| Bereschit |
| Noach |
| Lech Lecha |
| Wajera |
| Chajje Sara |
| Toledot |
| Wajeze |
| Wajischlach |
| Wajeschev |
| Miqez |
| Wajigasch |
| Wajechi |
|
Bereschit
|
|
Schemot
|
|
Wajiqra
|
|
Bemidbar
|
|
Devarim
|
copyright 2012 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
(27,20 - 1. Aufruf) Und nun sollst du den Kindern Jisraels auch noch anordnen, dass sie aus Oliven ein reines Öl aus zerstoßenen Oliven herstellen sollen. Dieses Öl soll für das beständige Licht der Menora, die ihr angefertigt habt, sein. Es soll vom Abend bis zum Morgen brennen. Wenn ihr das Öl habt, dann kann Aharon und seine Söhne die Lampen in der Wohnung, außerhalb des Trennvorhangs, vorbereiten. Das soll euch ein ewiges Gesetz sein, das euch immer gelten soll.
(28) Nachdem ihr euch um meine Wohnung gekümmert habt, soll Aharon mit seinen Söhnen zu dir, Mosche, hintreten, damit sie zu Kohanim gemacht werden können. Vor dir sollen also stehen: Aharon und die Söhne Nadav, Avihu, Elasar und Itamar. Und damit sie als Kohanim eingesetzt werden können, sollst du ihnen besondere Gewänder anfertigen lassen. Sie sollen die Kohanim auch schmücken, so schön sollen sie sein.
Um die Gewänder machen zu lassen, musst du dir Leute in deinem Volk suchen, die weise und klug sind, die auch solche Gewänder herstellen können.
Und das sind die verschiedenen Kleidungsstücke, die die Priester benötigen: ein Brustschild, einen Efod, ein Oberkleid, einen Rock, ein Kopfband und einen Gürtel. Die Leute, die du dir herausgesucht hast, sollen die heiligen Kleidungsstücke herstellen, damit Aharon und seine Söhne mir als Kohanim dienen können. Sie sollen Gold und die purpurblaue und purpurrote und karmesinfarbene Wolle und den Byssus dazu nehmen.
Zunächst sollen sie also den Efod herstellen. Dazu sollen sie das Gold, die Wolle und den Byssus nehmen. Der Efod soll so hergestellt sein, dass am (oberen) Ende zwei Bänder befestigt sind, die über die Schultern führen. Ein Gurt soll am Efod sein, ganz so gemacht, wie der Efod selbst, nämlich aus Gold, aus Wolle und aus Byssus. Dieser Gurt soll nach vorn führen, damit man mit ihm den Efod zubinden kann.
(2. Aufruf) Danach sollst du zwei besondere Steine nehmen, Schohamsteine, und darauf sollen die Namen der Kinder Jisraels eingraviert werden, sechs Namen auf dem einen Stein, sechs Namen auf dem anderen Stein. Und zwar so sollen sie eingraviert sein, dass der Älteste zuerst, der Jüngste zuletzt genannt wird. Dann sollst du die Steine mit Gold einfassen und sie auf den Schulterbändern des Efod befestigen. Diese Steine sollen Erinnerungssteine an die Kinder Jisraels sein. Und Aharon soll diese Namen zur Erinnerung vor dem Ewigen tragen. Daneben sollst du Einfassungen anbringen, an denen du die Kettchen des Brustschildes befestigst.
Danach sollst du das Brustschild machen. Das Brustschild soll dir bei deinen Urteilen behilflich sein, denn darin sollen die Lose liegen. Das Brustschild sollst du ganz so wie den Efod herstellen, nämlich aus Gold, aus himmelblauer, purpurroter und karmesinfarbener Wolle und aus Byssus. Es soll viereckig sein, doppelt gelegt, wie eine Tasche, fünfundzwanzig Zentimeter auf fünfundzwanzig Zentimeter, und an den Schulterbändern des Efod befestigt sein. Und dann sollst du das Brustschild mit besonderen Steinen besetzen, jeder Stein auf seine Weise ganz besonders. Und zwar sollst du das Brustschild in vier Reihen zu je drei Steinen besetzen, das geben zwölf Steine insgesamt. Jeder Stein soll golden eingefasst sein. Und auf die Steine sollst du die zwölf Namen der Kinder Jisraels eingravieren, für jeden Namen einen Stein. Danach sollst du noch zwei Kettchen anfertigen, mit denen du das Brustschild am Efod befestigen kannst (...).
So soll Aharon die Namen der Kinder Jisraels an seinem Herzen vor sich hertragen, wenn er in das Heiligtum hineingeht, es soll zur Erinnerung vor dem Ewigen dienen.
Da das Brustschild wie eine Tasche gefertigt sein soll, sollst du die Urim und die Tumim in die Tasche hineinlegen. Diese sollen auf dem Herzen Aharons liegen, wenn er vor den Ewigen tritt und für die Kinder Jisraels Entscheidungen fällen muss.
(3. Aufruf) Dann sollst du den Mantel für den Efod herstellen, und zwar ganz und gar aus himmelblauer Wolle. Und damit du es über den Kopf ziehen kannst, sollst du eine Öffnung für den Kopf machen. Um diese Öffnung sollst du einen Saum anbringen, indem du den Stoff doppelt legst wie bei einem Panzerhemd, damit er nicht zerreißt. Wenn du das hast, dann sollst du am unteren Saum Formen anbringen, die wie Granatäpfel aussehen und aus himmelblauer, purpurroter und karmesinfarbener Wolle sind. Am ganzen Saum unten entlang. Und zwischen die Formen der Granatäpfel sollst du goldene Glöckchen anbringen. Immer abwechselnd: ein Granatapfel, ein Glöckchen, und so rundherum am unteren Saum des Kleides. Und wenn Aharon als Priester im Heiligtum dient, dann soll er dieses Kleid anhaben, denn wenn er in das Heiligtum hineingeht, dann soll man den Klang der Glöckchen hören, damit er nicht stirbt.
Und dann sollst du einen Kopfschmuck anfertigen. Ganz aus Gold soll er sein, und darauf sollst du eingravieren: „Heilig dem Ewigen“. Ein Band soll den Kopfschmuck auf dem Kopf befestigen, und der Kopfschmuck soll so an Aharons Kopf befestigt sein, dass er auf seiner Stirn liegt. Und so soll Aharon alle Vergehen der Kinder Jisraels, die das Heiligtum betreffen, auf sich nehmen und sie tragen, der Kopfschmuck soll das deutlich zeigen. Deshalb soll Aharon diesen Kopfschmuck beständig tragen.
Dann sollst du noch einen geriffelten Rock anfertigen, der ganz aus Byssus verarbeitet ist. Dann auch noch einen Kopfbund aus Byssus und einen Gürtel, der ganz bestickt sein soll.
Für die Söhne Aharons sollst du Röcke und Gürtel und Mützen anfertigen, damit auch sie sehr würdig aussehen. Du sollst für Aharon und seine Söhne dies alles herstellen und sie ankleiden. Und dann sollst du sie salben mit einem Salböl, und sie so zu Priestern machen, damit sie mir als Priester dienen können. Auch Hosen sollst du anfertigen, damit sie unten herum nicht nackt sind. Die Hosen sollen von den Hüften bis zu den Oberschenkeln reichen. Aharon und seine Söhne sollen sie anziehen und sie tragen, wenn sie in meine Wohnung kommen oder wenn sie zum Altar gehen. Sie sollen sich genauso kleiden, nur dann machen sie sich nicht schuldig und müssen nicht sterben. Das soll euch ein ewiges Gesetz sein, an das ihr euch und eure Nachkommen halten sollt.
(29 - 4. Aufruf) Folgendes sollst du tun, wenn du Aharon und seine Söhne zu Priestern machst:
Nimm zunächst einen Stier und zwei Widder. Die Tiere, die du auswählst, sollen ohne Krankheit sein und ohne irgendwelche Gebrechen. Dann sollst du aus ganz feinem Mehl und aus Öl ungesäuerte Brote, Kuchen und Fladenbrote machen. Die Brote lege in einen Korb. Dann bringst du sowohl die Tiere als auch die Brote.
Wenn du das getan hast, dann sollen Aharon und seine Söhne an den Eingang des Zeltes kommen. Dort sollen sie in Wasser baden. Wenn du das getan hast, dann nimm die Kleider für Aharon und bekleide ihn. Also mit Rock und dem Oberkleid für den Efod, mit dem Efod selbst, daran befestige das Brustschild, binde ihm den Gurt für den Efod um und setze ihm den Kopfschmuck auf.
Wenn Aharon angezogen ist, sollst du das Salböl nehmen und es ihm über seinen Kopf gießen. So hast du ihn gesalbt.
Danach sollen seine Söhne herantreten, nimm ihre Kleidungsstücke und bekleide sie damit. So werden auch sie zu Priestern.
Wenn du das getan hast, dann sollst du den Stier vor die Wohnung führen. Dort sollen Aharon und seine Söhne ihre Hände auf den Kopf des Stieres stemmen. Dann schlachte den Stier vor dem Ewigen am Eingang des Zeltes. Das Blut von dem geschlachteten Stier sollst du auffangen und davon etwas an die Hörner des Altares schmieren. Den Rest des Blutes gieße unten an den Altar aus.
Dann sollst du den Stier zerlegen und Fett von bestimmten Stellen des Tieres herausschneiden. Das alles nimmst du auf den Altar, und dort sollst du es verbrennen. Alles andere von dem Stier sollst du nach draußen schleppen und es draußen verbrennen, dass nichts mehr übrigbleibt. So ein verbranntes Tier nenne ich eine Chattat, ein Sündopfer.
Wenn du das erledigt hast, dann holst du einen von den Widdern. Und wieder sollen Aharon und seine Söhne ihre Hände auf den Kopf aufstemmen. Wenn sie das getan haben, dann sollst du den Widder schlachten. Nimm von dem Blut des Widders und bespritze damit den Altar. Den Widder sollst du in seine Teile zerlegen. Und so, in seine Einzelteile zerlegt, sollst du den Widder auf den Altar bringen und ihn dort in Rauch aufgehen lassen. Das ist eine Ola, ein Ganzopfer, weil das Tier ganz für den Ewigen geopfert worden ist, es ist ein lieblicher Duft für den Ewigen.
(5. Aufruf) Danach sollst du den zweiten Widder nehmen. Und wiederum sollen Aharon und seine Söhne seine Hände auf seinen Kopf stemmen. Auch diesen Widder sollst du schlachten und vom Blut sollst du nehmen. Aber dieses Mal bestreichst du mit dem Blut den rechten Ohrknorpel von Aharon und seinen Söhnen, und auch die rechten Daumen und die großen Zehen des rechten Fußes. Und auch den Altar sollst du wiederum mit dem Blut bespritzen.
Dann sollst du von dem restlichen Blut und von dem Salböl nehmen. Und damit sollst du Aharon und seine Kleidungsstücke und auch seine Söhne und deren Kleidungsstücke besprengen. So werden sie zu ihrem Priesterdienst geweiht.
Dann sollst du von dem zweiten Widder das Fett, einige andere Innereien und den rechten Schenkel nehmen, denn das ist der Widder der Einsetzung; dazu auch ein Brot, einen Kuchen und ein Fladenbrot, die du vorher zubereitet hast. Das alles sollst du Aharon und seinen Söhnen in die Hand legen, damit diese die Sachen in ihren Händen schwingen; sie sollen eine Schwingung vor dem Ewigen machen. Haben sie das getan, dann nimmst du es ihnen wieder aus der Hand, bringst es zum Altar, legst es über das Ganzopfer und verbrennst alles. Das ist ein Feueropfer für den Ewigen, zum lieblichen Duft für den Ewigen.
Dann sollst du die Brust von dem Widder nehmen und diese selbst für den Ewigen schwingen. Die Brust, die du geschwungen hast, die soll danach dir gehören: bring sie also nicht auf den Altar, und verbrenne sie nicht für den Ewigen. Sie sind dein Anteil. Und so sollst du später verfahren, wenn Aharon und seine Söhne für die Kinder Jisraels opfern vor dem Ewigen. Sie sollen sich die freiwillige Abgabe nehmen und sie als ihren Anteil betrachten, sie müssen es nicht verbrennen.
Die besonderen Gewänder für Aharon sollen, wenn er einmal stirbt, an einen seiner Söhne weitergehen. Dann soll man diesen Sohn in diesen Kleidern salben und ihn in das Priesteramt einführen. Sieben Tage lang soll dieser die Kleider anziehen, denn er ist derjenige, der in die Wohnung geht und direkt im Heiligtum den Dienst verrichtet.
Nimm den Widder und koche sein Fleisch an einem heiligen Ort. Dann sollen Aharon und seine Söhne das Fleisch des Widders und das Brot, das sie zubereitet haben, am Eingang der Wohnung essen. Sie sollen das Fleisch und das Brot essen. Dadurch wurden sie ins Reine gebracht, so dass sie in den Dienst eingeführt und geheiligt werden konnten. Ein Fremder darf also nicht davon essen, denn das Essen selbst ist heilig. Alles, was bis zum anderen Morgen von dem Essen übrigbleibt, sollst du verbrennen, dass nichts davon übrigbleibt, denn das Essen ist ja heilig.
Nun habe ich dir genau dargelegt, wie du mit Aharon und seinen Söhnen verfahren sollst, wenn du sie zu Priestern an meinem Heiligtum einsetzst.
Aber denk nicht, dass es nur einen Tag dauert, die Priester in ihren Dienst einzuführen. Nein, sieben Tage soll es dauern. Und während dieser sieben Tage sollst du nun einiges Besondere beachten:
Du sollst während dieser sieben Tage täglich einen Stier schlachten und zum Altar bringen. Dieses Opfer soll dazu dienen, den Altar selbst heilig zu machen, denn der Altar muss immer heilig sein, wenn man auf ihm opfern will. Und alles, was den Altar dann berührt, wird selbst heilig. Sieben Tage sollst du das so vollziehen.
(6. Aufruf) Was nun den täglichen Dienst am Heiligtum betrifft, so gilt Folgendes:
Jeden Tag sollst du zwei Schafe bringen, die nicht älter als ein Jahr sind. Und zwar sollst du ein Schaf am Morgen bringen, das andere Schaf am Abend. Für das Schaf, das du am Morgen bringst, sollst du Mehl Öl aus zerstoßenen Oliven dazugeben und aus Wein ein Gussopfer. Das zweite Schaf bringst du am Abend, und auch hier sollst du ein Gussopfer dazu bereiten. So wird es ein Opfer zum lieblichen Duft für den Ewigen.
Immerzu sollt ihr es am Eingang der Wohnung, dort, wo ich mit euch zusammenkomme, mir bringen. Dort also will ich mit den Kindern Jisraels zusammenkommen, und die Wohnung soll durch meine Herrlichkeit geheiligt werden. Und so will ich meine Wohnung und den Altar und Aharon und seine Söhne, die mir dienen sollen, heiligen. Und auf diese Weise will ich mitten unter den Kindern Jisraels wohnen und euch euer G“tt sein. Und so sollen die Kinder Jisraels erkennen, dass ich ihr G“tt bin, der Ewige, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, um mitten unter ihnen zu wohnen.
(30) Nun hast du zwar schon so viele Geräte für das Heiligtum hergestellt, aber eines fehlt jetzt noch: der Räucheraltar. Ja, du sollst einen Altar anfertigen, der für das Räucherwerk ist. Dazu sollst du wieder einmal Akazienholz nehmen und daraus den Altar fertigen. Fünfzig Zentimeter lang, fünfzig Zentimeter breit und einen Meter hoch. Auch dieser Altar soll eine Art von Hörnern an den vier Ecken haben. Diese sollen direkt aus dem Holz herausgearbeitet sein, also nicht einfach nur daraufgesetzt. Das Holz sollst du dann mit Gold überziehen, und zwar seine Platte, seine Wände und seine Hörner. Und wiederum sollst du oben und rundherum einen goldenen Kranz aufsetzen. Auch die goldenen Ringe sollst du hier nicht vergessen, damit du die Stangen, die du auch für diesen Altar brauchst, anbringen kannst.
Den Räucheraltar sollst du vor den Vorhang, dem Kasten mit dem Deckel gegenüber, hinstellen, dort soll er seinen Platz haben, also dort, wo ich mit dir zusammenkommen werde.
Und dazu ist der Räucheraltar da: Aharon soll auf ihm jeden Morgen wohlriechende Gewürze verbrennen, jeden Morgen, wenn er gerade dabei ist, die Lampen zu reinigen. Und auch abends, wenn er gerade dabei ist, die Lampen anzuzünden, soll er ebenfalls Gewürze auf dem Räucheraltar verbrennen. Und das soll er täglich machen ohne Unterlass. Und weil es ein Räucheraltar ist, sollt ihr darauf weder Tiere oder Gussopfer opfern, noch sonst ein fremdes Räucherwerk.
Nur einmal im Jahr soll Aharon den Räucheraltar wieder reinigen, indem er ein besonderes Opfer der Reinigung darbringt und von dem Blut die Hörner des Räucheraltars beschmiert. So soll er den Räucheraltar einmal im Jahr wieder heilig werden lassen, denn hochheilig ist der Räucheraltar dem Ewigen.
copyright 2012 Hanna Liss u. Bruno Landthaler
Fortsetzung: Paraschat Ki Tissa
Ex 27,20 - 30,10; Haftara: Ez 43,10-27
Paraschat Sachor Maftir Dtn 25,17-19, Haftara 1Sam 15,2-34
| Das Öl | Priesterkleider | Efod | Brustschild | Mantel | Kopfschmuck | Weitere Kleider | Aharon u. Söhne zu Priestern | Mahlzeit | Einsetzungsopfer | Tägliches Opfer | Räucheraltar |
| Einleitung |
| Fragen |
| Raschi |
| Blog |
Nachdem Anweisungen für das Heiligtum und die Gerätschaften des Heiligtums gegeben worden sind, stehen nun die Kohanim, die Priester, im Mittelpunkt dieser Parascha. Zunächst geht es um die verschiedenen Kleidungsstücke sowohl des Kohen Gadol als auch des normalen Kohen, in diesem Fall: Aharon und seine Söhne als normale Kohanim. Diese Kleidung soll natürlich auf eine besondere Weise mit besonderen Materialien gefertigt werden. Weshalb legt die Parascha einen so großen Wert auf die Beschreibung der Kleidungsstücke, die immerhin so kompliziert ist, dass es gar nicht einfach ist, sich ein Bild von den Kleidungsstücken zu machen (zumindest sind sich die Kommentatoren nicht immer einig, wie sie auszusehen haben). Die Antwort hierauf gibt Raschi. Raschi kommentiert nämlich zu dem Vers: „Die Glöckchen am Gewand des Kohen müssen klingeln, wenn der Kohen Gadol in das Allerheiligste tritt. Denn sonst muss er sterben.“ Raschi sagt hierzu: Der Kohen muss alle seine Kleider vorschriftsmäßig angelegt haben, da er sonst sterben muss.“ Raschi bezieht also dieses Sterbenmüssen nicht nur auf die Glöckchen, sondern auf die Kleidung insgesamt. Es ist die Kleidung, die den Kohen in Schuld fallen lässt, wenn er sie nicht ordnungsgemäß angezogen hat. Und dies wiederum liegt daran, dass jeder Mensch zunächst gleich Mensch ist, egal welchen Status er einnimmt. Aber ein Kohen wird nur dadurch Kohen, indem er sich entsprechend kleidet. Nicht eine besondere Charakterstärke oder -eigenschaft, nicht eine besondere Religiosität macht den Kohen zum Kohen und damit für das Heiligtum tauglich, sondern allein seine Kleidung, die er sich anlegt. Aus heutiger Sicht könnte man einwenden: Das ist aber doch recht oberflächlich! Es geht um das Heiligtum G"ttes, und die, die den Dienst hier verrichten dürfen, unterscheiden sich letztlich nur durch die Kleidung. Dem ist aber entgegenzuhalten, dass es weniger oberflächlich gedacht ist, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn die Tora weiß sehr genau um das Fehlverhalten derer, die eine besondere Verantwortung übernehmen. Denn schon die Söhne Nadav und Avihu gehen in religiös überschäumendem Eifer so weit, dass sie sich nicht ganz einfach an die Regeln halten, sondern ein Sonderopfer bringen wollen (im Buch Wajiqra erzählt). Sie berufen sich auf die „inneren Werte“, durch die sie sich berufen fühlen, mehr zu tun, als vorgeschrieben ist. Aber alles, was sich auf das eigene Gefühl, auf den eigenen Eifer, auf die eigene Religiosität beruft, ist nicht kontrollierbar. Jeder kann sich auf sein Inneres berufen. Es ist von sich aus keine Qualität, die einen Dienst am Heiligtum rechtfertigen könnte. Deshalb der ganz einfache Verweis auf die Kleidung. Der Kohen muss ganz einfach die Dinge tun, die vorgeschrieben sind, dann gibt es keinen emotionalen oder individuellen Überschuss an Tatendrang, der etwas noch heiliger machen könnte. Die Tauglichkeit für die Heiligkeit kann nicht an die subjektive, weil innere „Wertigkeit“ des Kohen gebunden sein. In diesem Fall würde G"tt seinen eigenen Heiligkeitsbegriff an die Menschen abgeben. Und wohin das führt, zeigen immer wieder in der Geschichte die ganzen Eiferer, die stets selbst wussten, was heilig ist.
Nach Raschi bedeutet das "beständig" (tamid), dass das Licht Nacht für Nacht brennen soll. Dieses „tamid“ wird öfter verwendet, um die Dauer auszudrücken.
Dieser Gürtel war nach Raschi für den Rock, während der Efod der Gürtel für den Mantel war.
Nach Raschi ist das eher eine Art Haube, Hut oder Mütze, wie sie in v. 40 beschrieben wird.
A) Allgemeine Fragen zur Parascha
Was soll in dieser Parascha alles hergestellt werden?
Gibt es einen Unterschied zwischen den Kleidern für Aharon und den Kleidern für seine Söhne?
Wie oft werden die Namen der Stämme Jisraels auf die Kleidung von Aharon geschrieben?
Welches sind die Söhne Aharons?
Wo soll der g“ttliche Namen stehen
B) Fragen für Fortgeschrittene
Weshalb gibt es einen Unterschied zwischen Aharon und seinen Söhnen?
Der Räucheralter muss immer wieder „heilig gemacht“ werden? Wann soll das geschehen, und vor allem: was bedeutet es eigentlich: heilig machen?
Wie häufig soll eigentlich das Opfer gebracht werden, mit dem Aharon und seine Söhne zu Priestern eingesetzt werden? Kannst du dir vorstellen, weshalb es überhaupt ein besonderes Opfer braucht, um sie zu Priestern zu machen?
"Reines Öl" bedeutet nach Raschi ohne Ablagerungen, "zerstoßene Oliven": Sie werden im Mörser zerstoßen und nicht in der Mühle gemahlen. Denn in der Mühle könnten immer Reste vom vorhergegangenen Mahlvorgang enthalten sein. Den Mörser kann man reinigen. Erst wenn das erste Öl im Mörser entstanden ist, kann man dieses Öl für die Menora verwenden. Danach kann man die Oliven in die Mühle geben. Aber das so gewonnene Öl ist für die Menora nicht tauglich, sondern nur für die Mincha, das Speiseopfer.
Raschi: Der Gurt selbst war länger als der Efod, damit er ganz um den Körper herumging. Dieser Gurt verlief auf der Höhe des Ellenbogens. Denn sie sollen sich nicht, wie es Ez 44,18 heißt, an einer schweißenden Stelle umgürten, also nicht unter den Achseln und nicht an den Lenden. Dieser Gurt soll aus dem gleichen Material wie der Efod sein.
Im Text sind einige Wörter/Sätze unterstrichen. Wenn man mit der Maus darüber geht, dann macht sich rechts ein Fenster auf mit einem Kommentar.
Manchmal sind das nur erläuternde Sätze, oft aber versuchen wir hier, das wiederzugeben, was Raschi zu der entsprechenden Stelle kommentiert hat. Dadurch bekommt man eine Hilfe an die Hand, in welch unterschiedlicher Weise die Tora interpretiert werden kann.
Wir nehmen deshalb Raschi, weil er für die jüdische Auslegung der Bibel sehr wichtig geworden ist. Raschi hat es verstanden, die vielen Auslegungen, die es zu seiner Zeit in den Midraschim gab, zu bündeln und daraus sozusagen das Wichtigste zu betonen. Raschi hilft heute vor allem darin, uns zu lehren, den Text sehr genau zu lesen und immer wieder Fragen an den Text zu stellen. Für Raschi war der Text nie einfach nur da und schon gar nicht dafür da, ihn einfach "herunterzubeten".
Natürlich konnten wir hier den Raschi-Kommentar nicht vollständig wiedergeben, auch nicht wörtlich. Aber wir wollten wenigstens einen Eindruck verschaffen, in der HOffnung, auch den Bibeltext verständlicher werden zu lassen
Da wir hier noch eine Baustelle haben und wir Woche für Woche uns voranarbeiten, sind natürlich noch nicht alle Stellen kommentiert. Das werdet Ihr aber ganz einfach daran merken, dass im Text nichts mehr unterstrichen ist.
Raschi: Es wird in die Lampen genauso viel Öl hineingegeben, dass es vom Abend bis zum Morgen reicht.
Kohanim wird im Deutschen als "Priester" wiedergegeben. Es sind, allgemein gesprochen, Menschen, die für den besonderen Dienst an einem Heiligtum eingesetzt werden. In der Tora sind Kohanim deshalb notwendig, weil das Heiligtum G"ttes nicht von jedermann betreten werden kann, da es ja ein besonderer Ort ist (vgl. letzte Par. Teruma). Nach Rascdhi erhalten die Kohanim ihre Würde durch die Kleidung der Kohanim. Auf diese Weise werden sie "geheiligt", d.h. sie werden in den Stand gesetzt, um für den Dienst am Heiligtum geeignet zu sein.
Das ist nach Raschi eine Art Mantel, wie der Rock auch. Nur liegt der Rock direkt auf der Haut und der Mantel wird darübergezogen.
Der Rock war nach Raschi geriffelt, so dass die Vertiefungen als Vorrichtungen dienen konnten, in die man wie in Fassungen Edelsteine oder ähnliches einlegen konnte.
Sie sollen von der Teruma hergestellt werden, die ich geheiligt habe. Raschi betont damit, dass die Kleidungsstücke nicht von sich aus heilig sind, sondern dadurch heilig werden, dass sie von der Teruma gefertigt werden, die, weil sie für den Ewigen sind, heilig genannt wird.
Raschi: Ich erkläre nun den Efod und das Brustschild zusammen. Denn es könnte den Leser in die Irre führen, wenn ich versgenau erklären würde. Der Efod war in der Art eines Gewandes gemacht, wie ihn Frauen beim Reiten tragen. Der Kohen bekleidete damit seinen Rücken. Der Efod reichte bis unter die Achseln, war breit wie der Rücken eines Mannes und reichte hinunter bis zur Ferse. Oben war der Gürtel der Breite nach befestigt und war gewebt. Der Gürtel ragte über das Kleidungsstück hinaus, so dass man umgürten konnte. Dann gab es links und rechts am Gürtel Schulterbänder, die bis nach vorne knapp unter die Schulter reichten. Am Ende dieser Bänder befanden sich die Einfassungen für die Schohamsteine. Daneben wurden die Kettchen, an denen das Brustschild hing, befestigt. Auf diese Weise kam das Brustschild auf der Brust des Kohen zu liegen. Die Kettchen waren an Ringen am Brustschild befestigt. Auch am unteren Rand des Brustschildes waren zwei Ringe angebracht, ebenso am unteren Ende der Schulterbänder, dort, wo die Schulterbänder am Gürtel fixiert sind. Beide Ringe wurden mit einer himmelblauen Schnur verbunden, so dass das Brustschild fest verknotet war.
Im Text sind es drei Wollarten: himmelblau, purpurrot und karmesinfarben. Dies veranlasst Raschi zu erklären: Diese fünf Arten waren Faden für Faden gezwirnt. Das Gold wurde zu feinen Blechen gehämmert, die dann in feine Garne geschnitten wurden. Dann wurde dieser Goldgarn mit sechs Garnen der himmelblauen Wolle zu einem Faden gesponnen, ebenso mit sechs Garnen der purpurroten Wolle, ebenso mit sechs Garnen der karmesinfarbenen Wolle, ebenso mit sechs Garnen des Byssus. Dann wurden alle Fäden gezwirnt, also zusammengedreht, so dass der Zwirn aus 28 Fäden bestand.
Raschi: Und zwar nach der Geburtsfolge. Also auf dem ersten Stein: Reuven, Schimon, Levi, Jehuda, Dan und Naftali. Auf dem anderen Stein: Gad, Ascher, Jisachar, Sevulun, Josef, Benjamin. Und zwar wird Benjamin mit zweitem Jod geschrieben, wie bei seiner Geburt. Damit hat jeder Stein 25 Buchstaben.
Raschi erklärt: In den Stein eingegraben. So wie man den Siegel bei einem Siegelring eingräbt, mit dem man Briefe versiegelt.
Raschi: Damit der Heilige, gelobt sei er, die Stämme Jisraels vor sich geschrieben sieht und an ihre Frömmigkeit denkt.
Raschi: Hier wird nur erklärt, wofür diese Einfassungen, die am Efod sind, verwendet werden sollen. Das Gebot, die Kettchen herzustellen, kommt nachher, wenn es um das Brustschild geht.
Raschi: Weshalb heißt es „Schild des Rechts“? Es macht einen Irrtum im Recht wieder gut. Andere Erklärung: Es spricht durch die Lose klare Worte aus.
Raschi verwendet häufig die Wendung "andere Erklärung". Das bedeutet, dass er in der Traditionsliteratur verschiedene Erklärungen für denselben Sachverhalt findet und mehrere anführt, ohne zu entscheiden, welche Erklärung die "richtige" ist, da es für Raschi die Kategorie "richtig" und "falsch" ohnehin kaum gibt.
Raschi: Also gewebt und mit den fünf Arten, aus denen die Fäden bestehen.
Raschi: Das Brustschild hing an den Schulterbändern mit den Kettchen, so wie ich es vorher beschrieben habe.
Raschi: Es sind Vertiefungen, in die hinein die Steine gesetzt werden.
Raschi betont noch einmal, dass die Reihung der Namen der Geburtsfolge der Kinder entspricht.
Raschi: Das hebräische Wort kommt von „Wurzel“. Wie eine Baumwurzel den Baum mit der Wurzel fest in der Erde hält, so halten die Kettchen das Brustschild am Efod fest. Diese Kettchen wurden an Ringen festgemacht, die wiederum am Brustschild und an den Schulterbändern befestigt waren. Auch nach unten gab es Kettchen, so dass das Brustschild auch unten gehalten wurde, damit es nicht hin und her baumeln konnte.
Das ist der geschriebene Gottesname (der vierbuchstabige Name, das Tetragramm), der in die Tasche gelegt wurde. Durch sie konnte Aharon die Entscheidungen klar äußern. Im zweiten Heiligtum [dem salomonischen Tempel] gab es zwar das Brustschild noch, doch waren die Urim und Tumim darin nicht mehr enthalten.
Raschi: Auf diesen Mantel wurde der Efod als Umgürtung herumgelegt.
Raschi: Das Material, aus dem der Mantel bestand, hatte nur diese eine Art, nämlich die himmelblaue Wolle.
Daraus lernen wir, sagt Raschi, , dass die Panzerhemden der bewaffneten Jisraeliten einen doppelten Saum hatten.
Hier wird ein Verbot der Tora ausgesprochen: Du darfst ihn nicht zerreißen. Eigentlich hätte man es als praktische Anweisung verstehen können. Aber Raschi zählt dieses Verbot zur Anzahl der Verbote der Tora dazu.
Raschi: Das bedeutet, dass sie rund und hohl waren.
Nach Raschi hatten diese Glöckchen Klöppel im Inneren (damit sie auch klingeln konnten)
Zwischen zwei Granatäpfel kam ein Glöckchen. Raschi betont dieses Abwechseln so stark, weil der hebräische Text es nahelegen könnte, dass sich die Glöckchen in den Granatäpfeln befanden. So verstanden es denn auch andere Kommentatoren.
Raschi: Daraus kann man das Positive lesen: Wenn er alle Kleider anhat und ins Heiligtum geht, dann ist er nicht des Todes schuldig. Damit knüpft Raschi eine Todesschuld des Kohen nicht an die Glöckchen und deren Klingeln allein, sondern an die gesamte Kleidung des Kohen. Die Todesschuld wird nach Raschi übrigens nicht an die irdische Gerichtsbarkeit übergeben, sondern an die himmlische.
Das war nach Raschi ein zwei Finger breiter Streifen aus Gold, der die Stirn umgab von einem Ohr zum andern.
Raschi: Hierzu gibt es verschiedene Verse: Hier heißt es: Der Kopfschmuck liegt auf dem Band. Ex 39,31 heißt es: Und auf den Kopfschmuck legten sie das Band. Und im nächsten Vers (Ex 28,38) heißt es: Aharon trage es auf der Stirn. Und im *Talmud heißt es noch: Sein Haar soll zwischen Band und Kopfschmuck sichtbar sein, denn dort legte er die *Tefillin.
Um alle Aussagen gelten zu lassen, konstruiert Raschi den Kopfschmuck mit dem Band so, dass alle vier Aussagen stimmen. Am Ende meint Raschi: Damit sind alle Verse erfüllt: Der äußere Teil des Bandes ist auf dem Kopfschmuck, der Kopfschmuck ist aber auch auf dem inneren Teil des Bandes, das Band ist aber auch über dem Kopfschmuck.
Raschi: Welche Schuld bringt Aharon ins Reine? Er bringt nur soweit ins Reine, wie das Opfer wieder brauchbar gemacht wird. Alle anderen Vergehen sind damit nicht gemeint.
Nach Raschi bedeutet das zunächst: sühnen, ins Reine bringen. Aber auch die einfache Bedeutung gilt: Aharon trägt die Last der Schuld und damit wird die Schuld vom Heiligtum weggenommen.
Raschi: Das bedeutet nicht, dass Aharon den Kopfschmuck immer auf seiner Stirn trägt. Er trägt es ja nur zur Zeit seines Dienstes. Es gibt aber welche, die meinen, dass der Kopfschmuck nur dann wirkt, wenn es auch auf der Stirn von Aharon liegt. Deshalb ist der Vers so zu verstehen, dass Aharon, wenn er den Kopfschmuck auf der Stirn trägt, ihn beständig berühren soll, damit er ihn im Sinn behält.
Das waren nach Raschi Vertiefungen im Muster. Der ganze Rock wurde aus Byssus hergestellt.
Raschi: Vier Kleidungsstücke sollen für die Söhne Aharon hergestellt werden, mehr nicht: die hier erwähnten Röcke, Gürtel und Mützen, sowie die später erwähnten Beinkleider.
Damit ist ein gewöhnlicher Kohen anders gekleidet als der Kohen Gadol, der Hohepriester.
Raschi macht klar: Das, was bei Aharon steht, soll er angekleidet bekommen, und das, was bei den Söhnen steht, sollen sie angekleidet bekommen.
Raschi: Der hebräische Ausdruck „die Hand füllen“ meint: in ein Amt einsetzen. Es kommt jemand in das Amt und hat es von da an im Besitz. Das ist wie bei den Herren, die einem einen Handschuh in seine Hand geben, um ihm den Besitz der Sache zu übergeben. Deshalb heißt es auch: ein Amt „bekleiden“.
Raschi: Und zwar für Aharon und für dessen Söhne. Damit haben wir acht Kleidungsstücke für den Kohen Gadol und vier für den gewöhnlichen Kohen.
Raschi: Das meint sowohl den späteren Tempel als auch das Heiligtum [in der Wüste].
Raschi: Überall, wo dieser Ausdruck steht, meint er: Das Gesetz hat von jetzt an seine Gültigkeit und für die späteren Generationen ebenfalls.
Raschi fragt: weshalb einen Stier? Raschi sagt: wegen der Verfehlung durch das Goldene Kalb. Das war auch ein Stier.
Raschi erklärt: Von allen drei Arten wurden je zehn Kuchen gebracht. Auch wurde Öl dazugegeben, und nach dem Backen wurden die Brote mit Öl bestrichen, und zwar in Form des griechischen Chi, das dem hebräischen Nun sehr ähnlich ist.
Hier ist nicht ganz klar, was Raschi meint, da der griechische Buchstabe Chi eben nicht so aussieht wie ein Nun.
Und zwar in den Hof, wie Raschi ergänzt.
Raschi erklärt: Der Körper soll ganz in Wasser untertauchen.
Raschi: Und zwar so, wie ich es oben zu den einzelnen Kleidungsstücken erklärt habe.
Raschi: Auf den Kopf und zwischen die Augenbrauen. Er verband die drei Stellen so mit dem Finger, dass auch hier der griechische Buchstabe Chi zu sehen war.
Diese Überlieferung geht bereits auf den Talmud zurück und wird sehr unterschiedlich gewertet. Man ist keineswegs über den griechischen Buchstaben sicher. Dazu kommt, dass Raschi selbst an verschiedenen Stellen unterschiedliche Buchstaben im Sinn hat. Und außerdem ist das griechische Chi dem hebräischen Nun keineswegs ähnlich.
Also in den Hof, der vor dem Eingang des Heiligtums ist, wie Raschi präzisiert.
Raschi: Deshalb gab es am unteren Sockel einen Vorsprung, der um den Altar verlief. Darin wurde das Blut aufgefangen.
Hier scheint die Vorstellung dahinterzustehen, dass Blut grundsätzlich nicht vergossen werden darf. Aber wenn doch, dann gehört das Blut an den Altar des Ewigen und bewirkt dort eine kultische "Reinigung".
Normalerweise wird eine Chattat, ein Sündopfer, nicht verbrannt. Hier handelt es sich aber um das Einsetzungsopfer für die Kohanim und ist insofern etwas besonderes.
Raschi erklärt: Dazu nahm man ein Gefäß und besprengte damit den unteren Teil des Altares. Deshalb ging der Kohen auch nicht auf den Altar, sondern stand vor ihm. Nur für die Chattat waren die Hörner und die Finger vorgeschrieben.
Raschi: Der Ewige sagt: Es ist für mich ein Wohlgefallen, da ich gesprochen habe und meine Anweisung wurde ausgeführt.
Mit dieser Erklärung "entstofflicht" Raschi den Ausdruck "lieblicher Duft", der ja sehr material ist.
Raschi: Das ist ein innerer Teil der Ohrmuschel.
Raschi: Er wird als Friedensopfer gebracht, weil an ihm alles vollkommen ist. Und er bringt diese Vollkommenheit dem Altar, dem Kohen, der Dienst tut und den Eigentümern. Da zur Einsetzung Mosche Dienst tat, kam ihm das Opfer zu als Kohen, und Aharon und seinen Söhnen kam das Opfer zu als Eigentümer.
Raschi: Von diesen drei Arten wird je eines von den zehn gebackenen genommen. Nur hier wird Brot, das mit einem Opfer gebracht wird, auch verbrannt.
Sowohl der Eigentümer als auch der Kohen waren an der Schwingung beteiligt. Wie? Der Kohen legt seine Hand unter die des Eigentümers und gemeinsam schwingen sie. Mosche war der Kohen und Aharon und seine Söhne waren die Eigentümer.
Raschi erklärt: Und zwar schwangen sie in alle vier Himmelsrichtungen, denn Ihm gehört die ganze Welt. Auch schützte sie vor Strafen und schlechten Winden. Dann schwangen sie nach oben und unten, denn Ihm gehören Himmel und Erde. Auch schützte sie vor schlechtem Tau.
Auch der *Lulav wird nach allen vier Seiten und nach oben und unten geschüttelt.
Raschi erklärt: Die Teile der Schwingung werden auf den ersten Widder gelegt, der bereits als Ganzopfer auf dem Altar liegt.
Raschi: Die Brust schwingst und heiligst du für die künftigen Generationen, auf dass auch die späteren Generationen die Schwingung vollziehen. (Die Anweisung, die Brust zu schwingen, ist also keine einmalige Anweisung, sondern gilt für später gleichermaßen).
Es soll also ein ewiges Gesetz sein, dass Friedensopfer den Eigentümern gehören und Brust und Schenkel den Kohanim übergeben werden sollen, so erklärt Raschi.
Raschi: Nämlich an den Sohn, der Aharon im Amt folgen wird.
Raschi: Es ist also der Kohen, der an Jom Hakippurim ins Allerheiligste darf, um seinen Dienst zu verrichten.
Raschi: Weil das Friedensopfer, das sie bringen, heilig ist, müssen sie in den Vorhof gehen.
Wenn es im Hebräischen heißt: „am Eingang der Wohnung“, dann ist damit der gesamte Vorhof gemeint, sagt Raschi.
Aharon und seine Söhne sollen es essen, weil sie die Eigentümer sind, und niemand anderes.
Raschi erklärt: Von Aharon und seinen Söhnen wurde das dem Heiligen Fremde entfernt, so dass sie nun Kohanim sein können.
Da Aharon und seine Söhne vor der Einsetzung ja noch keine Kohanim waren, musste sozusagen alles von ihnen entfernt werden, was nicht zum Heiligen Bereich gehört. Das meint das hebräsiche „kipper“. Sie wurden durch das Essen ins Reine gebracht und erfüllten dann erst die Voraussetzung für die Kohanut.
Raschi: An allen sieben Tagen soll wie besprochen verfahren und geopfert werden.
Raschi: Das ist genau der Stier, der schon oben erwähnt worden ist. Er wird hier aber noch einmal erwähnt, um deutlich zu machen, dass er in diesen sieben Tagen täglich geschlachtet werden muss.
Raschi: Worin besteht die Heiligkeit des Altars? Der darauffolgende Vers sagt es: Alles, was den Altar berührt, wird selbst wiederum heilig. Also auch ein untaugliches Opfer heiligt der Altar. Daraus könnte man nun herauslesen, dass auch ein Opfer, das schon vor dem Heiligtum untauglich geworden ist, ebenfalls heilig wird, wenn es den Altar berührt. Ein Beispiel hierfür ist das Tier, das für den Götzendienst bestimmt war. Dem ist aber nicht so. Gemeint ist nur das Tier, das bereits auf dem Altar war und danach wieder untauglich wurde, zum Beispiel, weil es über Nacht liegen blieb, oder wieder aus dem Vorhof hinausgebracht wurde.
Raschi erklärt: Für das Gussopfer befanden sich auf dem Altar zwei silberne Schalen, die unten eine Öffnung hatten. Dort wurde das Gussopfer gegossen. Dort floss er auf den Altar, von dort nach unten zum unteren Sockel des Altars in die Erde, bzw. im Tempel: zu den Fundamenten des Altars.
Raschi erklärt: An jedem Tag, und es darf kein Tag sein, an dem das Opfer nicht gebracht wird.
Einige unserer Lehrer lernen daraus, dass sich der Heilige, gelobt sei er, vom Altar aus mit Mosche redete. Aber andere meinen, dass Er vom Deckel des heiligen Kastens aus mit Mosche sprach (vgl. Ex 25,22). Nach dieser Meinung würde sich der Vers hier auf den Kasten beziehen, und nicht auf den Altar.
Raschi lässt es also offen und bringt keine Entscheidung bei.
Raschi erklärt: Das Heiligtum wird durch die *Schechina geheiligt. Raschi führt hier auch einen *Midrasch an, der folgendes lehrt: Lies nicht „durch meine Herrlichkeit“, sondern „durch meine Geehrten“. Damit deutet der Vers bereits auf die Söhne Aharons voraus, die am Tag der Errichtung der Wohnung sterben und wie Gott durch Mosche sagt: Ich werde durch die geheiligt, die mir nahestehen (Lev 10,3).
Raschi versteht dies etwas anders: Unter der Bedingung, dass ich unter ihnen wohne.
Raschi: Dieser Altar hatte obenauf eine Platte, die ihn verschloss. Anders der kupferne Altar. Der war oben offen, und er wurde, wenn sie wieder lagerten, mit Erde gefüllt.
Raschi sagt: Der aussieht wie eine Krone. Die soll die Priesterwürde symbolisieren.
Die Angabe „vor den Vorhang“ reicht nicht. Denn der Altar könnte dann auch an der Nord- oder an der Südwand stehen. Deshalb steht noch eigens: „dem Deckel gegenüber“.
Raschi erklärt damit die zusätzliche Ortsangabe.
Raschi erklärt wie: Er nimmt die Dochte heraus, die nachts abgebrannt sind, und legt neue hinein.
Raschi: Die eine Hälfte der Gewürze am Morgen, die andere Hälfte am Abend.
Raschi: Nur dieses eine Räucherwerk, das ich geboten habe, gehört auf diesen Altar. Hierher gehört kein freiwilliges Räucherwerk. Und auch kein Gussopfer, kein Speiseopfer und kein Ganzopfer.
An Jom Kippur, wie Raschi feststellt. So steht es in Lev 16,18: „Er soll hingehen zum Altar, der vor dem Ewigen steht und bringe auf ihm ins Reine.“
Das ist die Chattat, also der Stier und die Ziege, die an Jom Kippur wegen der Verunreinigungen im Heiligtum geschlachtet wurden.