| Bereschit |
| Noach |
| Lech Lecha |
| Wajera |
| Chajje Sara |
| Toledot |
| Wajeze |
| Wajischlach |
| Wajeschev |
| Miqez |
| Wajigasch |
| Wajechi |
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Bereschit
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Schemot
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Wajiqra
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Bemidbar
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Devarim
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copyright 2012 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(1) Der Ewige rief zu Mosche und sprach mit ihm aus dem Zelt heraus. Er sagte zu ihm:
„Sag den Kindern Jisraels folgendes: Wenn ihr dem Ewigen ein *freiwilliges* Opfer bringen wollt, dann sollt ihr nur vom Rind oder vom Kleinvieh wie Schafen und Ziegen als Opfer nehmen. Keine anderen Tiere möchte der Ewige. Vielmehr nur Rind oder Schaf oder Ziege.
Wenn ihr nun ein Rind als Aufstiegsopfer nehmt, dann müsst ihr folgendes beachten: Das Rind muss männlich sein, auch darf es nicht krank sein oder sonstige Fehler an sich haben. So ein gesundes, männliches Rind könnt ihr an den Eingang des Zeltes bringen. Dort mag es der Ewige von euch gerne annehmen.
Aber bevor ihr es dort dem Kohen übergebt, müsst ihr euch mit den Händen auf dem Kopf des Tieres aufstemmen, dann wird es der Ewige bestimmt annehmen. Danach könnt ihr *selbst* das Rind schlachten, während die Kohanim kommen, um das Blut aufzufangen und es um den Altar ringsherum zu sprengen.
Während die Kohanim auf dem Altar das Holz aufstapeln und Feuer anzünden, soll der von euch, der das Tier zum Opfer gebracht hat, das Tier in einzelne Teile zerlegen. Danach nehmen die Kohanim die einzelnen Teile des Tieres und legen sie auf die Holzschicht. Auch alle Innereien des Tieres nehmen sie zu sich, waschen sie und legen sie zu den anderen Teilen auf den Altar. Das alles soll im Feuer verbrennen, denn das Opfer, das ihr so bringt, soll ganz verbrannt werden. Dieses Opfer soll deshalb auch Olah heißen, denn es geht ganz in Rauch auf und steigt empor, als ein lieblicher Duft, das dem Ewigen zu Ehren gebracht worden ist, *denn so wird der Wille des Ewigen erfüllt*.
Nimmt man statt eines Rindes ein Schaf oder eine Ziege, so soll man ganz ähnlich damit umgehen. Auch ein Schaf oder eine Ziege muss männlich sein, und es darf keine Krankheiten oder sonstige Fehler haben.
Kann ein Jisraelit aber kein Rind oder Schaf oder Ziege bringen (*weil er zum Beispiel zu arm ist*), dann reichen auch Vögel, allerdings sollen es dann nur junge Tauben sein. Bringt also ein Jisraelit einen Vogel, dann soll der Kohen das Tier nehmen und damit zum Altar gehen und es dort, nachdem er das Tier getötet und das Blut um den Altar herum gesprengt hat, in Rauch aufgehen lassen. Nur die Eingeweide und die Federn soll er zur Seite legen und nicht verbrennen. Auch das ist ein Aufstiegsopfer oder ein Feueropfer mit einem lieblichen Duft für den Ewigen.
(2) Es kann jemand (*meist ist es ein Armer*) aber auch ein Qorban Mincha bringen, ein sogenanntes Speiseopfer. Dann muss er dazu feines Mehl, *also Weizenmehl*, nehmen, Öl darauf gießen und etwas Weihrauch (ein Baumharz) dazugeben. Damit soll er zu den Söhnen Aharons gehen. Der Kohen nimmt dann eine Handvoll davon, geht damit zum Altar und verbrennt es als ein Feueropfer mit einem lieblichen Duft für den Ewigen. *Damit wird an denjenigen, der das Opfer bringt, zum Guten gedacht*.
Was von dem Qorban Mincha übrig bleibt, das dürfen die Söhne Aharons, die Kohanim, für sich behalten. Es gilt als hochheilig und gehört den Kohanim.
Das Qorban Mincha kann gebacken, gebraten oder gekocht sein.
So sollst du dein Opfer bringen: Bereite es zu, geh zum Zelt und übergebe das Opfer dem Kohen. Der Kohen geht damit zum Altar und verbrennt es dort als ein Feueropfer, mit einem lieblichen Duft für den Ewigen.
Aber das Eine ist wichtig: Kein Qorban Mincha, kein Speiseopfer, das ihr bringen wollt, darf irgend etwas Gesäuertes enthalten. Was aus Sauerteig oder auch aus Honig (*alles Süße von Früchten*) ist, dürft ihr auf keinen Fall als ein Feueropfer dem Ewigen bringen; diese dürft ihr nur als Erstlingsopfer *zu Schavuot* bringen. Außerdem muss jedes Qorban Mincha Salz enthalten, denn das Salz ist eine besondere Verpflichtung, und ihr sollt es nicht vergessen...
(3) Möchte jemand ein Qorban Schelamim, eine Art Friedensopfer bringen, dann kann er dazu ein Rind nehmen. Auch dieses Rind muss natürlich ohne Krankheit und ohne Fehler sein, allerdings darf es auch weiblich sein. Wenn er es zum Zelt bringt, dann stemmt er sich mit seiner Hand auf den Kopf seines Opfers und schlachtet es daraufhin am Eingang des Zeltes. Dann sollen die Kohanim kommen, das Blut von dem Tier nehmen und es rings um den Altar sprengen. Dann nimmt der Kohen von dem Tier das Fett von bestimmten Stellen und die Nieren und bringt es als Feueropfer zum Altar und verbrennt es mit einem lieblichen Duft für den Ewigen.
Für ein Qorban Schelamim, ein Friedensopfer, kann man aber auch ein Schaf oder eine Ziege nehmen. Das wird ganz ähnlich wie das Rind behandelt. Auf jeden Fall muss auch ein Schaf oder eine Ziege gesund sein und darf keine Fehler haben.
Das soll für euch ein Gesetz sein, das für immer gelten soll, an dieses Gesetz sollt ihr euch immer halten: vom Fett und vom Blut dürft ihr selbst nie essen.
(4) Und der Ewige sprach weiter mit Mosche und sagte ihm: „Sag den Kindern Jisraels: Es kann vorkommen, dass jemand aus Versehen ein Gebot, das der Ewige geboten hat, übertritt. Also nur aus Versehen und nicht mit Absicht. Dann hat er die Möglichkeit und die Pflicht, eine Chattat, ein Reinigungsopfer, darzubringen, (*um einer Strafe zu entgehen, die verhängt würde, wenn er die Vorschrift mit Absicht übertreten hätte*).
Allerdings ist nun zu unterscheiden, wer eine Vorschrift aus Versehen übertreten hat: ein Kohen, die ganze Gemeinde, ein Vorsteher der Gemeinde oder ein gewöhnlicher Jisraelit:
Hat ein Kohen ein Gebot des Ewigen übertreten, *weil er an das Gebot nicht dachte oder es nicht kannte*, dann bringt er das ganze Volk in eine Schuld (denn der Kohen handelt ja für das ganze Volk). Um diese Schuld zu bereinigen, soll er einen *dreijährigen* Stier bringen, der keine Krankheiten und keine Fehler hat. Er soll den Stier zum Eingang des Zeltes bringen, dort soll er die Hand auf den Kopf des Tieres stemmen und den Stier vor dem Ewigen schlachten. Dann soll er von dem Blut des Tieres nehmen und es in das Zelt bringen. Dort soll der Kohen seinen Finger in das Blut tauchen und mit dem Blut siebenmal auf den Vorhang des Heiligtums sprengen. Dann soll er noch etwas Blut an die Hörner des Räucheraltars schmieren. Den Rest des Blutes soll er aber unten an den kupfernen Altar schütten. Anschließend soll er alles Fett des Stieres und auch die Nieren und anderes herausschneiden. Das alles soll er auf dem Altar verbrennen. Alles andere aber also das Fell, der Kopf, das Fleisch, die Knochen - alles das soll er dagegen vor das Lager hinaus bringen, an einen reinen Ort, dorthin, wo man auch die Asche vom Altar wegwirft. Dort soll der Rest des Tieres verbrannt werden.
Nun kann es auch vorkommen, dass nicht nur ein Einzelner ein Gebot übertritt, sondern die ganze Gemeinde, also alle übertreten ein Gebot aus Versehen und ohne dass sie es wussten, dann soll auch die Gemeinde insgesamt einen jungen Stier als Reinigungsopfer bringen. Man soll ihn zum Eingang des Zeltes bringen. Dann sollen die Ältesten der Gemeinde vortreten und ihre Hände auf den Kopf des Stieres stemmen. Danach soll der Stier geschlachtet werden. Und der Kohen verfährt auch dieses Mal wieder so wie bei der Chattat eines Kohen. So kann der Kohen die Übertretung wieder in Ordnung bringen und der Gemeinde vergeben lassen. Aber auch hier gilt, dass er den Rest des Tieres vor das Lager hinausbringen und es dort verbrennen soll.
Kommt es vor, dass ein Vorsteher ein Gebot des Ewigen aus Versehen übertritt, und er merkt später, was er getan hat, dann soll er ein männliches Tier, einen Ziegenbock, ohne jeden Fehler zum Zelt bringen. Dort soll er seine Hand auf den Kopf des Tieres stemmen und es anschließend schlachten. Dann soll der Kohen kommen und von dem Blut nehmen und damit in das Zelt gehen. Dort soll er den Finger in das Blut tauchen und die Hörner des kupfernen Altares beschmieren und das restliche Blut unten an diesen Altar schütten. Auch von diesem Tier soll er alles Fett abtrennen und es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen. So macht der Kohen das Vergehen, das der Vorsteher begangen hat, ungeschehen und es wird ihm vergeben.
Soll ein gewöhnlicher Jisraelit eine Chattat bringen, so geschieht es ganz ähnlich wie bei dem Vorsteher. Nur bringt ein gewöhnlicher Jisraelit keine männliche Ziege, sondern eine weibliche zum Zelt. Damit macht der Kohen die Übertretung ungeschehen und erreicht, dass ihm vergeben wird. Der gewöhnliche Jisraelit kann auch statt einer Ziege ein Schaf zum Zelt bringen. Auch das muss weiblich und ohne Fehler sein.
(5) Wenn nun also jemand durch irgendein Vergehen Schuld auf sich lädt (vielleicht, weil er ein totes Tier angefasst hat, oder einen unrein gewordenen Menschen, *und geht zum Heiligtum*, oder weil er falsch geschworen hat), dann soll er seine Schuld erkennen und sie bekennen und soll, damit ihm vergeben wird, ein weibliches Tier vom Kleinvieh, also ein Schaf oder eine Ziege, als Chattat, als Reinigungsopfer bringen. Wenn derjenige, der etwas Unrechtes getan hat, nicht genug Geld hat, um sich ein Schaf oder eine Ziege leisten zu können, dann kann er auch eine Taube oder zwei junge Tauben bringen (...).
Hat jemand aber auch nicht genug Geld, um sich Tauben als Opfer zu kaufen, dann soll er feinstes Mehl nehmen und das als Chattat bringen. Aber Mehl ohne Öl und ohne Weihrauch! Das Mehl soll er zum Kohen bringen, der nimmt es entgegen und nimmt davon eine Handvoll und verbrennt es. Von allen diesen Opfern gehört der Rest des Opfers den Kohanim.
Und weiter sagte der Ewige zu Mosche: „Hat jemand ohne Absicht etwas vom Heiligtum entwendet *und davon gegessen, was nur dem Ewigen zusteht*, und merkt später, dass er sich nicht richtig verhalten hat, dann soll er einen *zweijährigen* Widder ohne Fehler als Ascham, als Schuldopfer, bringen. Aber natürlich genügt das allein nicht, denn er muss auch das, was er aus dem Heiligtum entwendet hat, wieder zurückbringen *oder es ersetzen*. Aber nicht nur soll er es ersetzen, er soll sogar noch etwas dazutun und auch das dem Priester bringen. Dann kann der Priester für ihn mit dem Schuldopfer um Vergebung bitten.
Ähnlich soll auch jemand tun, der ein Gebot des Ewigen übertreten hat und nicht sicher ist, ob er dadurch schuldig geworden ist. Auch dieser soll dem Kohen einen Widder ohne jeden Fehler bringen, damit der Kohen für ihn mit dem Ascham, dem Schuldopfer, um Vergebung bitten kann. Denn er hat mit seiner Übertretung möglicherweise schwere Schuld auf sich geladen, und deshalb braucht er ein Schuldopfer. *Wird ihm später aber klar, dass er tatsächlich ein Gebot übertreten hat, dann genügt natürlich ein Schuldopfer nicht mehr, vielmehr muss er dann ein Reinigungsopfer bringen*.
Das Schuldopfer ist aber auch für andere Fälle vorgesehen: Zum Beispiel, wenn jemand etwas behält, was er von einem andern nur zur Aufbewahrung bekommen hat. Oder wenn jemand einem anderen etwas geraubt hat. Oder wenn jemand etwas findet, aber leugnet, das gefunden zu haben. Dann kann es sein, dass er seine Tat bereut und sich tatsächlich schuldig fühlt. Dann soll er das, was er anderen geraubt oder vorenthalten hat, zurückerstatten, und zwar nach seinem vollen Wert soll er es zurückerstatten und ein Fünftel des Wertes noch dazutun. Um aber seine Missetat auch dem Ewigen gegenüber wieder gutzumachen, soll er einen Widder ohne Fehler zum Kohen als Schuldopfer bringen. Und der Kohen soll für ihn mit dem Schuldopfer um Vergebung bitten.
copyright 2012 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Zaw
Lev 1,1 - 5,26; Haftara: Ez 45,16 - 46,18
| Das Aufstiegsopfer (Olah) | Das Speiseopfer (Mincha) | Das Friedensopfer (Schelamim) | Das Reinigungsopfer (Chattat) | Das Schuldopfer (Ascham) |
| Einleitung |
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Mit dieser Parascha beginnt das dritte Buch der Tora, das Buch Wajiqra (so heißt auch die erste Parascha). Dieses Buch ist wohl das schwierigste der Tora, vor allem für Kinder. Denn es geht im Wesentlichen nur um Vorschriften für Opfer, Vorschriften, die die Kohanim, die Priester, einzuhalten haben, auch um Reinheitsgebote und Ähnliches. Das, was Kinder so lieben, nämlich Geschichten, fehlen fast vollständig in diesem Buch.
Dennoch sollte man auch dieses Buch nicht einfach überspringen. Es ist nämlich für das Selbstverständnis des Judentums sehr wichtig. Zum Beispiel, wenn man daran denkt, dass der G"ttesdienst in der Synagoge als Ersatzhandlung für Opfer verstanden wird, die ja gerade im dritten Buch Wajiqra behandelt werden.
Gehen wir aber zum Inhalt über: Das erste Buch Bereschit erzählt die Vorgeschichte des Volkes Jisrael, das zweite Buch Schemot erzählt, wie aus den Sklaven in Ägypten ein Volk wird: Auszug aus Ägypten, Wanderung bis zum Berg Sinai, erste Gebote für das Volk. Dieses Volk soll nun ein Heiligtum für G"tt bauen, damit von vornherein klar ist, wessen Volk das ist. Und nun werden im dritten Buch Wajiqra Opferbestimmungen aufgezählt. Was dabei besonders auffällt: Am Anfang dieser Bestimmungen, die allesamt das Heiligtum betreffen, stehen nicht die Rechtssätze für die Kohanim (Priester), wie die sich zu verhalten haben. Nein. Zunächst werden die Opfergaben behandelt, also das, was der Einzelne (freiwillig) zum Heiligtum bringt. Obwohl also das Heiligtum ohne Kohen nicht zu denken ist (der einfache Jisraelit darf das Heiligtum nicht einmal betreten!), geht es zunächst nicht im Wesentlichen um den Kohen, sondern um das Volk, das Qorbanot (Opfer, in der Kleinen Tora auch als Geschenk für G"tt bezeichnet) freiwillig bringt. Dieses Religionsverständnis ist für uns heute sehr ungewohnt: Denn es gibt die Fachleute fürs Judentum, das sind die Rabbiner und Vorbeter in der Gemeinde. Die sollen alles richten und alles seine schöne Ordnung haben lassen. Während wir „normalen“ Synagogengänger das Können unserer Religionsspezialisten konsumieren, aber ansonsten ein normales Leben führen, das mit Religion mitunter sehr wenig zu tun hat. Die Vorstellung der Tora geht da in eine etwas andere Richtung: Jeder Einzelne ist auf das Heiligtum hingeordnet und soll deshalb Opfer zum Heiligtum bringen. Der Kohen sorgt dabei dafür, dass nichts der individuellen Beliebigkeit anheimgegeben wird, sondern dass die Heiligtums- und Opferregeln sehr genau eingehalten werden. Dennoch ist ein solches Verständnis von Religion geradezu basisdemokratisch, weil es nicht einfach um die Aufrechterhaltung einer religiösen Instanz (Heiligtum) geht, sondern um die Hinordnung des ganzen Volkes zu dieser Institution. Ohne diese Hinordnung wäre alles nichts und das Heiligtum wäre kein Heiligtum mehr, und das Volk das Volk nicht mehr.
Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.
Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.
Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.
A) Allgemeine Fragen
In dieser Parascha werden die Opfer im Einzelnen behandelt. Welche Opfer werden aufgelistet?
Welche Tiere werden für die jeweiligen Opfer geschlachtet?
Wer darf schlachten?
Was darf derjenige, der das Opfer bringt, nicht selbst tun?
Bei welchen Opfern dürfen die Priester vom Opfer essen?
B) Fragen für Fortgeschrittene
Bei den meisten Opfern muss derjenige, der das Opfer bringt, die Hand auf den Kopf des Tieres stemmen. Wozu könnte diese Geste gedacht sein?
Weshalb werden heute keine Opfer mehr gebracht?
Die Gebote über die Opfer sind Gebote „für die Ewigkeit“. Was hat sich das Judentum ausgedacht, um diese Mizwot, die nicht mehr erfüllt werden können, zu ersetzen?
Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.
Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.
Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.
Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.
Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.
Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.
Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.
Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.
Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.
Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.
Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.
Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.
Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.
Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.
Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.
Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.
Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.
Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.
Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.
Raschi: Das hebräische Wort kommt von „Wurzel“. Wie eine Baumwurzel den Baum mit der Wurzel fest in der Erde hält, so halten die Kettchen das Brustschild am Efod fest. Diese Kettchen wurden an Ringen festgemacht, die wiederum am Brustschild und an den Schulterbändern befestigt waren. Auch nach unten gab es Kettchen, so dass das Brustschild auch unten gehalten wurde, damit es nicht hin und her baumeln konnte.
Das ist der geschriebene Gottesname (der vierbuchstabige Name, das Tetragramm), der in die Tasche gelegt wurde. Durch sie konnte Aharon die Entscheidungen klar äußern. Im zweiten Heiligtum [dem salomonischen Tempel] gab es zwar das Brustschild noch, doch waren die Urim und Tumim darin nicht mehr enthalten.
Raschi: Auf diesen Mantel wurde der Efod als Umgürtung herumgelegt.
Raschi: Das Material, aus dem der Mantel bestand, hatte nur diese eine Art, nämlich die himmelblaue Wolle.
Daraus lernen wir, sagt Raschi, , dass die Panzerhemden der bewaffneten Jisraeliten einen doppelten Saum hatten.
Hier wird ein Verbot der Tora ausgesprochen: Du darfst ihn nicht zerreißen. Eigentlich hätte man es als praktische Anweisung verstehen können. Aber Raschi zählt dieses Verbot zur Anzahl der Verbote der Tora dazu.
Raschi: Das bedeutet, dass sie rund und hohl waren.
Nach Raschi hatten diese Glöckchen Klöppel im Inneren (damit sie auch klingeln konnten)
Zwischen zwei Granatäpfel kam ein Glöckchen. Raschi betont dieses Abwechseln so stark, weil der hebräische Text es nahelegen könnte, dass sich die Glöckchen in den Granatäpfeln befanden. So verstanden es denn auch andere Kommentatoren.
Raschi: Daraus kann man das Positive lesen: Wenn er alle Kleider anhat und ins Heiligtum geht, dann ist er nicht des Todes schuldig. Damit knüpft Raschi eine Todesschuld des Kohen nicht an die Glöckchen und deren Klingeln allein, sondern an die gesamte Kleidung des Kohen. Die Todesschuld wird nach Raschi übrigens nicht an die irdische Gerichtsbarkeit übergeben, sondern an die himmlische.
Das war nach Raschi ein zwei Finger breiter Streifen aus Gold, der die Stirn umgab von einem Ohr zum andern.
Raschi: Hierzu gibt es verschiedene Verse: Hier heißt es: Der Kopfschmuck liegt auf dem Band. Ex 39,31 heißt es: Und auf den Kopfschmuck legten sie das Band. Und im nächsten Vers (Ex 28,38) heißt es: Aharon trage es auf der Stirn. Und im *Talmud heißt es noch: Sein Haar soll zwischen Band und Kopfschmuck sichtbar sein, denn dort legte er die *Tefillin.
Um alle Aussagen gelten zu lassen, konstruiert Raschi den Kopfschmuck mit dem Band so, dass alle vier Aussagen stimmen. Am Ende meint Raschi: Damit sind alle Verse erfüllt: Der äußere Teil des Bandes ist auf dem Kopfschmuck, der Kopfschmuck ist aber auch auf dem inneren Teil des Bandes, das Band ist aber auch über dem Kopfschmuck.
Raschi: Welche Schuld bringt Aharon ins Reine? Er bringt nur soweit ins Reine, wie das Opfer wieder brauchbar gemacht wird. Alle anderen Vergehen sind damit nicht gemeint.
Nach Raschi bedeutet das zunächst: sühnen, ins Reine bringen. Aber auch die einfache Bedeutung gilt: Aharon trägt die Last der Schuld und damit wird die Schuld vom Heiligtum weggenommen.
Raschi: Das bedeutet nicht, dass Aharon den Kopfschmuck immer auf seiner Stirn trägt. Er trägt es ja nur zur Zeit seines Dienstes. Es gibt aber welche, die meinen, dass der Kopfschmuck nur dann wirkt, wenn es auch auf der Stirn von Aharon liegt. Deshalb ist der Vers so zu verstehen, dass Aharon, wenn er den Kopfschmuck auf der Stirn trägt, ihn beständig berühren soll, damit er ihn im Sinn behält.
Das waren nach Raschi Vertiefungen im Muster. Der ganze Rock wurde aus Byssus hergestellt.
Raschi: Vier Kleidungsstücke sollen für die Söhne Aharon hergestellt werden, mehr nicht: die hier erwähnten Röcke, Gürtel und Mützen, sowie die später erwähnten Beinkleider.
Damit ist ein gewöhnlicher Kohen anders gekleidet als der Kohen Gadol, der Hohepriester.
Raschi macht klar: Das, was bei Aharon steht, soll er angekleidet bekommen, und das, was bei den Söhnen steht, sollen sie angekleidet bekommen.
Raschi: Der hebräische Ausdruck „die Hand füllen“ meint: in ein Amt einsetzen. Es kommt jemand in das Amt und hat es von da an im Besitz. Das ist wie bei den Herren, die einem einen Handschuh in seine Hand geben, um ihm den Besitz der Sache zu übergeben. Deshalb heißt es auch: ein Amt „bekleiden“.
Raschi: Und zwar für Aharon und für dessen Söhne. Damit haben wir acht Kleidungsstücke für den Kohen Gadol und vier für den gewöhnlichen Kohen.
Raschi: Das meint sowohl den späteren Tempel als auch das Heiligtum [in der Wüste].
Raschi: Überall, wo dieser Ausdruck steht, meint er: Das Gesetz hat von jetzt an seine Gültigkeit und für die späteren Generationen ebenfalls.
Raschi fragt: weshalb einen Stier? Raschi sagt: wegen der Verfehlung durch das Goldene Kalb. Das war auch ein Stier.
Raschi erklärt: Von allen drei Arten wurden je zehn Kuchen gebracht. Auch wurde Öl dazugegeben, und nach dem Backen wurden die Brote mit Öl bestrichen, und zwar in Form des griechischen Chi, das dem hebräischen Nun sehr ähnlich ist.
Hier ist nicht ganz klar, was Raschi meint, da der griechische Buchstabe Chi eben nicht so aussieht wie ein Nun.
Und zwar in den Hof, wie Raschi ergänzt.
Raschi erklärt: Der Körper soll ganz in Wasser untertauchen.
Raschi: Und zwar so, wie ich es oben zu den einzelnen Kleidungsstücken erklärt habe.
Raschi: Auf den Kopf und zwischen die Augenbrauen. Er verband die drei Stellen so mit dem Finger, dass auch hier der griechische Buchstabe Chi zu sehen war.
Diese Überlieferung geht bereits auf den Talmud zurück und wird sehr unterschiedlich gewertet. Man ist keineswegs über den griechischen Buchstaben sicher. Dazu kommt, dass Raschi selbst an verschiedenen Stellen unterschiedliche Buchstaben im Sinn hat. Und außerdem ist das griechische Chi dem hebräischen Nun keineswegs ähnlich.
Also in den Hof, der vor dem Eingang des Heiligtums ist, wie Raschi präzisiert.
Raschi: Deshalb gab es am unteren Sockel einen Vorsprung, der um den Altar verlief. Darin wurde das Blut aufgefangen.
Hier scheint die Vorstellung dahinterzustehen, dass Blut grundsätzlich nicht vergossen werden darf. Aber wenn doch, dann gehört das Blut an den Altar des Ewigen und bewirkt dort eine kultische "Reinigung".
Normalerweise wird eine Chattat, ein Sündopfer, nicht verbrannt. Hier handelt es sich aber um das Einsetzungsopfer für die Kohanim und ist insofern etwas besonderes.
Raschi erklärt: Dazu nahm man ein Gefäß und besprengte damit den unteren Teil des Altares. Deshalb ging der Kohen auch nicht auf den Altar, sondern stand vor ihm. Nur für die Chattat waren die Hörner und die Finger vorgeschrieben.
Raschi: Der Ewige sagt: Es ist für mich ein Wohlgefallen, da ich gesprochen habe und meine Anweisung wurde ausgeführt.
Mit dieser Erklärung "entstofflicht" Raschi den Ausdruck "lieblicher Duft", der ja sehr material ist.
Raschi: Das ist ein innerer Teil der Ohrmuschel.
Raschi: Er wird als Friedensopfer gebracht, weil an ihm alles vollkommen ist. Und er bringt diese Vollkommenheit dem Altar, dem Kohen, der Dienst tut und den Eigentümern. Da zur Einsetzung Mosche Dienst tat, kam ihm das Opfer zu als Kohen, und Aharon und seinen Söhnen kam das Opfer zu als Eigentümer.
Raschi: Von diesen drei Arten wird je eines von den zehn gebackenen genommen. Nur hier wird Brot, das mit einem Opfer gebracht wird, auch verbrannt.
Sowohl der Eigentümer als auch der Kohen waren an der Schwingung beteiligt. Wie? Der Kohen legt seine Hand unter die des Eigentümers und gemeinsam schwingen sie. Mosche war der Kohen und Aharon und seine Söhne waren die Eigentümer.
Raschi erklärt: Und zwar schwangen sie in alle vier Himmelsrichtungen, denn Ihm gehört die ganze Welt. Auch schützte sie vor Strafen und schlechten Winden. Dann schwangen sie nach oben und unten, denn Ihm gehören Himmel und Erde. Auch schützte sie vor schlechtem Tau.
Auch der *Lulav wird nach allen vier Seiten und nach oben und unten geschüttelt.
Raschi erklärt: Die Teile der Schwingung werden auf den ersten Widder gelegt, der bereits als Ganzopfer auf dem Altar liegt.
Raschi: Die Brust schwingst und heiligst du für die künftigen Generationen, auf dass auch die späteren Generationen die Schwingung vollziehen. (Die Anweisung, die Brust zu schwingen, ist also keine einmalige Anweisung, sondern gilt für später gleichermaßen).
Es soll also ein ewiges Gesetz sein, dass Friedensopfer den Eigentümern gehören und Brust und Schenkel den Kohanim übergeben werden sollen, so erklärt Raschi.
Raschi: Nämlich an den Sohn, der Aharon im Amt folgen wird.
Raschi: Es ist also der Kohen, der an Jom Hakippurim ins Allerheiligste darf, um seinen Dienst zu verrichten.
Raschi: Weil das Friedensopfer, das sie bringen, heilig ist, müssen sie in den Vorhof gehen.
Wenn es im Hebräischen heißt: „am Eingang der Wohnung“, dann ist damit der gesamte Vorhof gemeint, sagt Raschi.
Aharon und seine Söhne sollen es essen, weil sie die Eigentümer sind, und niemand anderes.
Raschi erklärt: Von Aharon und seinen Söhnen wurde das dem Heiligen Fremde entfernt, so dass sie nun Kohanim sein können.
Da Aharon und seine Söhne vor der Einsetzung ja noch keine Kohanim waren, musste sozusagen alles von ihnen entfernt werden, was nicht zum Heiligen Bereich gehört. Das meint das hebräsiche „kipper“. Sie wurden durch das Essen ins Reine gebracht und erfüllten dann erst die Voraussetzung für die Kohanut.
Raschi: An allen sieben Tagen soll wie besprochen verfahren und geopfert werden.
Raschi: Das ist genau der Stier, der schon oben erwähnt worden ist. Er wird hier aber noch einmal erwähnt, um deutlich zu machen, dass er in diesen sieben Tagen täglich geschlachtet werden muss.
Raschi: Worin besteht die Heiligkeit des Altars? Der darauffolgende Vers sagt es: Alles, was den Altar berührt, wird selbst wiederum heilig. Also auch ein untaugliches Opfer heiligt der Altar. Daraus könnte man nun herauslesen, dass auch ein Opfer, das schon vor dem Heiligtum untauglich geworden ist, ebenfalls heilig wird, wenn es den Altar berührt. Ein Beispiel hierfür ist das Tier, das für den Götzendienst bestimmt war. Dem ist aber nicht so. Gemeint ist nur das Tier, das bereits auf dem Altar war und danach wieder untauglich wurde, zum Beispiel, weil es über Nacht liegen blieb, oder wieder aus dem Vorhof hinausgebracht wurde.
Raschi erklärt: Für das Gussopfer befanden sich auf dem Altar zwei silberne Schalen, die unten eine Öffnung hatten. Dort wurde das Gussopfer gegossen. Dort floss er auf den Altar, von dort nach unten zum unteren Sockel des Altars in die Erde, bzw. im Tempel: zu den Fundamenten des Altars.
Raschi erklärt: An jedem Tag, und es darf kein Tag sein, an dem das Opfer nicht gebracht wird.
Einige unserer Lehrer lernen daraus, dass sich der Heilige, gelobt sei er, vom Altar aus mit Mosche redete. Aber andere meinen, dass Er vom Deckel des heiligen Kastens aus mit Mosche sprach (vgl. Ex 25,22). Nach dieser Meinung würde sich der Vers hier auf den Kasten beziehen, und nicht auf den Altar.
Raschi lässt es also offen und bringt keine Entscheidung bei.
Raschi erklärt: Das Heiligtum wird durch die *Schechina geheiligt. Raschi führt hier auch einen *Midrasch an, der folgendes lehrt: Lies nicht „durch meine Herrlichkeit“, sondern „durch meine Geehrten“. Damit deutet der Vers bereits auf die Söhne Aharons voraus, die am Tag der Errichtung der Wohnung sterben und wie Gott durch Mosche sagt: Ich werde durch die geheiligt, die mir nahestehen (Lev 10,3).
Raschi versteht dies etwas anders: Unter der Bedingung, dass ich unter ihnen wohne.
Raschi: Dieser Altar hatte obenauf eine Platte, die ihn verschloss. Anders der kupferne Altar. Der war oben offen, und er wurde, wenn sie wieder lagerten, mit Erde gefüllt.
Raschi sagt: Der aussieht wie eine Krone. Die soll die Priesterwürde symbolisieren.
Die Angabe „vor den Vorhang“ reicht nicht. Denn der Altar könnte dann auch an der Nord- oder an der Südwand stehen. Deshalb steht noch eigens: „dem Deckel gegenüber“.
Raschi erklärt damit die zusätzliche Ortsangabe.
Raschi erklärt wie: Er nimmt die Dochte heraus, die nachts abgebrannt sind, und legt neue hinein.
Raschi: Die eine Hälfte der Gewürze am Morgen, die andere Hälfte am Abend.
Raschi: Nur dieses eine Räucherwerk, das ich geboten habe, gehört auf diesen Altar. Hierher gehört kein freiwilliges Räucherwerk. Und auch kein Gussopfer, kein Speiseopfer und kein Ganzopfer.
An Jom Kippur, wie Raschi feststellt. So steht es in Lev 16,18: „Er soll hingehen zum Altar, der vor dem Ewigen steht und bringe auf ihm ins Reine.“
Das ist die Chattat, also der Stier und die Ziege, die an Jom Kippur wegen der Verunreinigungen im Heiligtum geschlachtet wurden.