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22. Adar I 5771 / 26. Februar 2011

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Der Schabbat

(35) Nun versammelte Mosche die ganze Gemeinde der Kinder Jisraels um sich und sagte zu ihnen:

„Nun sage ich euch, was uns der Ewige befohlen hat zu tun. Sechs Tage kann man seine Arbeit verrichten, aber der siebte Tag soll euch ein heiliger Schabbat sein, den ihr für den Ewigen feiern sollt. Wer an ihm irgendetwas arbeitet, der soll getötet werden. Zum Beispiel sollt ihr in euren Wohnungen kein Feuer machen.

Die Spende

Dann sagte Mosche weiter zur Gemeinde: „Auch das hat der Ewige uns befohlen: Ihr sollt euch aufmachen, um für den Ewigen Geschenke zu sammeln. Jeder, der kann, soll mir Geschenke bringen. Aber nicht irgendwelche Geschenke. Ich brauche Gold, Silber und Kupfer. Besonders gefärbte Wolle, feine Stoffe und weiche Felle, gutes Akazienholz, auch Öl für den Leuchter, Gewürze für Salböl und wohlriechende Gewürze für das Räucherwerk, die besonderen Steine für den Efod und des Brustschildes.

Und jeder von euch, der sich in den Künsten auskennt, soll kommen und alles, was der Ewige befohlen hat, anfertigen: die Wohnung, das Zelt und alles, was man dafür benötigt, sowie den Kasten mit allem, was man dafür benötigt, und dann auch noch den Trennvorhang, den Tisch, den Leuchter und den Räucheraltar, auch den Vorhang für den Eingang der Wohnung, dann den Brandopferaltar, das Becken, die Kleider für Aharon und seine Söhne.

Als die Gemeinde Jisraels das hörte, gingen sie alle von Mosche weg. Nach einer Weile kamen sie wieder, und jeder brachte etwas zu Mosche, das er von ganzem Herzen schenken wollte. Alle kamen sie, Männer und Frauen kamen und brachten allerlei herbei: Ringe und Armbänder und anderes Goldgeschmeide. Andere brachten Wolle in den gewünschten Farben mit oder Ziegenhaare oder Felle. Auch brachten manche Silber oder Kupfer oder auch Akazienholz. Frauen taten sich zusammen und spannen mit eigenen Händen Wolle und Byssus. Die Anführer der Stämme sammelten die Steine ein, die man für den Efod benötigte. Und so brachten alle Männer und Frauen, jeder wie er hatte, freiwillig und ohne zu murren, Geschenke herbei.

Und weiter sagte Mosche zu den Kindern Jisraels: „Der Ewige hat auch schon an jemanden gedacht, der alle diese Arbeiten ausführen kann. Es ist Bezalel aus dem Stamm Jehuda. Denn er hat ihn mit viel Weisheit und Einsicht ausgestattet, und er hat auch das Wissen von den Künsten, die nötig sind, um das Heiligtum herzustellen. Neben Bezalel soll auch ein gewisser Oholiav aus dem Stamm Dan tätig werden und Bezalel bei der Arbeit behilflich sein. Denn auch er hat genug Verstand und Geschicklichkeit in den Künsten, die nötig sind, so dass sie alle Arbeiten geschickt ausführen können.

(36) So sollen Bezalel und Oholiav und alle anderen, die von den Künsten etwas verstehen, alle die Arbeiten ausführen, die der Ewige für den Bau des Heiligtums angeordnet hat.“

Und Mosche ging zu Bezalel und Oholiav und zu allen anderen Kunstverständigen und gab ihnen den Auftrag, das Heiligtum zu bauen. Und Mosche übergab ihnen alle Geschenke, die die Kinder Jisraels zuvor Mosche gebracht hatten. Aber die Kinder Jisraels waren noch immer damit beschäftigt, Geschenke zu Mosche zu bringen, so dass irgendwann die Künstler sagten, dass sie schon genug Materialien für den Bau des Heiligtums hätten. So ging Mosche hin und ließ im Lager ausrufen, dass genug gesammelt sei und dass man damit aufhören könne, Geschenke einzusammeln oder anzufertigen.

Die Wohnung

Dann gingen die Künstler daran, die Wohnung anzufertigen. Sie stellten die Wohnung aus zehn Teppichen her, die aus Byssus und Wolle bestanden. In die Teppiche arbeiteten sie Keruvim, geflügelte Wesen, ein. Alle Teppiche hatten dasselbe Maß. Dann nahmen sie fünf Teppiche und nähten diese zunächst zusammen, je fünf zusammen. Damit die Teppiche aber gut zusammenhielten, brachten sie noch Schleifen an die Naht an und knoteten die Teppiche mit Hilfe von Spangen zusammen. So wurde die Wohnung aus Teppichen ein Ganzes.

Danach stellten sie weitere Teppiche her, diesmal aus Ziegenhaar. Diese dienten als Dach für die Wohnung. Elf solcher Teppiche fertigten sie an. Dann nähten sie fünf Teppiche zusammen, brachten wiederum Schleifen an und knoteten mit Hilfe von Spangen die Teppiche zusammen. Dies machten sie anschließend mit den übrigen sechs Teppichen.

Danach verfertigten sie noch Decken für das Zelt. Diese Decken bestanden aus rotgefärbten Widderfellen und aus Thachaschfellen. (Diese Decken dienten dazu, das Dach weiter abzudecken).

Dann fertigten sie Balken für die Wohnung (die die Teppiche halten sollten). Diese Balken waren aus Akazienholz, etwa fünf Meter lang und 25 Zentimeter breit. Sie fertigten die Balken so an, dass sie unten zwei Zapfen hatten, (damit die Balken aufgestellt werden konnten). Sie benötigten 20 Balken für die Südseite, dazu für die Balken vierzig Füße, also je zwei Füße für jeden Balken, in die sie die Zapfen hineinstecken konnten. Für die andere, die Nordseite benötigten sie ebenfalls 20 Balken sowie vierzig Füße. Für die Hinterwand der Wohnung genügten sechs Balken, zwei Balken je in die Ecken der Hinterwand. Somit benötigten sie für die gesamte Hinterwand insgesamt 8 Balken mit sechzehn Füßen, in die sie die Zapfen der Balken stellten.

Danach fertigten sie noch Querbretter an. Auch die stellten sie aus Akazienholz her. Und zwar benötigten sie für die eine Seite der Wohnung fünf Bretter, und für die andere Seite der Wohnung benötigten sie ebenfalls fünf Bretter, und ebenfalls fünf Bretter brauchten sie für die Hinterwand. Die mittleren Bretter führten sie von einem Ende der Seite zum anderen Ende, genau durch die Balken hindurch.

Dann überzogen sie die Balken mit Gold. Und auch die Ringe, durch die die Bretter gesteckt wurden, fertigten sie ebenfalls aus Gold. Auch die Bretter wurden mit Gold überzogen.

Der Vorhang

Nachdem die Künstler das angefertigt hatten, gingen sie daran, einen Trennvorhang herzustellen. Hierzu nahmen sie purpurblaue, purpurrote und karmesinfarbene Wolle mit Byssus und webten daraus einen Vorhang, in den Vorhang hinein webten sie Keruvim.

Dann machten sie vier Säulen aus Akazienholz, die sie mit Gold überzogen. Und auch Haken aus Gold und vier silberne Füße für die Säulen stellten sie ebenfalls her. (Und so konnten sie an die Säulen den Vorhang mit den Haken aufhängen).

Anschließend fertigten sie noch einen weiteren Vorhang für den Eingang in die Wohnung. Auch dieser Vorhang wurde aus Wolle mit Byssus hergestellt und schön bestickt. Diesen Vorhang hingen sie an insgesamt fünf Säulen mit Haken auf. Auch diese Säulen wurden teilweise mit Gold überzogen, aber die Füße machten sie diesmal nicht aus Silber, sondern aus Kupfer.

Der Kasten

(37) Es war Bezalels Arbeit, den Kasten herzustellen. Dazu verwendete er Akazienholz. Den Kasten zimmerte er auf eine Länge von einem Meter und vierzehn Zentimetern und auf eine Breite und Höhe von etwa 70 Zentimetern. Danach bezog er den ganzen Kasten, und zwar innen und außen, insgesamt mit Gold, so dass der Kasten ganz golden aussah, und setzte oben auf einen goldenen Kranz. Dann fertigte er vier Ringe aus Gold an und brachte sie an die vier Ecken des Kastens an, so dass an der einen Seite des Kastens zwei Ringe und an der anderen Seite zwei Ringe waren. Dann stellte er zwei Stangen aus Akazienholz her. Auch diese Stangen überzog er ganz mit Gold. Als er damit fertig war, nahm er die beiden Stangen und steckte sie durch die Ringe, die er an den Kasten angebracht hatte. Auf diese Weise konnte man den Kasten sehr bequem mit den Stangen tragen.

Danach ging er daran, einen Deckel für den Kasten herzustellen. Dazu nahm er Gold. Und daraus machte er einen Deckel, der einen Meter und 14 Zentimeter lang und 70 Zentimeter breit war. Er stellte den Deckel so her, dass an den beiden Enden des Deckels zwei Keruvim, geflügelte Wesen, aus dem Gold herauskamen. An beiden Enden befanden sich die Keruvim. Und die Keruvim gestaltete er so, dass sie Flügel hatten, und die Flügel sich nach oben weit ausbreiteten und damit den ganzen Deckel bedeckten. Auch formte er die Keruvim so, dass sie sich ihre Gesichter zuwendeten und dabei gleichzeitig zum Deckel schauten.

Der Tisch

Dann ging Bezalel daran, den Tisch zu zimmern. Hierzu nahm er vom Akazienholz und zimmerte einen Tisch, einen Meter lang, einen halben Meter breit und 25 Zentimeter hoch. Und auch den Tisch überzog er ganz mit Gold, so dass er ganz und gar golden aussah. Und oben auf brachte er ringsherum einen goldenen Kranz an sowie ringsherum eine handbreite Leiste. Auch goss er für den Tisch vier goldene Ringe und brachte die vier Ringe an den vier Ecken des Tisches an, und zwar so, dass er die Ringe ganz in der Nähe der Leiste, die er angebracht hatte, befestigte. Danach machte er Stangen aus Akazienholz und überzog auch die Stangen mit Gold. So konnte man die Stangen durch die Ringe stecken und dadurch den Tisch sehr bequem tragen.

Als er das fertig hatte, verfertigte er noch Schüsseln und Schalen und andere Geräte für den Tisch. Auch diese Gerätschaften machte er aus reinem Gold.
Der Leuchter

Danach stellte er den Leuchter aus reinem Gold her, und zwar fertigte er ihn so an, dass er aus einem Stück war, von seinem Fuß bis zu seinem Schaft. Alles war aus einem Stück herausgearbeitet: Seine Kelche, seine Knäufe, seine Blumen.

Und zwar so sah der Leuchter aus: Insgesamt bestand er aus sechs Armen, drei Arme auf der einen Seite, drei Arme auf der anderen Seite. An den Armen waren drei mandelförmige Kelche, ein Knauf und eine Blume als Verzierung. An allen Armen befanden sie sich. Und auch am Leuchter selbst, also in der Mitte, waren ebenfalls Kelche, Knäufe und Blumen als Verzierung. Und zwar waren die Knäufe so angebracht, dass sie sich dort befanden, wo je zwei Arme abgingen. Also nochmals: Alles war aus einem Stück Gold gearbeitet.

Dann machte er sich daran, noch sieben Lampen für den Leuchter herzustellen sowie Dochtscheren und Pfannen aus reinem Gold.

Der Räucheraltar

Nach diesen Arbeiten machte er sich daran, den Räucheraltar aus Akazienholz herzustellen. Er fertigte ihn auf eine Größe von fünfzig Zentimetern Länge und Breite und einen Meter Höhe an. Er fertigte ihn so an, dass er eine Art von Hörnern an den vier Ecken hatte. Diese Hörner arbeitete er direkt aus dem Holz heraus. Dann überzog er das ganze Holz mit Gold, also seine Platte, seine Wände und auch seine Hörner. Dann stellte er wiederum oben und rundherum einen goldenen Kranz her und brachte ihn an dem Altar an. Goldene Ringe befestigte er an den Ecken, in die er Stangen aus Akazienholz mit Gold überzogen durchsteckte.

Dann stellte er das heilige Salböl her, das für den Räucheraltar gebraucht wurde.

Der Altar des Aufstiegsopfer

(38) Danach machte er sich daran, den Altar für das Aufstiegsopfer anzufertigen. Den machte er aus Akazienholz, und zwar in folgender Größe: Zweieinhalb Meter Länge, zweieinhalb Meter Breite und eineinhalb Meter Höhe. Auch hier bearbeitete er den Altar so, dass an allen vier Ecken so etwas wie Hörner waren, also Erhebungen, die aus dem Holz herausgearbeitet wurden. Den ganzen Altar überzog er danach ganz mit Kupfer.

Anschließend stellte er die Geräte her, die für den Altar notwendig waren, also Töpfe, Schaufeln, Becken, Gabeln und Pfannen. Alle diese Geräte stellte er aus Kupfer her.

An den Altar brachte er dann ein Gitter aus Kupfer an, etwa auf halber Höhe des Altars. Das Gitter umlief den Altar. Und an das Gitter, an den jeweiligen Ecken, brachte er Ringe an, kupferne Ringe. Diese dienten den Stangen. Die Stangen wiederum stellte er aus Akazienholz her und überzog sie mit Kupfer. Dann steckte er die Stangen durch die Ringe, die er an den Altar angebracht hatte, so dass man den Altar bequem tragen konnte.

Und dann noch etwas: Der Altar war hohl, also nicht einfach aus einem großen Klotz aus Akazienholz, sondern aus Brettern.

Das Becken

Danach fertigte er das Becken. Auch das Becken war aus Kupfer, wie auch das Gestell für das Becken aus Kupfer war. Dafür verwendete er die vielen Spiegel, die die Frauen eingesammelt hatten.

Der Vorhof

Anschließend machte er sich an den Vorhof der Wohnung. Auf der einen Seite nahm er Umhänge aus Byssus, insgesamt fünfzig Meter lang, dazu zwanzig Säulen mit zwanzig kupfernen Füßen, sowie Haken und Reifen aus Silber, so dass er die Umhänge an den Säulen befestigen konnte. Auf der gegenüberliegenden Seite verfuhr er genau gleich. Auf der hinteren Seite, die ja kürzer war, genügten fünfundzwanzig Meter Umhänge, dazu noch zehn Säulen mit zehn Füßen. Und auch die gegenüberliegende Seite war ebenfalls nur fünfundzwanzig Meter breit. Aber nun waren – schließlich sollte hier der Eingang sein – links und rechts jeweils nur siebeneinhalb Meter Umhänge mit jeweils drei Säulen, während als Tor ein Vorhang von zehn Metern Breite diente. Alle Umhänge waren aus Byssus gefertigt, die Füße für die Säulen waren aus Kupfer und die Haken und Reifen aus Silber. Der Vorhang dagegen war in schönsten Farben bestickt und aus Wolle mit Byssus, und zwar zehn Meter lang und zweieinhalb Meter hoch. Für diesen Vorhang brauchte er vier Säulen mit vier Füßen sowie Haken und Reifen aus Silber.

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Fortsetzung: Paraschat Pequde

Devarim
Waetchanan
Eqev
Reeh
Schoftim
Ki Teze
Ki Tavo
Nizavim
Wajelech
Haasinu
Sot ha-Bracha

Paraschat Wajaqhel

Ex 35,1 - 38,20; Haftara: 1 Kön 7,13-26

Der Schabbat Die Spende Die Wohnung Der Vorhang Der Kasten Der Tisch Räucheraltar Altar d. Aufstigesopfer Das Becken Der Vorhof
Einleitung
Fragen
Blog

Einleitung

Nun wird in dieser Parascha der Bau des Heiligtums und die Herstellung von dessen Geräten ausgeführt. Vom Wortlaut her unterscheidet sich diese Parascha wenig von der Parascha Teruma, lediglich die Reihenfolge hat sich wesentlich geändert. Beispiel: Hörte die Anweisung des Baus für das Heiligtum in Par. Ki Tissa mit dem Schabbat auf, so beginnt nun die Darstellung der Ausführung zum Bau des Heiligtums mit dem Schabbatgebot. Anderes Beispiel: In den hiesigen Ausführungen wird zuerst die Wohnung und der Trennvorhang dargestellt, danach das gesamte Interieur des Heiligtums und zum Schluss der Vorhof um die Wohnung. Bei der Darstellung der Anweisungen wird eher von innen nach außen gearbeitet, so dass zuerst das Interieur behandelt wird, danach die Wohnung. Besondere Bedeutung bekommt in dieser Parascha Bezalel, der verantwortliche Künstler für den Bau und die Herstellung aller Gerätschaften.

Auch sollte man auf den Kontrast achten, wie die Jisraeliten in der letzten Parascha ihr Gold Aharon gebracht haben, damit das Goldene Kalb gegossen werden konnte, und wie die Jisraeliten diesmal ihre Spende Mosche bringen, damit das Heiligtum gebaut werden kann.

Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.

Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.

Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.

Fragen zur Parascha

A) Einfachere Fragen

In dieser Parascha wird wieder der Schabbat behandelt. Welches Verbot am Schabbat ist hier neu, wurde also vorher noch nicht gesagt?

Wer war für die Herstellung des Heiligtums und dessen Geräte zuständig?

In dieser Parascha wird fast alles wiederholt, was bereits in der Parascha Teruma behandelt worden ist. Dennoch sind mindestens zwei Dinge grundsätzlich anders. Was?

B) Fragen für Fortgeschrittene

Kannst du dir erklären, weshalb es diese Unterschiede (siehe obere Frage) zwischen der Parascha Teruma und der Parascha Wajaqhel gibt?

copyright 2011 Hanna Liss u. Bruno Landthaler

Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.

Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.

Raschis Kommentar

Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.

Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.

Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".

Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen

Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.

Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.

Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.

Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.

Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.

Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.

Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.

Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.

Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.

Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.

Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.

Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.

Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.

Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.

Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.

Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.

Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.

Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.

Raschi: Das hebräische Wort kommt von „Wurzel“. Wie eine Baumwurzel den Baum mit der Wurzel fest in der Erde hält, so halten die Kettchen das Brustschild am Efod fest. Diese Kettchen wurden an Ringen festgemacht, die wiederum am Brustschild und an den Schulterbändern befestigt waren. Auch nach unten gab es Kettchen, so dass das Brustschild auch unten gehalten wurde, damit es nicht hin und her baumeln konnte.

Das ist der geschriebene Gottesname (der vierbuchstabige Name, das Tetragramm), der in die Tasche gelegt wurde. Durch sie konnte Aharon die Entscheidungen klar äußern. Im zweiten Heiligtum [dem salomonischen Tempel] gab es zwar das Brustschild noch, doch waren die Urim und Tumim darin nicht mehr enthalten.

Raschi: Auf diesen Mantel wurde der Efod als Umgürtung herumgelegt.

Raschi: Das Material, aus dem der Mantel bestand, hatte nur diese eine Art, nämlich die himmelblaue Wolle.

Daraus lernen wir, sagt Raschi, , dass die Panzerhemden der bewaffneten Jisraeliten einen doppelten Saum hatten.

Hier wird ein Verbot der Tora ausgesprochen: Du darfst ihn nicht zerreißen. Eigentlich hätte man es als praktische Anweisung verstehen können. Aber Raschi zählt dieses Verbot zur Anzahl der Verbote der Tora dazu.

Raschi: Das bedeutet, dass sie rund und hohl waren.

Nach Raschi hatten diese Glöckchen Klöppel im Inneren (damit sie auch klingeln konnten)

Zwischen zwei Granatäpfel kam ein Glöckchen. Raschi betont dieses Abwechseln so stark, weil der hebräische Text es nahelegen könnte, dass sich die Glöckchen in den Granatäpfeln befanden. So verstanden es denn auch andere Kommentatoren.

Raschi: Daraus kann man das Positive lesen: Wenn er alle Kleider anhat und ins Heiligtum geht, dann ist er nicht des Todes schuldig. Damit knüpft Raschi eine Todesschuld des Kohen nicht an die Glöckchen und deren Klingeln allein, sondern an die gesamte Kleidung des Kohen. Die Todesschuld wird nach Raschi übrigens nicht an die irdische Gerichtsbarkeit übergeben, sondern an die himmlische.

Das war nach Raschi ein zwei Finger breiter Streifen aus Gold, der die Stirn umgab von einem Ohr zum andern.

Raschi: Hierzu gibt es verschiedene Verse: Hier heißt es: Der Kopfschmuck liegt auf dem Band. Ex 39,31 heißt es: Und auf den Kopfschmuck legten sie das Band. Und im nächsten Vers (Ex 28,38) heißt es: Aharon trage es auf der Stirn. Und im *Talmud heißt es noch: Sein Haar soll zwischen Band und Kopfschmuck sichtbar sein, denn dort legte er die *Tefillin.

Um alle Aussagen gelten zu lassen, konstruiert Raschi den Kopfschmuck mit dem Band so, dass alle vier Aussagen stimmen. Am Ende meint Raschi: Damit sind alle Verse erfüllt: Der äußere Teil des Bandes ist auf dem Kopfschmuck, der Kopfschmuck ist aber auch auf dem inneren Teil des Bandes, das Band ist aber auch über dem Kopfschmuck.

Raschi: Welche Schuld bringt Aharon ins Reine? Er bringt nur soweit ins Reine, wie das Opfer wieder brauchbar gemacht wird. Alle anderen Vergehen sind damit nicht gemeint.

Nach Raschi bedeutet das zunächst: sühnen, ins Reine bringen. Aber auch die einfache Bedeutung gilt: Aharon trägt die Last der Schuld und damit wird die Schuld vom Heiligtum weggenommen.

Raschi: Das bedeutet nicht, dass Aharon den Kopfschmuck immer auf seiner Stirn trägt. Er trägt es ja nur zur Zeit seines Dienstes. Es gibt aber welche, die meinen, dass der Kopfschmuck nur dann wirkt, wenn es auch auf der Stirn von Aharon liegt. Deshalb ist der Vers so zu verstehen, dass Aharon, wenn er den Kopfschmuck auf der Stirn trägt, ihn beständig berühren soll, damit er ihn im Sinn behält.

Das waren nach Raschi Vertiefungen im Muster. Der ganze Rock wurde aus Byssus hergestellt.

Raschi: Vier Kleidungsstücke sollen für die Söhne Aharon hergestellt werden, mehr nicht: die hier erwähnten Röcke, Gürtel und Mützen, sowie die später erwähnten Beinkleider.

Damit ist ein gewöhnlicher Kohen anders gekleidet als der Kohen Gadol, der Hohepriester.

Raschi macht klar: Das, was bei Aharon steht, soll er angekleidet bekommen, und das, was bei den Söhnen steht, sollen sie angekleidet bekommen.

Raschi: Der hebräische Ausdruck „die Hand füllen“ meint: in ein Amt einsetzen. Es kommt jemand in das Amt und hat es von da an im Besitz. Das ist wie bei den Herren, die einem einen Handschuh in seine Hand geben, um ihm den Besitz der Sache zu übergeben. Deshalb heißt es auch: ein Amt „bekleiden“.

Raschi: Und zwar für Aharon und für dessen Söhne. Damit haben wir acht Kleidungsstücke für den Kohen Gadol und vier für den gewöhnlichen Kohen.

Raschi: Das meint sowohl den späteren Tempel als auch das Heiligtum [in der Wüste].

Raschi: Überall, wo dieser Ausdruck steht, meint er: Das Gesetz hat von jetzt an seine Gültigkeit und für die späteren Generationen ebenfalls.

Raschi fragt: weshalb einen Stier? Raschi sagt: wegen der Verfehlung durch das Goldene Kalb. Das war auch ein Stier.

Raschi erklärt: Von allen drei Arten wurden je zehn Kuchen gebracht. Auch wurde Öl dazugegeben, und nach dem Backen wurden die Brote mit Öl bestrichen, und zwar in Form des griechischen Chi, das dem hebräischen Nun sehr ähnlich ist.

Hier ist nicht ganz klar, was Raschi meint, da der griechische Buchstabe Chi eben nicht so aussieht wie ein Nun.

Und zwar in den Hof, wie Raschi ergänzt.

Raschi erklärt: Der Körper soll ganz in Wasser untertauchen.

Raschi: Und zwar so, wie ich es oben zu den einzelnen Kleidungsstücken erklärt habe.

Raschi: Auf den Kopf und zwischen die Augenbrauen. Er verband die drei Stellen so mit dem Finger, dass auch hier der griechische Buchstabe Chi zu sehen war.

Diese Überlieferung geht bereits auf den Talmud zurück und wird sehr unterschiedlich gewertet. Man ist keineswegs über den griechischen Buchstaben sicher. Dazu kommt, dass Raschi selbst an verschiedenen Stellen unterschiedliche Buchstaben im Sinn hat. Und außerdem ist das griechische Chi dem hebräischen Nun keineswegs ähnlich.

Also in den Hof, der vor dem Eingang des Heiligtums ist, wie Raschi präzisiert.

Raschi: Deshalb gab es am unteren Sockel einen Vorsprung, der um den Altar verlief. Darin wurde das Blut aufgefangen.

Hier scheint die Vorstellung dahinterzustehen, dass Blut grundsätzlich nicht vergossen werden darf. Aber wenn doch, dann gehört das Blut an den Altar des Ewigen und bewirkt dort eine kultische "Reinigung".

Normalerweise wird eine Chattat, ein Sündopfer, nicht verbrannt. Hier handelt es sich aber um das Einsetzungsopfer für die Kohanim und ist insofern etwas besonderes.

Raschi erklärt: Dazu nahm man ein Gefäß und besprengte damit den unteren Teil des Altares. Deshalb ging der Kohen auch nicht auf den Altar, sondern stand vor ihm. Nur für die Chattat waren die Hörner und die Finger vorgeschrieben.

Raschi: Der Ewige sagt: Es ist für mich ein Wohlgefallen, da ich gesprochen habe und meine Anweisung wurde ausgeführt.

Mit dieser Erklärung "entstofflicht" Raschi den Ausdruck "lieblicher Duft", der ja sehr material ist.

Raschi: Das ist ein innerer Teil der Ohrmuschel.

Raschi: Er wird als Friedensopfer gebracht, weil an ihm alles vollkommen ist. Und er bringt diese Vollkommenheit dem Altar, dem Kohen, der Dienst tut und den Eigentümern. Da zur Einsetzung Mosche Dienst tat, kam ihm das Opfer zu als Kohen, und Aharon und seinen Söhnen kam das Opfer zu als Eigentümer.

Raschi: Von diesen drei Arten wird je eines von den zehn gebackenen genommen. Nur hier wird Brot, das mit einem Opfer gebracht wird, auch verbrannt.

Sowohl der Eigentümer als auch der Kohen waren an der Schwingung beteiligt. Wie? Der Kohen legt seine Hand unter die des Eigentümers und gemeinsam schwingen sie. Mosche war der Kohen und Aharon und seine Söhne waren die Eigentümer.

Raschi erklärt: Und zwar schwangen sie in alle vier Himmelsrichtungen, denn Ihm gehört die ganze Welt. Auch schützte sie vor Strafen und schlechten Winden. Dann schwangen sie nach oben und unten, denn Ihm gehören Himmel und Erde. Auch schützte sie vor schlechtem Tau.

Auch der *Lulav wird nach allen vier Seiten und nach oben und unten geschüttelt.

Raschi erklärt: Die Teile der Schwingung werden auf den ersten Widder gelegt, der bereits als Ganzopfer auf dem Altar liegt.

Raschi: Die Brust schwingst und heiligst du für die künftigen Generationen, auf dass auch die späteren Generationen die Schwingung vollziehen. (Die Anweisung, die Brust zu schwingen, ist also keine einmalige Anweisung, sondern gilt für später gleichermaßen).

Es soll also ein ewiges Gesetz sein, dass Friedensopfer den Eigentümern gehören und Brust und Schenkel den Kohanim übergeben werden sollen, so erklärt Raschi.

Raschi: Nämlich an den Sohn, der Aharon im Amt folgen wird.

Raschi: Es ist also der Kohen, der an Jom Hakippurim ins Allerheiligste darf, um seinen Dienst zu verrichten.

Raschi: Weil das Friedensopfer, das sie bringen, heilig ist, müssen sie in den Vorhof gehen.

Wenn es im Hebräischen heißt: „am Eingang der Wohnung“, dann ist damit der gesamte Vorhof gemeint, sagt Raschi.

Aharon und seine Söhne sollen es essen, weil sie die Eigentümer sind, und niemand anderes.

Raschi erklärt: Von Aharon und seinen Söhnen wurde das dem Heiligen Fremde entfernt, so dass sie nun Kohanim sein können.

Da Aharon und seine Söhne vor der Einsetzung ja noch keine Kohanim waren, musste sozusagen alles von ihnen entfernt werden, was nicht zum Heiligen Bereich gehört. Das meint das hebräsiche „kipper“. Sie wurden durch das Essen ins Reine gebracht und erfüllten dann erst die Voraussetzung für die Kohanut.

Raschi: An allen sieben Tagen soll wie besprochen verfahren und geopfert werden.

Raschi: Das ist genau der Stier, der schon oben erwähnt worden ist. Er wird hier aber noch einmal erwähnt, um deutlich zu machen, dass er in diesen sieben Tagen täglich geschlachtet werden muss.

Raschi: Worin besteht die Heiligkeit des Altars? Der darauffolgende Vers sagt es: Alles, was den Altar berührt, wird selbst wiederum heilig. Also auch ein untaugliches Opfer heiligt der Altar. Daraus könnte man nun herauslesen, dass auch ein Opfer, das schon vor dem Heiligtum untauglich geworden ist, ebenfalls heilig wird, wenn es den Altar berührt. Ein Beispiel hierfür ist das Tier, das für den Götzendienst bestimmt war. Dem ist aber nicht so. Gemeint ist nur das Tier, das bereits auf dem Altar war und danach wieder untauglich wurde, zum Beispiel, weil es über Nacht liegen blieb, oder wieder aus dem Vorhof hinausgebracht wurde.

Raschi erklärt: Für das Gussopfer befanden sich auf dem Altar zwei silberne Schalen, die unten eine Öffnung hatten. Dort wurde das Gussopfer gegossen. Dort floss er auf den Altar, von dort nach unten zum unteren Sockel des Altars in die Erde, bzw. im Tempel: zu den Fundamenten des Altars.

Raschi erklärt: An jedem Tag, und es darf kein Tag sein, an dem das Opfer nicht gebracht wird.

Einige unserer Lehrer lernen daraus, dass sich der Heilige, gelobt sei er, vom Altar aus mit Mosche redete. Aber andere meinen, dass Er vom Deckel des heiligen Kastens aus mit Mosche sprach (vgl. Ex 25,22). Nach dieser Meinung würde sich der Vers hier auf den Kasten beziehen, und nicht auf den Altar.

Raschi lässt es also offen und bringt keine Entscheidung bei.

Raschi erklärt: Das Heiligtum wird durch die *Schechina geheiligt. Raschi führt hier auch einen *Midrasch an, der folgendes lehrt: Lies nicht „durch meine Herrlichkeit“, sondern „durch meine Geehrten“. Damit deutet der Vers bereits auf die Söhne Aharons voraus, die am Tag der Errichtung der Wohnung sterben und wie Gott durch Mosche sagt: Ich werde durch die geheiligt, die mir nahestehen (Lev 10,3).

Raschi versteht dies etwas anders: Unter der Bedingung, dass ich unter ihnen wohne.

Raschi: Dieser Altar hatte obenauf eine Platte, die ihn verschloss. Anders der kupferne Altar. Der war oben offen, und er wurde, wenn sie wieder lagerten, mit Erde gefüllt.

Raschi sagt: Der aussieht wie eine Krone. Die soll die Priesterwürde symbolisieren.

Die Angabe „vor den Vorhang“ reicht nicht. Denn der Altar könnte dann auch an der Nord- oder an der Südwand stehen. Deshalb steht noch eigens: „dem Deckel gegenüber“.

Raschi erklärt damit die zusätzliche Ortsangabe.

Raschi erklärt wie: Er nimmt die Dochte heraus, die nachts abgebrannt sind, und legt neue hinein.

Raschi: Die eine Hälfte der Gewürze am Morgen, die andere Hälfte am Abend.

Raschi: Nur dieses eine Räucherwerk, das ich geboten habe, gehört auf diesen Altar. Hierher gehört kein freiwilliges Räucherwerk. Und auch kein Gussopfer, kein Speiseopfer und kein Ganzopfer.

An Jom Kippur, wie Raschi feststellt. So steht es in Lev 16,18: „Er soll hingehen zum Altar, der vor dem Ewigen steht und bringe auf ihm ins Reine.“

Das ist die Chattat, also der Stier und die Ziege, die an Jom Kippur wegen der Verunreinigungen im Heiligtum geschlachtet wurden.