inneren (damit sie auch klingeln konnten)
Zwischen zwei Granatäpfel kam ein Glöckchen. Raschi betont dieses Abwechseln so stark, weil der hebräische Text es nahelegen könnte, dass sich die Glöckchen in den Granatäpfeln befanden. So verstanden es denn auch andere Kommentatoren.
Raschi: Daraus kann man das Positive lesen: Wenn er alle Kleider anhat und ins Heiligtum geht, dann ist er nicht des Todes schuldig. Damit knüpft Raschi eine Todesschuld des Kohen nicht an die Glöckchen und deren Klingeln allein, sondern an die gesamte Kleidung des Kohen. Die Todesschuld wird nach Raschi übrigens nicht an die irdische Gerichtsbarkeit übergeben, sondern an die himmlische.
Das war nach Raschi ein zwei Finger breiter Streifen aus Gold, der die Stirn umgab von einem Ohr zum andern.
Raschi: Hierzu gibt es verschiedene Verse: Hier heißt es: Der Kopfschmuck liegt auf dem Band. Ex 39,31 heißt es: Und auf den Kopfschmuck legten sie das Band. Und im nächsten Vers (Ex 28,38) heißt es: Aharon trage es auf der Stirn. Und im *Talmud heißt es noch: Sein Haar soll zwischen Band und Kopfschmuck sichtbar sein, denn dort legte er die *Tefillin.
Um alle Aussagen gelten zu lassen, konstruiert Raschi den Kopfschmuck mit dem Band so, dass alle vier Aussagen stimmen. Am Ende meint Raschi: Damit sind alle Verse erfüllt: Der äußere Teil des Bandes ist auf dem Kopfschmuck, der Kopfschmuck ist aber auch auf dem inneren Teil des Bandes, das Band ist aber auch über dem Kopfschmuck.
Raschi: Welche Schuld bringt Aharon ins Reine? Er bringt nur soweit ins Reine, wie das Opfer wieder brauchbar gemacht wird. Alle anderen Vergehen sind damit nicht gemeint.
Nach Raschi bedeutet das zunächst: sühnen, ins Reine bringen. Aber auch die einfache Bedeutung gilt: Aharon trägt die Last der Schuld und damit wird die Schuld vom Heiligtum weggenommen.
Raschi: Das bedeutet nicht, dass Aharon den Kopfschmuck immer auf seiner Stirn trägt. Er trägt es ja nur zur Zeit seines Dienstes. Es gibt aber welche, die meinen, dass der Kopfschmuck nur dann wirkt, wenn es auch auf der Stirn von Aharon liegt. Deshalb ist der Vers so zu verstehen, dass Aharon, wenn er den Kopfschmuck auf der Stirn trägt, ihn beständig berühren soll, damit er ihn im Sinn behält.
Das waren nach Raschi Vertiefungen im Muster. Der ganze Rock wurde aus Byssus hergestellt.
Raschi: Vier Kleidungsstücke sollen für die Söhne Aharon hergestellt werden, mehr nicht: die hier erwähnten Röcke, Gürtel und Mützen, sowie die später erwähnten Beinkleider.
Damit ist ein gewöhnlicher Kohen anders gekleidet als der Kohen Gadol, der Hohepriester.
Raschi macht klar: Das, was bei Aharon steht, soll er angekleidet bekommen, und das, was bei den Söhnen steht, sollen sie angekleidet bekommen.
Raschi: Der hebräische Ausdruck „die Hand füllen“ meint: in ein Amt einsetzen. Es kommt jemand in das Amt und hat es von da an im Besitz. Das ist wie bei den Herren, die einem einen Handschuh in seine Hand geben, um ihm den Besitz der Sache zu übergeben. Deshalb heißt es auch: ein Amt „bekleiden“.
Raschi: Und zwar für Aharon und für dessen Söhne. Damit haben wir acht Kleidungsstücke für den Kohen Gadol und vier für den gewöhnlichen Kohen.
Raschi: Das meint sowohl den späteren Tempel als auch das Heiligtum [in der Wüste].
Raschi: Überall, wo dieser Ausdruck steht, meint er: Das Gesetz hat von jetzt an seine Gültigkeit und für die späteren Generationen ebenfalls.
Raschi fragt: weshalb einen Stier? Raschi sagt: wegen der Verfehlung durch das Goldene Kalb. Das war auch ein Stier.
Raschi erklärt: Von allen drei Arten wurden je zehn Kuchen gebracht. Auch wurde Öl dazugegeben, und nach dem Backen wurden die Brote mit Öl bestrichen, und zwar in Form des griechischen Chi, das dem hebräischen Nun sehr ähnlich ist.
Hier ist nicht ganz klar, was Raschi meint, da der griechische Buchstabe Chi eben nicht so aussieht wie ein Nun.
Und zwar in den Hof, wie Raschi ergänzt.
Raschi erklärt: Der Körper soll ganz in Wasser untertauchen.
Raschi: Und zwar so, wie ich es oben zu den einzelnen Kleidungsstücken erklärt habe.
Raschi: Auf den Kopf und zwischen die Augenbrauen. Er verband die drei Stellen so mit dem Finger, dass auch hier der griechische Buchstabe Chi zu sehen war.
Diese Überlieferung geht bereits auf den Talmud zurück und wird sehr unterschiedlich gewertet. Man ist keineswegs über den griechischen Buchstaben sicher. Dazu kommt, dass Raschi selbst an verschiedenen Stellen unterschiedliche Buchstaben im Sinn hat. Und außerdem ist das griechische Chi dem hebräischen Nun keineswegs ähnlich.
Also in den Hof, der vor dem Eingang des Heiligtums ist, wie Raschi präzisiert.
Raschi: Deshalb gab es am unteren Sockel einen Vorsprung, der um den Altar verlief. Darin wurde das Blut aufgefangen.
Hier scheint die Vorstellung dahinterzustehen, dass Blut grundsätzlich nicht vergossen werden darf. Aber wenn doch, dann gehört das Blut an den Altar des Ewigen und bewirkt dort eine kultische "Reinigung".
Normalerweise wird eine Chattat, ein Sündopfer, nicht verbrannt. Hier handelt es sich aber um das Einsetzungsopfer für die Kohanim und ist insofern etwas besonderes.
Raschi erklärt: Dazu nahm man ein Gefäß und besprengte damit den unteren Teil des Altares. Deshalb ging der Kohen auch nicht auf den Altar, sondern stand vor ihm. Nur für die Chattat waren die Hörner und die Finger vorgeschrieben.
Raschi: Der Ewige sagt: Es ist für mich ein Wohlgefallen, da ich gesprochen habe und meine Anweisung wurde ausgeführt.
Mit dieser Erklärung "entstofflicht" Raschi den Ausdruck "lieblicher Duft", der ja sehr material ist.
Raschi: Das ist ein innerer Teil der Ohrmuschel.
Raschi: Er wird als Friedensopfer gebracht, weil an ihm alles vollkommen ist. Und er bringt diese Vollkommenheit dem Altar, dem Kohen, der Dienst tut und den Eigentümern. Da zur Einsetzung Mosche Dienst tat, kam ihm das Opfer zu als Kohen, und Aharon und seinen Söhnen kam das Opfer zu als Eigentümer.
Raschi: Von diesen drei Arten wird je eines von den zehn gebackenen genommen. Nur hier wird Brot, das mit einem Opfer gebracht wird, auch verbrannt.
Sowohl der Eigentümer als auch der Kohen waren an der Schwingung beteiligt. Wie? Der Kohen legt seine Hand unter die des Eigentümers und gemeinsam schwingen sie. Mosche war der Kohen und Aharon und seine Söhne waren die Eigentümer.
Raschi erklärt: Und zwar schwangen sie in alle vier Himmelsrichtungen, denn Ihm gehört die ganze Welt. Auch schützte sie vor Strafen und schlechten Winden. Dann schwangen sie nach oben und unten, denn Ihm gehören Himmel und Erde. Auch schützte sie vor schlechtem Tau.
Auch der *Lulav wird nach allen vier Seiten und nach oben und unten geschüttelt.
Raschi erklärt: Die Teile der Schwingung werden auf den ersten Widder gelegt, der bereits als Ganzopfer auf dem Altar liegt.
Raschi: Die Brust schwingst und heiligst du für die künftigen Generationen, auf dass auch die späteren Generationen die Schwingung vollziehen. (Die Anweisung, die Brust zu schwingen, ist also keine einmalige Anweisung, sondern gilt für später gleichermaßen).
Es soll also ein ewiges Gesetz sein, dass Friedensopfer den Eigentümern gehören und Brust und Schenkel den Kohanim übergeben werden sollen, so erklärt Raschi.