| Bereschit |
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Bereschit
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Schemot
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Wajiqra
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Bemidbar
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Devarim
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copyright 2012 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(30,11) Da sagte der Ewige zu Mosche: „Beginne damit, die Kinder Jisraels zu zählen. Und jeder, der zwanzig Jahre oder älter ist, der soll dem Ewigen eine Abgabe bringen. Und zwar sollt ihr das so machen, dass der Reiche nicht mehr und der Arme nicht weniger geben soll. Das soll eine Abgabe für den Ewigen sein, damit ihr euer Leben ins Reine bringen könnt. Das soll dazu dienen, dass der Dienst am Heiligtum getan werden kann. Außerdem dient die Abgabe auch dazu, dass die Kinder Jisraels vor dem Ewigen in Erinnerung gebracht werden und sie mit dem Ewigen ausgesöhnt werden können.“
Und der Ewige sagte weiter zu Mosche: „Du sollst übrigens auch noch ein Becken mit einem Gestell zum Waschen herstellen. Das Becken soll ganz aus Kupfer bestehen. Dieses Becken sollst du zwischen die Wohnung und den Altar hinstellen und mit Wasser füllen, damit sich Aharon und seine Söhne ihre Hände und Füße waschen, *und sich damit heiligen*, können. Gehen sie in die Wohnung hinein, *um etwa Opfer zu bringen*, so sollen sie sich vorher waschen, damit sie nicht etwa sterben. Sie sollen sich Hände und Füße waschen, damit sie nicht sterben. Das sollen sie so immer machen, und zwar sie selbst und auch alle ihre späteren Nachkommen, die am Heiligtum dienen.“
Und weiter sagte der Ewige zu Mosche: „Nimm von den edelsten Gewürzen, darunter Myrrhe und Zimt und auch noch etwas Olivenöl. Aus diesen Gewürzen sollst du eine würzige Mischung bereiten, eine wohlriechende, duftende Mischung, das dir als Salböl dienen soll. Es soll dir ein heiliges Salböl sein. Mit diesem Salböl sollst du zum Beispiel die Wohnung salben und den Kasten, in dem die Toratafeln liegen. Und auch den Tisch und alle anderen Geräte, auch den Leuchter und den Räucheraltar und den anderen Altar, das Becken und dessen Gestell. Wenn du sie nämlich mit dem Salböl salbst, dann werden alle diese Gerätschaften hochheilig und alles, was diese Gerätschaften dann berührt, wird selbst wiederum heilig, *wenn es für das Heiligtum geeignet ist*. Und auch Aharon und seine Söhne sollst du salben, so dass sie als Kohanim dienen können.
Während du das alles tust, sollst du den Kindern Jisraels aber sagen und einschärfen: ‚Dieses Salböl soll mir heilig sein, es darf auf keinen menschlichen Körper einfach so geschmiert werden. Auch dürft ihr es nicht für euch selbst herstellen und es nachmachen. Denn es ist heilig, und heilig soll es auch für euch sein. Wer es wagt, ein solches Salböl selbst zu mischen oder es einem Fremden zu bringen, der soll aus dem Volk ausgetilgt werden.´“
Und der Ewige sagte weiter zu Mosche: „Dann nimm dir besondere Duftstoffe, darunter Balsam und Weihrauch, und stelle daraus das Räucherwerk her. Du sollst es mit Salz vermengen, und auch das soll dir heilig sein. Dann zerstoße alles zu ganz feinem Mehl und lege das vor die Tora in der Wohnung *auf den Räucheraltar*. Hochheilig soll es euch sein. Und auch das Räucherwerk sollt ihr nicht für euch selbst herstellen und nachmachen. Wer es wagt, es nachzumischen und herzustellen, der soll aus dem Volk getilgt werden.“
(31) Und weiter sagte der Ewige zu Mosche: „Nun habe ich dir genau angegeben, wie du das Heiligtum und alle Gerätschaften herstellen sollst. Ich habe auch schon an jemanden gedacht, der alle diese Arbeiten ausführen kann. Es ist Bezalel aus dem Stamm Jehuda. Denn ihn habe ich mit viel Weisheit, Einsicht und Erkenntnis ausgestattet, und er hat auch das Wissen von den Künsten, die nötig sind, um das Heiligtum herzustellen. Neben Bezalel soll auch ein gewisser Oholiav aus dem Stamm Dan tätig werden und Bezalel bei der Arbeit behilflich sein. Denn auch er hat genug Verstand und Geschicklichkeit in den Künsten, die nötig sind.
Die beiden sollen alles das anfertigen, was ich dir anzufertigen befohlen habe. Also die Wohnung insgesamt, den Kasten für die Tora, den Deckel für den Kasten und alle Geräte, den Leuchter und seine Geräte und den Räucheraltar, den Brandopferaltar und dessen Geräte und das Becken. Auch die Tücher und die Kleider für Aharon und seine Söhne. Das Salböl und das Räucherwerk. So, wie ich es dir befohlen habe, so sollen sie es anfertigen.“
Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Sag den Kindern Jisraels, dass sie, *obwohl sie mit der Arbeit für das Heiligtum schon angefangen haben*, den Schabbat achten sollen. Das ist sehr wichtig, denn er ist ein Zeichen zwischen uns, dass ich es bin, der euch heiligt. Ihr sollt den Schabbat, so rede zu ihnen, achten, denn er ist etwas sehr Heiliges für euch. Wer es wagt, den Schabbat *ganz und gar unheilig zu begehen*, der soll getötet werden. Jeder, der an Schabbat arbeitet, der soll aus seinem Volk getilgt werden. Sechs Tage kannst du deiner Arbeit nachgehen und alles tun, was du für richtig hältst, aber am siebten Tag, da ist Schabbat, und der ist dem Ewigen heilig. Wer an Schabbat seine Arbeit weiter tut, der soll getötet werden.
So sollen die Kinder Jisraels also den Schabbat achten, sie sollen ihn alle Zeit als ein besonderes Abkommen zwischen mir und den Kindern Jisraels halten. Denn der Schabbat ist auch ein besonderes Zeichen dafür, dass ich in sechs Tagen Himmel und Erde erschaffen und am siebten Tag geruht habe.“
Und der Ewige gab Mosche, nachdem er alles fertig hatte und mit ihm gesprochen hatte, die Tafeln der Tora, die vom Finger G“ttes beschrieben worden waren.
(32) Der Ewige hatte lange mit Mosche auf dem Berg gesprochen. Das Volk wartete unten ungeduldig, aber Mosche kam und kam nicht. Da wurde das Volk unruhig und glaubte, dass Mosche etwas zugestoßen sei, weshalb sie zu Aharon gingen, um sich mit ihm zu besprechen. Sie sagten zu ihm:
„Schau, Aharon, wir wissen nicht, was aus Mosche geworden ist. Wir warten nun schon so lange auf ihn, aber er kommt nicht. Mag sein, dass ihm etwas zugestoßen ist. Deshalb wollen wir nicht länger auf ihn warten und fordern dich auf, dass du uns ein Götterchen machst, der, statt des Ewigen, vor uns herziehen und den Weg durch die Wüste zeigen kann.“ Aharon überlegte etwas und sagte dann zu ihnen, *um Zeit zu gewinnen*:
„In Ordnung. Dazu benötige ich aber alle, ich sage: alle eure Ringe und Geschmeide an den Ohren von euren Frauen und Kindern. Geht also erst mal hin, und lasst euch von euren Frauen den Schmuck geben. Dann kommt wieder!“ Aber das Volk stürmte hin, riss sich allen Schmuck von den Ohren, sammelte ihn und brachte schon nach kurzer Zeit den gesamten Schmuck des Volkes zu Aharon.
Als Aharon den großen Berg mit Goldschmuck sah, musste er an die Arbeit gehen. Er goss den Kindern Jisraels ein Goldenes Kalb. Und wie das Kalb, das gegossene, so dastand, da kam das Volk angelaufen und sagte: „Das ist also dein Gott Jisrael. Dieser Gott hat dich aus Ägypten geführt!“
Als Aharon das sah, baute er einen Altar und sagte zum Volk: „Morgen wollen wir ein Fest für den Ewigen feiern.“ *Denn Aharon hoffte, dass Mosche zwischenzeitlich zurückkommen würde, so dass das Volk das Kalb würde nicht mehr anbeten können.*
Aber das Volk stand am anderen Morgen schon sehr früh auf, versammelte sich um den Altar und brachte verschiedene Opfer dar. Danach setzten sie sich zu einem großen Festmahl zusammen und waren völlig ausgelassen.
Als der Ewige das hörte, sagte er zu Mosche: „Nun wird es aber Zeit. Geh schnell hinab, denn das Volk, das du bis hierher gebracht hast, ist toll geworden. Sie haben sich ein goldenes Kalb gegossen, und nun opfern sie dem starren Kalb und werfen sich vor ihm nieder und schreien immerzu: ‚Das ist mein Gott, das ist mein Gott´. Dieses Volk ist wirklich ein halsstarriges Volk, das sehr schnell das vergessen hat, was ich ihm gesagt habe. Aber ich werde das nicht mehr lange dulden. Mein Zorn soll gegen sie aufflammen und sie vernichten, ich will von diesem Volk nichts mehr wissen. Statt dessen will ich dich, dich ganz allein zu einem großen Volk machen, vergiss die Kinder Jisraels.“
Als Mosche das hörte, warf er sich auf den Boden und flehte den Ewigen an: „Du hast dieses Volk mit starker Hand aus Ägypten geführt, hast es bis hierher gebracht in großen Taten. Weshalb soll jetzt dein Zorn gegen dieses Volk aufflammen und alles umsonst sein lassen? Sollen die Ägypter etwa sagen können: ‚Ha, er hat sie hinterhältig bis zum Berg geführt, um sie zu vernichten.´ Nein! Lass ab, zügle deinen Zorn. Lass dich das Unheil, das du über das Volk ausgesprochen hast, gereuen. Denk auch an die Väter Avraham, Jizchaq und Jaaqov, und was du ihnen versprochen hast. Ihnen hast du doch geschworen, dass ihre Nachkommen in das Land ziehen werden. Da willst du sie jetzt vernichten?“
Da reute den Ewigen das Unheil, das er dem Volk zugesprochen hatte, und ließ von seinem Zorn ab.
Mosche stieg aber vom Berg, die beiden Tafeln der Tora in der Hand. Es waren die Tafeln, die das Werk G“ttes waren, geschrieben mit der Schrift des Ewigen.
Als Jehoschua das Lärmen von unten hörte, sagte er zu Mosche: „Was ist da los? Das muss ein Kriegsgeschrei sein!“ Aber Mosche wusste schon mehr und sagte zu Jehoschua: „Dieses Geschrei ist kein Geschrei von Siegern, und auch Besiegte schreien so nicht. Es ist fröhlicher Gesang, nein: ein Gegröle ist das!“
Als sie näher an das Lager kamen, da sahen sie das Kalb in der Mitte des Lagers stehen und sahen, wie alle Reigentänze um das Kalb machten und hüpften. Da wurde Mosche sehr zornig, er warf die Tafeln der Tora, die er in Händen hielt, auf den Boden, dass sie zerschmetterten, rannte zum Kalb, nahm es, zertrat es, warf es ins Feuer und zerrieb es, bis es nur noch feiner Staub war. Dann nahm er den Staub, streute ihn ins Wasser und ließ alle Kinder Jisraels davon trinken. Dann fragte er Aharon: „Was hat dir das Volk nur angetan, dass du eine so große Sünde zugelassen hast!“ Und Aharon antwortete: „Lieber Mosche, bitte sei nicht so wütend. Du kennst doch dieses Volk. Es trachtet immer nur danach, Böses zu tun.“ Und Aharon schilderte genau, wie sie von ihm gefordert hatten, ihnen einen Gott zu gießen. Und Mosche sah, dass das Volk zügellos war, und dass Aharon es hatte zügellos werden lassen.
Dann stellte sich Mosche am Eingang des Lagers auf und rief zum Volk: „Wer für den Ewigen ist, der soll zu mir hertreten!“ Und sofort sammelten sich die Söhne Levis um Mosche. Da sagte Mosche zu ihnen: „Legt eure Schwerter um und geht in das Lager. Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Verwandten, *der kein Levi ist*.“ Und die Söhne Levis gingen hin und taten, was ihnen Mosche gesagt hatte. An diesem Tag starben im Volk um die dreitausend Leute. Aber Mosche sagte zu den Söhnen Levis: „Ihr habt heute euren Dienst für den Ewigen angetreten und ihr seid gesegnet worden.“
Am nächsten Tag sagte Mosche zum Volk: „Ihr wisst, dass ihr großes Unrecht gegen mich begangen habt. Ich werde nun noch einmal zum Ewigen hinaufsteigen und ihn bitten, euch zu verzeihen.“
Und das machte Mosche: Er ging noch einmal zum Ewigen auf den Berg und sagte ihm: „Du weißt, dass das Volk ein großes Vergehen begangen hat. Sie haben sich aus Gold ein Götterchen gegossen. Ich bitte dich, verzeihe ihnen dieses große Vergehen. Willst du ihnen nicht verzeihen, so lösche mich aus dem Buch, das du geschrieben hast, *aus der Tora*.“
Da sagte der Ewige zu Mosche: „Nur wer sich gegen mich vergangen hat, den lösche ich aus meinem Buch. Keinen anderen. Aber jetzt geh hinunter und führe das Volk, wohin ich dir gesagt habe. Ein Engel wird vor dir herziehen und den Weg zeigen. Aber am Tag, an dem ich aufrechnen werde, da werde ich ihre Sünden aufrechnen. Und der Ewige schlug das Volk, das das Kalb gemacht hatte.
(33) Und dann sagte der Ewige zu Mosche: „Nun geh, brecht nun auf und wandert in das Land, das ich Avraham, Jizchaq und Jaaqov versprochen habe, das Land, in dem Milch und Honig fließt. Aber ich werde nicht in eurer Mitte mitziehen, *sondern einen Boten schicken*, weil ihr ein so hartherziges Volk seid, und es könnte sonst sein, dass ich euch nur vernichten will.“
Als das Volk diese Worte hörte, da trauerte es. Und zum Zeichen der Trauer legte niemand seinen Schmuck um. Und das Volk ging vom Berg Chorev an nicht mehr mit Schmuck.
Dann nahm Mosche das Zelt und schlug es außerhalb des Lagers und weit genug vom Lager entfernt auf. Er nannte das Zelt „Begegnungszelt“.
Und mit dem Begegnungszelt verhielt es sich so, dass jeder, der wegen irgendeiner Sache den Ewigen aufsuchen wollte, zum Zelt hinausgehen musste. Deshalb waren, sooft Mosche zum Begegnungszelt hinausging, immer schon Leute dort versammelt. Und die schauten Mosche nach, wie er in das Zelt hineinging. Und dann sahen sie, dass sich immer eine Wolke auf dem Zelt, genau am Eingang des Zeltes, niederließ. Und wenn sie das sahen, warfen sie sich am Eingang des Zeltes nieder. Und drinnen im Zelt redete der Ewige mit Mosche von Angesicht zu Angesicht, genauso, wie ein Mann mit seinem Freund redet. Und wenn Mosche mit dem Ewigen geredet hatte, ging er wieder zurück in das Lager, *um die Ältesten zu lehren, was er gelernt hatte*. Nur sein Freund und Diener Jehoschua blieb die ganze Zeit über im Zelt.
Und einmal war Mosche im Zelt und redete mit dem Ewigen. Er sagte: „Schau, Ewiger, du hast zu mir gesagt, dass ich das Volk führen soll. Aber du hast mir nicht gesagt, wer mir dabei helfen soll. Wenn du mir helfen willst, dann musst du mir schon den Weg, den wir zu gehen haben, zeigen. Das Beste wäre überhaupt, wenn du in unserer Mitte mitziehen würdest, dann könnten alle Völker am Besten daran erkennen, dass wir dein Volk und unter allen anderen Völkern ausgezeichnet sind.“
Daraufhin passierte es, dass der Ewige zu Mosche sagte: „Ganz wie du gesagt hast, will ich euch tun. Ich will dir ja helfen. *Ich* werde mit euch ziehen, denn an dich denke ich ganz besonders und auch das Volk soll von mir bedacht sein.“
Dann sagte Mosche, *da er sah, dass der Ewige gerade wohlgesonnen war*: „Ach, Ewiger, lass mich doch einmal deine ganze Herrlichkeit sehen!“ Da antwortete der Ewige: „Nun, Mosche, ich werde meine ganze Güte an dir vorbeiziehen lassen, ich werde dir auch meinen Namen nennen. Ich werde dem helfen, dem ich helfen will und ich werde mich dem erbarmen, dem ich mich erbarmen will. Aber eines muss ich dir sagen: Mein Angesicht vermagst du nicht zu sehen. Das ist dir nicht möglich, wie es keinem Menschen möglich ist. Denn kein Mensch kann mich sehen und am leben bleiben. Aber eines kann ich dir anbieten: Ich habe bei mir (auf dem Berg) einen Ort. Da kannst du dich *geschützt* hinstellen. Und wenn dann meine Herrlichkeit an dir vorüberzieht, dann werde ich dich in eine Felskluft stellen und dich mit meiner Hand bedecken, bis ich vorüber bin. Und dann werde ich meine Hand von dir nehmen, und dann kannst du mich von hinten sehen. Aber mein Angesicht, mein Angesicht kannst du nicht sehen.
(34) Dann sagte der Ewige zu Mosche: „Hau dir erst einmal zwei Tafeln aus Stein, *schließlich hast du die ersten zerbrochen*. Genauso, wie die ersten Tafeln waren, so sollst du sie dir aus dem Stein hauen. Auf diese Tafeln will ich die Worte schreiben, die ich schon auf die ersten Tafeln geschrieben habe. Warte bis zum frühen Morgen, dann steige auf den Berg Sinai und dort wartest du auf der Spitze des Berges. Aber denk daran, dass niemand mit dir mitgehen soll. Nicht einmal Schafe oder Rinder sollen mit dir hinaufsteigen. Niemand soll sich außer dir auf dem Berg befinden.“
Und so machte es Mosche. Er hieb sich Tafeln aus Steinen, die genauso aussahen wie die ersten Tafeln, und dann wartete er bis zum anderen Morgen. Als es endlich soweit war, stieg er, die Tafeln in der Hand, den Berg hinauf.
Da geschah es, dass der Ewige in einer Wolke auf den Berg herunterkam. Und der Ewige stellte sich direkt neben ihn und nannte den Namen „Ewiger“. Dann ging der Ewige an ihm vorüber, und währenddessen rief er: Ewiger, Ewiger, barmherzig und gnädig, langmütig und reich an Gnade und Treue, der die Gnade bis zur tausendsten Generation hält, der Schuld, Vergehen und Sünde vergibt, der aber nichts ungestraft lässt und die Schuld der Väter an den Kindern und Enkeln ahndet (*wenn die Kinder auch nicht besser als ihre Väter sind*).“
Da verneigte sich Mosche eilends und warf sich auf den Boden und rief: „Mein Herr! Wenn du mir gnädig wärst! Zieh doch in unserer Mitte mit. Auch wenn es ein fürchterliches Volk ist, verzeih uns doch unsere Schuld und unsere Vergehen und unsere Sünden! Nimm uns doch einfach als dein Eigentum an!“
Da antwortete der Ewige: „Nun, ich möchte euch noch einmal ein Versprechen geben und mit euch einen Bund schließen. Ich will vor deinem Volk ein großes Wunder tun, das die Welt noch nicht gesehen hat. Siehe, ich werde vor dir die Völker vertreiben und dir Platz schaffen. Aber hüte dich, mit diesen Völkern, den Bewohnern deines neuen Landes, einen Vertrag zu schließen und mit ihnen eine Sache zu machen. Vielmehr sollst du ihre Altäre, die im Land herumstehen, und ihre anderen religiösen Gebäude und Denkmale zerschmettern. Das sollst du tun, weil du dich vor keinem fremden Gott niederwerfen sollst. Denn ich, der Ewige, heiße der Eifervolle und schaue genau auf dich, was du tust. Ich will nämlich nicht, dass du zu engen Umgang pflegst mit den anderen Völkern, weil es schnell vorkommen könnte, dass die fremden Leute dich einladen und du zusammen mit ihnen ihre Opfermahlzeiten isst. Und dann käme es noch so weit, dass du für deine Söhne Töchter von ihnen holst und du deine Töchter ihren Söhnen gibst. Und dann wärt ihr zu sehr versucht, anderen Göttern zu dienen. Und das will ich nicht.
Folgende Gebote sollst du dir sehr zu Herzen nehmen, wenn ich mit dir einen Vertrag schließen möchte:
Du sollst dir keine gegossenen Götter machen.
Du sollst das Fest der Mazzot feiern und beachten: Sieben Tage sollst du Mazzot essen, und zwar zur Zeit des Frühlings.
Alles, was zuerst aus dem Mutterschoß geboren wird, gehört mir. Auch das erste von deinem Vieh, wenn es männlich ist. Das erste Junge vom Ochsen und vom Schaf also, gehört mir. Auch das erste Junge von einem Esel (*dem einzigen unreinen Tier*) gehört mir, aber ich möchte anstelle des jungen Esels ein Lamm haben.
Auch die Erstgeborenen deiner Söhne gehören mir, aber du sollst sie für dich auslösen.
Sechs Tage kannst du deiner Arbeit nachgehen, aber am siebten Tag sollst du ruhen. Du sollst auch dann ruhen, wenn du viel zu tun hast. Du darfst keiner Arbeit nachgehen.
Feiere auch Schavuot, das Wochenfest, das Fest der Erstlinge, und dann feiere auch das Fest der Einsammlung.
Dreimal im Jahren sollen alle Männer vor dem Ewigen, dem G“tt Jisraels, erscheinen.
Du sollst das Opfertier nicht bei gesäuertem Brot schlachten, auch soll von dem Opferfleisch des Pessachopfers nichts bis zum anderen Morgen übrigbleiben.
Das Beste, die Erstlinge deiner Ernte, sollst du in das Haus des Ewigen bringen.
Du sollst nicht das Böckchen in der Milch seiner Mutter kochen.“
Daraufhin sagte der Ewige zu Mosche: „Schreibe alle diese Worte auf. Denn aufgrund dieser Worte schließe ich mit dir und mit Jisrael einen Vertrag.“
Und Mosche blieb auf dem Berg beim Ewigen. Vierzig Tage und vierzig Nächte blieb er dort. Er aß nichts und er trank nichts. Vielmehr schrieb er die Worte auf die Tafeln, die Zehn Worte des Vertrags.
Und als er damit fertig war, nahm er die Tafeln der Tora und stieg den Berg Sinai hinunter. Aber Mosche wusste nicht, dass sein Gesicht ganz hell aufstrahlte, weil er mit dem Ewigen geredet hatte. Und Aharon und alle Kinder Jisraels kamen Mosche entgegen gerannt, und sie sahen, wie Mosches Gesicht in ganz besonderer Weise strahlte. Da fürchteten sie sich alle und trauten sich nicht, näher hinzuzutreten. Aber Mosche rief ihnen zu, dass alles in Ordnung sei. Da kamen sie Mosche entgegen und sie nahmen ihn in Empfang.
Als alle Kinder Jisraels um Mosche herum standen, da *lehrte* Mosche all die Gebote, die der Ewige ihnen aufgetragen hatte, dass sie tun sollten. Und nachdem er ihnen alles gesagt hatte, legte er sich eine Decke über sein Gesicht, das er nur dann entfernte, wenn er zum Ewigen in das Zelt hineinging. Wenn er wieder herauskam, sagte er all das, was ihm der Ewige aufgetragen hatte, danach legte er wieder die Decke auf sein Gesicht. So konnten die Kinder Jisraels das strahlende Gesicht von Mosche sehen.
copyright 2012 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Wajaqhel
Ex 30,11 - 34,35; Haftara: 1 Kön 18,1-39
| Die Abgabe | Das kupfernes Becken | Salböl u. Räucherwerk | Die Bauleute | Der Schabbat | Das Goldenes Kalb | Das Zelt | Die neuen Tafeln |
| Einleitung |
| Fragen |
| Blog |
In dieser Parascha kommt noch einmal der erzählerische Duktus heraus. Es gibt einige Vorschriften zum Heiligtum (kupfernes Becken, Salböl und Räucherwerk), und auch zum Ende der Parascha hin werden noch einmal allgemeine Vorschriften erlassen. Aber dazwischen befindet sich die Erzählung vom Goldenen Kalb und wie Mosche die Tafeln des Zehnworts zerschmettert, anschließend auch die Erzählung, wie Mosche die Herrlichkeit Gottes auf dem Berg sehen darf. Was ist das Besondere an diesen eingeschobenen Erzählungen? Dazu ist es interessant, einmal zu sehen, in welchem Kontext diese Erzählungen stehen: Rundherum geht es ausschließlich um den Bau des Heiligtums und um den Dienst der Kohanim. Vor der Erzählung vom Goldenen Kalb zählt Gott Mosche auf, wie man alles ausführen soll, in der nächsten Parascha (Wajaqhel) wird ausgeführt, wie Mosche den Bauleuten die Anweisungen gibt. Es geht also um das Heiligtum. Das Heiligtum selbst ist der Ort, an dem Gott dem Volk „nahe“ ist, biblisch gesprochen: wo Gott unter den Kindern Jisraels „wohnt“. Wenn man genau darauf achtet, so thematisiert die Erzählung vom Goldenen Kalb ebenfalls eine Nähe: Der Götze Goldenes Kalb steht mitten unter ihnen und die Jisraeliten tanzen um ihn herum, in der Nähe baut Aharon einen Altar und es soll eine Feier geben. Nach dieser Beschreibung geht es also den Jisraeliten darum, eine Nähe zu generieren, die durch die Abwesenheit Mosches (und damit Gottes) notwendig geworden ist. Wenn man diese Parallelität von Heiligtum und Goldenem Kalb sieht, dann fällt erst auf, worauf sich die jisraelitische Religion eingelassen hat, mittels Heiligtum eine Nähe Gottes zu versprechen. Denn grundsätzlich ist es Sache der Götzen, „nahe“ zu sein. Wenn also in der Tora durch das Heiligtum Gott dem Volk „nahe“ sein soll, dann muss sie sehr darauf bedacht sein, mit einer „Götzennähe“ nicht verwechselt zu werden. Und der wesentliche Unterschied zwischen Nähe und Nähe besteht genau darin, dass die Tora einen immensen Aufwand betreibt, wie das Heilige vom Profanen getrennt bleibt, obwohl beides sehr eng zusammenrückt. Im Heiligtum kann eben nicht jeder irgendwie hereinspazieren. Die Errichtung des Heiligtums und der Dienst der Kohanim soll gerade garantieren, dass die „Nähe Gottes“ gewissermaßen eine „unberührte“ bleibt. Das Heilige und das Profane bleiben in ihrer Integrität bestehen. Anders beim Goldenen Kalb. Das steht eben mitten im Lager herum, es ist lediglich ein umgeformter Goldschmuck, der nun nicht mehr an den Ohren der Frauen hängt, sondern in der Mitte des Lagers herumsteht. Damit gehört das Goldene Kalb in den profanen Bereich und ist nicht in der Lage, einen heiligen Raum zu konstituieren. Daran kann man erkennen, welche Relevanz die Kapitel vom Heiligtum und von den Kohanim in der Tora zukommen. Sie sollen uns in die Lage versetzen, die Nähe Gottes nicht „obszön“ umzudeuten und keine Nähe zu postulieren, wo ein kumpelhaftes Einvernehmen gemeint ist.
Daraus lernt man, dass also alle, die unter zwanzig Jahre alt waren, nicht in den Kriegsdienst eingezogen wurden und zu den Männern gerechnet wurden.
Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.
Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.
A) Allgemeine Fragen
Welche Jisraeliten soll Mosche zählen. Und wofür soll er sie zählen?
Welche Gerätschaften für das Heiligtum werden in dieser Parascha noch besprochen?
Wer soll das Heiligtum anfertigen?
Weshalb sollen die Jisraeliten den Schabbat einhalten?
Weshalb wollen die Jisraeliten, dass ihnen Aharon ein Goldenes Kalb macht?
Was zerstört Mosche, als er erfährt und sieht, dass die Jisraeliten um das Goldene Kalb tanzen?
Was erbittet Mosche ganz für sich vom Ewigen? Geht der Ewige auf diese Bitte ein?
Weshalb kann man den Ewigen nicht sehen?
B) Fragen für Fortgeschrittene
Der Schabbat wird direkt nach den heiligen Geräten und nach dem Heiligtum erwähnt. Ist das Zufall, oder kann man daraus etwas Wichtiges für den Schabbat sagen?
Beschreibe Aharon und seine Rolle, die er bei der Geschichte mit dem Goldenen Kalb spielt!
Kennst du das fett gedruckte Stück „Ewiger, Ewiger...“ aus der Synagoge?
Für Raschi war das aber nicht ein Zählen der Köpfe. Vielmehr stellte er es sich so vor, dass alle, die gezählt werden sollten, eine Geldmünze abgaben (es sollte ja auch eine Abgabe gegeben werden), die dann gezählt wurden.
Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.
Hebräisch heißt es wörtlich: Um für euer Leben Sühne zu erwirken. Das könnte man so verstehen, dass jeder, der keine Abgabe brächte, sterben würde, die Abgabe also ein Schutz für das Leben wäre. Raschi macht darauf aufmerksam, dass es insgesamt drei Abgaben in der Tora gibt, die bei Zählungen fällig wurden. Die erste war die freiwillige Abgabe, bevor das Heiligtum näher beschrieben wurde (siehe Par. Teruma), die zweite gab es zur Zählung nach der Errichtung des Heiligtums, die in Num 1,1 erwähnt wird. Hiervon spricht dieser Vers, dass er das Leben sühne, weil von diesen Schekalim die Opfer zum Dienst erworben wurden. Von der dritten Abgabe heißt es Ex 35,24, dass jeder brachte, was er hatte.
Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.
Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.
Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.
Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.
Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.
Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.
Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.
Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.
Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.
Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.
Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.
Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.
Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.
Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.
Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.
Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.
Raschi: Das hebräische Wort kommt von „Wurzel“. Wie eine Baumwurzel den Baum mit der Wurzel fest in der Erde hält, so halten die Kettchen das Brustschild am Efod fest. Diese Kettchen wurden an Ringen festgemacht, die wiederum am Brustschild und an den Schulterbändern befestigt waren. Auch nach unten gab es Kettchen, so dass das Brustschild auch unten gehalten wurde, damit es nicht hin und her baumeln konnte.
Das ist der geschriebene Gottesname (der vierbuchstabige Name, das Tetragramm), der in die Tasche gelegt wurde. Durch sie konnte Aharon die Entscheidungen klar äußern. Im zweiten Heiligtum [dem salomonischen Tempel] gab es zwar das Brustschild noch, doch waren die Urim und Tumim darin nicht mehr enthalten.
Raschi: Auf diesen Mantel wurde der Efod als Umgürtung herumgelegt.
Raschi: Das Material, aus dem der Mantel bestand, hatte nur diese eine Art, nämlich die himmelblaue Wolle.
Daraus lernen wir, sagt Raschi, , dass die Panzerhemden der bewaffneten Jisraeliten einen doppelten Saum hatten.
Hier wird ein Verbot der Tora ausgesprochen: Du darfst ihn nicht zerreißen. Eigentlich hätte man es als praktische Anweisung verstehen können. Aber Raschi zählt dieses Verbot zur Anzahl der Verbote der Tora dazu.
Raschi: Das bedeutet, dass sie rund und hohl waren.
Nach Raschi hatten diese Glöckchen Klöppel im Inneren (damit sie auch klingeln konnten)
Zwischen zwei Granatäpfel kam ein Glöckchen. Raschi betont dieses Abwechseln so stark, weil der hebräische Text es nahelegen könnte, dass sich die Glöckchen in den Granatäpfeln befanden. So verstanden es denn auch andere Kommentatoren.
Raschi: Daraus kann man das Positive lesen: Wenn er alle Kleider anhat und ins Heiligtum geht, dann ist er nicht des Todes schuldig. Damit knüpft Raschi eine Todesschuld des Kohen nicht an die Glöckchen und deren Klingeln allein, sondern an die gesamte Kleidung des Kohen. Die Todesschuld wird nach Raschi übrigens nicht an die irdische Gerichtsbarkeit übergeben, sondern an die himmlische.
Das war nach Raschi ein zwei Finger breiter Streifen aus Gold, der die Stirn umgab von einem Ohr zum andern.
Raschi: Hierzu gibt es verschiedene Verse: Hier heißt es: Der Kopfschmuck liegt auf dem Band. Ex 39,31 heißt es: Und auf den Kopfschmuck legten sie das Band. Und im nächsten Vers (Ex 28,38) heißt es: Aharon trage es auf der Stirn. Und im *Talmud heißt es noch: Sein Haar soll zwischen Band und Kopfschmuck sichtbar sein, denn dort legte er die *Tefillin.
Um alle Aussagen gelten zu lassen, konstruiert Raschi den Kopfschmuck mit dem Band so, dass alle vier Aussagen stimmen. Am Ende meint Raschi: Damit sind alle Verse erfüllt: Der äußere Teil des Bandes ist auf dem Kopfschmuck, der Kopfschmuck ist aber auch auf dem inneren Teil des Bandes, das Band ist aber auch über dem Kopfschmuck.
Raschi: Welche Schuld bringt Aharon ins Reine? Er bringt nur soweit ins Reine, wie das Opfer wieder brauchbar gemacht wird. Alle anderen Vergehen sind damit nicht gemeint.
Nach Raschi bedeutet das zunächst: sühnen, ins Reine bringen. Aber auch die einfache Bedeutung gilt: Aharon trägt die Last der Schuld und damit wird die Schuld vom Heiligtum weggenommen.
Raschi: Das bedeutet nicht, dass Aharon den Kopfschmuck immer auf seiner Stirn trägt. Er trägt es ja nur zur Zeit seines Dienstes. Es gibt aber welche, die meinen, dass der Kopfschmuck nur dann wirkt, wenn es auch auf der Stirn von Aharon liegt. Deshalb ist der Vers so zu verstehen, dass Aharon, wenn er den Kopfschmuck auf der Stirn trägt, ihn beständig berühren soll, damit er ihn im Sinn behält.
Das waren nach Raschi Vertiefungen im Muster. Der ganze Rock wurde aus Byssus hergestellt.
Raschi: Vier Kleidungsstücke sollen für die Söhne Aharon hergestellt werden, mehr nicht: die hier erwähnten Röcke, Gürtel und Mützen, sowie die später erwähnten Beinkleider.
Damit ist ein gewöhnlicher Kohen anders gekleidet als der Kohen Gadol, der Hohepriester.
Raschi macht klar: Das, was bei Aharon steht, soll er angekleidet bekommen, und das, was bei den Söhnen steht, sollen sie angekleidet bekommen.
Raschi: Der hebräische Ausdruck „die Hand füllen“ meint: in ein Amt einsetzen. Es kommt jemand in das Amt und hat es von da an im Besitz. Das ist wie bei den Herren, die einem einen Handschuh in seine Hand geben, um ihm den Besitz der Sache zu übergeben. Deshalb heißt es auch: ein Amt „bekleiden“.
Raschi: Und zwar für Aharon und für dessen Söhne. Damit haben wir acht Kleidungsstücke für den Kohen Gadol und vier für den gewöhnlichen Kohen.
Raschi: Das meint sowohl den späteren Tempel als auch das Heiligtum [in der Wüste].
Raschi: Überall, wo dieser Ausdruck steht, meint er: Das Gesetz hat von jetzt an seine Gültigkeit und für die späteren Generationen ebenfalls.
Raschi fragt: weshalb einen Stier? Raschi sagt: wegen der Verfehlung durch das Goldene Kalb. Das war auch ein Stier.
Raschi erklärt: Von allen drei Arten wurden je zehn Kuchen gebracht. Auch wurde Öl dazugegeben, und nach dem Backen wurden die Brote mit Öl bestrichen, und zwar in Form des griechischen Chi, das dem hebräischen Nun sehr ähnlich ist.
Hier ist nicht ganz klar, was Raschi meint, da der griechische Buchstabe Chi eben nicht so aussieht wie ein Nun.
Und zwar in den Hof, wie Raschi ergänzt.
Raschi erklärt: Der Körper soll ganz in Wasser untertauchen.
Raschi: Und zwar so, wie ich es oben zu den einzelnen Kleidungsstücken erklärt habe.
Raschi: Auf den Kopf und zwischen die Augenbrauen. Er verband die drei Stellen so mit dem Finger, dass auch hier der griechische Buchstabe Chi zu sehen war.
Diese Überlieferung geht bereits auf den Talmud zurück und wird sehr unterschiedlich gewertet. Man ist keineswegs über den griechischen Buchstaben sicher. Dazu kommt, dass Raschi selbst an verschiedenen Stellen unterschiedliche Buchstaben im Sinn hat. Und außerdem ist das griechische Chi dem hebräischen Nun keineswegs ähnlich.
Also in den Hof, der vor dem Eingang des Heiligtums ist, wie Raschi präzisiert.
Raschi: Deshalb gab es am unteren Sockel einen Vorsprung, der um den Altar verlief. Darin wurde das Blut aufgefangen.
Hier scheint die Vorstellung dahinterzustehen, dass Blut grundsätzlich nicht vergossen werden darf. Aber wenn doch, dann gehört das Blut an den Altar des Ewigen und bewirkt dort eine kultische "Reinigung".
Normalerweise wird eine Chattat, ein Sündopfer, nicht verbrannt. Hier handelt es sich aber um das Einsetzungsopfer für die Kohanim und ist insofern etwas besonderes.
Raschi erklärt: Dazu nahm man ein Gefäß und besprengte damit den unteren Teil des Altares. Deshalb ging der Kohen auch nicht auf den Altar, sondern stand vor ihm. Nur für die Chattat waren die Hörner und die Finger vorgeschrieben.
Raschi: Der Ewige sagt: Es ist für mich ein Wohlgefallen, da ich gesprochen habe und meine Anweisung wurde ausgeführt.
Mit dieser Erklärung "entstofflicht" Raschi den Ausdruck "lieblicher Duft", der ja sehr material ist.
Raschi: Das ist ein innerer Teil der Ohrmuschel.
Raschi: Er wird als Friedensopfer gebracht, weil an ihm alles vollkommen ist. Und er bringt diese Vollkommenheit dem Altar, dem Kohen, der Dienst tut und den Eigentümern. Da zur Einsetzung Mosche Dienst tat, kam ihm das Opfer zu als Kohen, und Aharon und seinen Söhnen kam das Opfer zu als Eigentümer.
Raschi: Von diesen drei Arten wird je eines von den zehn gebackenen genommen. Nur hier wird Brot, das mit einem Opfer gebracht wird, auch verbrannt.
Sowohl der Eigentümer als auch der Kohen waren an der Schwingung beteiligt. Wie? Der Kohen legt seine Hand unter die des Eigentümers und gemeinsam schwingen sie. Mosche war der Kohen und Aharon und seine Söhne waren die Eigentümer.
Raschi erklärt: Und zwar schwangen sie in alle vier Himmelsrichtungen, denn Ihm gehört die ganze Welt. Auch schützte sie vor Strafen und schlechten Winden. Dann schwangen sie nach oben und unten, denn Ihm gehören Himmel und Erde. Auch schützte sie vor schlechtem Tau.
Auch der *Lulav wird nach allen vier Seiten und nach oben und unten geschüttelt.
Raschi erklärt: Die Teile der Schwingung werden auf den ersten Widder gelegt, der bereits als Ganzopfer auf dem Altar liegt.
Raschi: Die Brust schwingst und heiligst du für die künftigen Generationen, auf dass auch die späteren Generationen die Schwingung vollziehen. (Die Anweisung, die Brust zu schwingen, ist also keine einmalige Anweisung, sondern gilt für später gleichermaßen).
Es soll also ein ewiges Gesetz sein, dass Friedensopfer den Eigentümern gehören und Brust und Schenkel den Kohanim übergeben werden sollen, so erklärt Raschi.
Raschi: Nämlich an den Sohn, der Aharon im Amt folgen wird.
Raschi: Es ist also der Kohen, der an Jom Hakippurim ins Allerheiligste darf, um seinen Dienst zu verrichten.
Raschi: Weil das Friedensopfer, das sie bringen, heilig ist, müssen sie in den Vorhof gehen.
Wenn es im Hebräischen heißt: „am Eingang der Wohnung“, dann ist damit der gesamte Vorhof gemeint, sagt Raschi.
Aharon und seine Söhne sollen es essen, weil sie die Eigentümer sind, und niemand anderes.
Raschi erklärt: Von Aharon und seinen Söhnen wurde das dem Heiligen Fremde entfernt, so dass sie nun Kohanim sein können.
Da Aharon und seine Söhne vor der Einsetzung ja noch keine Kohanim waren, musste sozusagen alles von ihnen entfernt werden, was nicht zum Heiligen Bereich gehört. Das meint das hebräsiche „kipper“. Sie wurden durch das Essen ins Reine gebracht und erfüllten dann erst die Voraussetzung für die Kohanut.
Raschi: An allen sieben Tagen soll wie besprochen verfahren und geopfert werden.
Raschi: Das ist genau der Stier, der schon oben erwähnt worden ist. Er wird hier aber noch einmal erwähnt, um deutlich zu machen, dass er in diesen sieben Tagen täglich geschlachtet werden muss.
Raschi: Worin besteht die Heiligkeit des Altars? Der darauffolgende Vers sagt es: Alles, was den Altar berührt, wird selbst wiederum heilig. Also auch ein untaugliches Opfer heiligt der Altar. Daraus könnte man nun herauslesen, dass auch ein Opfer, das schon vor dem Heiligtum untauglich geworden ist, ebenfalls heilig wird, wenn es den Altar berührt. Ein Beispiel hierfür ist das Tier, das für den Götzendienst bestimmt war. Dem ist aber nicht so. Gemeint ist nur das Tier, das bereits auf dem Altar war und danach wieder untauglich wurde, zum Beispiel, weil es über Nacht liegen blieb, oder wieder aus dem Vorhof hinausgebracht wurde.
Raschi erklärt: Für das Gussopfer befanden sich auf dem Altar zwei silberne Schalen, die unten eine Öffnung hatten. Dort wurde das Gussopfer gegossen. Dort floss er auf den Altar, von dort nach unten zum unteren Sockel des Altars in die Erde, bzw. im Tempel: zu den Fundamenten des Altars.
Raschi erklärt: An jedem Tag, und es darf kein Tag sein, an dem das Opfer nicht gebracht wird.
Einige unserer Lehrer lernen daraus, dass sich der Heilige, gelobt sei er, vom Altar aus mit Mosche redete. Aber andere meinen, dass Er vom Deckel des heiligen Kastens aus mit Mosche sprach (vgl. Ex 25,22). Nach dieser Meinung würde sich der Vers hier auf den Kasten beziehen, und nicht auf den Altar.
Raschi lässt es also offen und bringt keine Entscheidung bei.
Raschi erklärt: Das Heiligtum wird durch die *Schechina geheiligt. Raschi führt hier auch einen *Midrasch an, der folgendes lehrt: Lies nicht „durch meine Herrlichkeit“, sondern „durch meine Geehrten“. Damit deutet der Vers bereits auf die Söhne Aharons voraus, die am Tag der Errichtung der Wohnung sterben und wie Gott durch Mosche sagt: Ich werde durch die geheiligt, die mir nahestehen (Lev 10,3).
Raschi versteht dies etwas anders: Unter der Bedingung, dass ich unter ihnen wohne.
Raschi: Dieser Altar hatte obenauf eine Platte, die ihn verschloss. Anders der kupferne Altar. Der war oben offen, und er wurde, wenn sie wieder lagerten, mit Erde gefüllt.
Raschi sagt: Der aussieht wie eine Krone. Die soll die Priesterwürde symbolisieren.
Die Angabe „vor den Vorhang“ reicht nicht. Denn der Altar könnte dann auch an der Nord- oder an der Südwand stehen. Deshalb steht noch eigens: „dem Deckel gegenüber“.
Raschi erklärt damit die zusätzliche Ortsangabe.
Raschi erklärt wie: Er nimmt die Dochte heraus, die nachts abgebrannt sind, und legt neue hinein.
Raschi: Die eine Hälfte der Gewürze am Morgen, die andere Hälfte am Abend.
Raschi: Nur dieses eine Räucherwerk, das ich geboten habe, gehört auf diesen Altar. Hierher gehört kein freiwilliges Räucherwerk. Und auch kein Gussopfer, kein Speiseopfer und kein Ganzopfer.
An Jom Kippur, wie Raschi feststellt. So steht es in Lev 16,18: „Er soll hingehen zum Altar, der vor dem Ewigen steht und bringe auf ihm ins Reine.“
Das ist die Chattat, also der Stier und die Ziege, die an Jom Kippur wegen der Verunreinigungen im Heiligtum geschlachtet wurden.